Jonsson und Muller zu den Vorkommnissen der letzten Woche

Der Saab-Vorstandsvorsitzende Jan Ake Jonsson (JAJ) und der Saab-Präsident Victor Muller (VM) haben sich vor Journalisten zu den Problemen der letzten Woche geäußert.

VM sagte, dass es ein Fehler war, das Produktionsziel von 80 000 Autos in den Vordergrund zu stellen. VM ging davon aus, dass dieses Ziel nicht ganz erreicht werden kann. VM führte weiter aus, dass die Probleme in der letzten Woche keine Einfluß auf die Entwicklung von Saab haben wird. Das Verhältnis zu der schwedischen Regierung beschrieb VM als „phänomenal“. VM hob hervor, dass der Umsatzanstieg im März ein gutes Zeichen für Saab ist. Er kritisierte auch den Umgang der Medien mit Saab: „Saab befindet sich in Schweden in einem Glashaus. Wenn wir einen Streit mit einem Lieferanten haben, wird das ganze Land in Brand gesetzt“.

Link zum Artikel in der Dagens Industri

JAJ sagte, dass Saab intensiv daran arbeitet, die Finanz-und Kapitalstruktur zu stärken. Dabei gehe es um einen Beitrag der Saab-Eigentümer, um weitere Kredite und um weitere operative Verbesserungen. JAJ gestand ein, dass es bei Saab einige Unterbrechungen aufgrund der fehlenden Lieferungen der Zulieferer von Saab gab. JAJ versicherte, dass Saab sich immer noch innerhalb des Business-Plans bewegt. In Bezug auf den geringeren Umsatz habe es Saab geschafft, die Kosten niedriger halten.

Link zum Artikel in der Dagens Industrie

Natürlich werden diese Aussagen sofort in der Presse wieder „durch den Wolf gedreht“. Heraus kommt aus diesen Aussagen dann eine „interessante“ dpa-Meldung, die dann sofort unreflektiert verbreitet wird.

Meldung Netzzeitung

Hier kann man wieder die übliche Qualität einer dpa-Meldung erkennen. Ca. 2/3 der Meldung sind schlicht falsch oder lassen sich nicht auf die obigen Worte von JAJ oder VM zurückführen. Dies lässt den Schluss zu, dass der größte Teil der dpa-Meldung frei erfunden ist. Zu den „Zahlungsproblemen bei Saab“ haben sich JAJ und VM gar nicht geäußert. Alle Mutmaßungen scheinen mir auf den Worten JAJs:

“We are working intensively to strengthen Saab’s financial position and capital structure, it involves a contribution from our owners, credit facilities, as well as operational improvements. We are confident that we will correct the situation soon…“ und VMs:“We’ve had a little morning cold,” On the opposite side he is self-critical about the goal of annual production of 80,000 cars that Saab previously stated, a promise that will not be accomplished by a long shot. “It is our fault. We should not have gone out with the production goals.” zu basieren.

Ein Hinweis auf ernsthafte Zahlungsprobleme kann man in diesen Aussagen gar nicht erkennen, auch nicht, dass die 50 Mio. Euro, die Wladimir Antonows investieren möchte, unbedingt und dringend benötigt werden. Insgesamt ist schon interessant, was aus solchen Aussagen in der Presse gemacht werden. Eigentlich können Saab-Chefs jetzt erklären, was sie wollen, es wird alles sofort negativ bewertet und eine Untergangsstory daraus gebastelt. Die guten Verkaufszahlen im März fallen dagegen völlig unter den Tisch. Die Spielchen der Presse gehen also wie von mir prognostiziert weiter…

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SAAB Verkaufszahlen März 2011

Der Aufschwung der Verkaufszahlen geht auch im März weiter. Die mir bekannten Zulassungzahlen legten im Schnitt um 113% (aktueller Stand!) zu. Insbesondere die Hauptmärkte Schweden und USA haben sich kräftig erholt. Trotzdem ist man noch lange nicht am Ziel, die Verkäufe müssen noch weiter steigen! Zu berücksichtigen ist, dass Saab zur Zeit nur das eingeschränkte Sortiment im Handel hat. Noch fehlt der 9-5 Sportkombi und der für das USA-Geschäft wichtige 9-4X. Verluste gab es nur im spanischen und im griechischen Markt im Vergleich zu März 2010. Allerdings ist der Gesamtmarkt in Spanien um fast 30% und in Griechenland um ca. 55% zum Vorjahreszeitraum eingebrochen.

Hier mal die Einzelmärkte im März 2011 (fehlende Landesdaten folgen in den nächsten Tagen):

Schweden
März 2011: 888 (+129%)
März 2010: 388

Großbritannien
März 2011: 1766 (+52,5%)
März 2010: 1158

USA
März 2011: 830 (+524%)
März 2010: 133

Deutschland
März 2011: 116 (+90,2%)
März 2010: 61

Norwegen
März 2011: 76 (+443%)
März 2010: 14

Kanada
März 2011: 7 (-%)
März 2010: 0

Schweiz
März 2011: 85 (+80,9%)
März 2010: 47

Frankreich
März 2011: 80 (+29%)
März 2010: 62

Spanien
März 2011: 70 (-12,5%)
März 2010: 80

Italien
März 2011: 148 (+215%)
März 2010: 47

Niederlande
März 2011: 105 (+128%)
März 2010: 46

Belgien
März 2011: 161 (+222%)
März 2010: 50

Portugal
März 2011: 28 (+2700%)
März 2010: 1

Finnland
März 2011: 69 (+393%)
März 2010: 14

Österreich
März 2011: 24 (+300%)
März 2010: 6

Irland
März 2011: 30 (+400%)
März 2010: 6

Griechenland
März 2011: 18 (-33%)
März 2010: 27

Dänemark
März 2011: ?? (+??%)
März 2010: ??

Polen
März 2011: 44 (+??%)
März 2010: ??

Australien
März 2011: 24 (+2300%)
März 2010: 1 (Jan – März 2010)

Japan
März 2011: 10 (-50%)
März 2010: 20

Tschechische Republik
März 2011: 2 (-50%)
März 2010: 4

Slowakei
März 2011: 4 (+33,3%)
März 2010: 3

Lettland
März 2011: 1 (+ %)
März 2010: 0

Rumänien
März 2011: 3 (+50%)
März 2010: 2

Luxemburg
März 2011: 18 (+157%)
März 2010: 7

Singapur
März 2011: 6 (+ %)
März 2010: 0

 

 

 

 

 

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Keine Zahlungsprobleme bei Saab!

Die ganze Mediengeschichte über angebliche Zahlungsschwierigkeiten bei Saab scheint sich jetzt in Luft aufzulösen. Tatsächlich gibt es gar keine Probleme mit Zulieferfirmen, mit Ausnahme des Zulieferers IAC, der Spedition DB Schenker und der Werbefirma.

Mit IAC und DB Schenker konnten die Schwierigkeiten in wenigen Stunden gelöst werden. Saab betont, dass die Probleme mit IAC ohne weitere Zahlungen gelöst wurden. Da ging es wie bei DB Schenker wohl eher um Vertragsverhandlungen als um echte Zahlunsprobleme.

Reuters meldet:

“We have solved all the issues with IAC,” said spokesman Eric Geers. “There was an agreement yesterday evening so this morning the plan is to ASAP get going on production.”

IAC had stopped deliveries due to the dispute. Saab was also forced to halt production earlier this week due to another payment dispute with transport company Schenker.

Christer Palm, Chairman of Sweden’s FKG association of car industry suppliers, said he had not heard of any new issues that could hold up production again, though he believed suppliers were somewhat cautious given this week’s payment disputes.

“I have spoken with some of the other suppliers and they seem to be satisfied even if there may be some delays,” he told Reuters, noting that the delays were a matter of days rather than weeks.

“There is no acute problem that I can see at the moment.”

Geers said Saab hoped to get back to its more than 200-car-a-day production capacity as soon as possible.

Nach diesem Sturm im Wasserglas kann die Presse also alle Verschwörungstheorien um Wladimir Antonow und auch alle freudigen Nachrufe auf das Ende von Saab wieder beiseite legen! Natürlich werden die Medien keine Richtigstellung mehr abdrucken…

Nachtrag: Das sagt Spyker:  „Saab Automobil hat genügend Mittel, seine unmittelbaren Liquiditätsbedürfnisse aus existierenden und verfügbaren Quellen zu erfüllen.“

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Saab-Spyker in die Formel 1

Gerüchteweise planen Victor Muller und Vladimir Antonov, mit einem Saab-Spyker Boliden in die Formel 1 einzusteigen. Ziel ist die weltweite Vermarktung von Saab- und Spyker-Fahrzeugen durch eine umfassende Medienpräsenz. Unterstützung finden beide dabei bei finanzkräftigen schwedischen Investoren.

Das neue Formel 1-Reglement mit 1,6 Liter-Turbomotoren kommt dabei genau richtig. Muller und Antonow wollen den neuen 1,6 Liter Turbo für den 9-3III jetzt auch als Formel 1-Motor ab 2012 verwenden.

© http://www.automotorsport.se

Erfahrungen hat Victor Muller bereits früher mit einem eigenen Formel 1-Team Spyker F1 gesammelt. Spyker F1 trat 2006 die Nachfolge von MF1 Racing an. MF1 Racing selbst übernahm vor Beginn der Saison 2006 die Nachfolge des traditionsreichen Jordan-Teams und wurde noch während der Saison wieder verkauft. Das Team fuhr die Saison 2006 mit russischer Lizenz und ab 2007 unter der niederländischen Flagge. In der Saison 2008 wurde das Team durch Force India ersetzt.

Weitere Infos (auf schwedisch)

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Mehr Hirsch für den 9-5

260 PS Leistungssteigerung für Saab 9-5 2.0T

Ab sofort steht für den Saab 9-5 mit 2.0T Motor ab Modelljahr 2011 eine Leistungssteigerung um 40 PS zur Verfügung.

Für die zweite Generation des Saab 9-5 wurde der bewährte 2-Liter Motor aus dem Saab 9-3 weiterentwickelt und mit Direkteinspritzung sowie einem hochmodernen Twinscroll-Turbolader, der für eine wesentlich direktere und schnellere Gasannahme sorgt, versehen. Perfekte Voraussetzungen für eine Leistungssteigerung! Dank der verbesserten Ladungskühlung durch die Direkteinspritzung konnte die Höchstleistung und das Drehmoment auf beeindruckende 260PS und 400Nm gesteigert werden.

Das Plus an Leistung wertet das Fahrerlebnis nicht nur durch beeindruckende Beschleunigung und Durchzugsstärke auf, auch die Höchstgeschwindigkeit steigt auf 250 km/h. Und all das, ohne die Verbrauchs- und Emissionswerte in die Höhe zu treiben.

Wie das Serienmodell erfüllt auch die Leistungssteigerung, die extrem strenge Euro 5 Abgasnorm. Zur Erfüllung dieser Norm sind erstmals reale Messungen mit allen Kraftstoffvarianten, also auch E85 vorgeschrieben. Hirsch kann nun also auch die Verbrauchs- und Emissionswerte der BioPower-Modelle ausweisen. Die Abnahme wurde im Auftrag von Hirsch im Testlabor von Saab Automobile durchgeführt.

Die Service Intervalle für Fahrzeuge mit Leistungssteigerung und die dabei anfallenden Kosten bleiben unverändert. Auch die Saab Werksgarantie bleibt in vollem Umfang bestehen.

Saab 9-5 Edelstahl-Auspuffanlage

Für die Liebhaber des sportlichen Klangs hat Hirsch für den 9-5 2.0T und 2.8T eine Edelstahl-Auspuffanlage komponiert, die perfekt zum Charakter der sportlichen Reiselimousine passt.

Während der Ton sich beim entspannten Dahingleiten durch angenehm sonore Zurückhaltung auszeichnet, erzeugt er beim Beschleunigen und unter Volllast einen sportlich-kernigen Sound. Nach außen strahlen die beiden Doppel-Auspuffblenden in gebürstetem Edelstahl elegante Sportlichkeit aus.

Die Hirsch-Sounddesigner haben es durch aufwendige Berechnungen und kontinuierliche computergestützte Analyse und Weiterentwicklung der Prototypen in Akustiklabor sowie bei Testfahrten geschafft, störendes Brummen bei Autobahnfahrten praktisch vollkommen zu eliminieren und einen Klang zu gestalten, der angenehm sportliche Harmonien aufweist. Alle Rohre und Schalldämpfer wurden flußoptimiert, wodurch sich der Abgas-Rückstaudruck verringert. Dies verbessert das Ansprechverhalten des Motors.

Die Hirsch-Anlage ersetzt den Originalauspuff ab dem Katalysator. Durch die Ausführung in Edelstahl ist Langlebigkeit und Zuverlässigkeit garantiert. Wie alle anderen Hirsch Performance Produkte entspricht die Doppelauspuffanlage den EU-Homologationanforderungen und wird mit allen zulassungsrelevanten Unterlagen versendet. Bei Fahrzeugen die mit Hirsch Performance Zubehör ausgerüstet werden bleibt die Neuwagengarantie in vollem Umfang erhalten.

Tieferlegungungssatz für den Saab 9-5 2.8T XWD

Die Absenkung des Schwerpunktes um ca. 20 mm vorne und ca. 10 mm hinten führt zu einem Resultat, das dem typisch schweizerischen Perfektionismus von Hirsch Performance gerecht wird: eine noch bessere Fahrdynamik und eine noch sportlichere Optik.

Der tiefere Schwerpunkt bringt mit einem kürzeren Bremsweg und einer erhöhten Kurvenstabilität einen deutlichen Gewinn an Fahrdynamik. Auch die Aerodynamik verbessert sich noch einmal: der Luftwiderstand verringert sich, da die Räder besser abgedeckt werden und durch den reduzierten Luftstrom unter dem Fahrzeug erhöht sich die aerodynamische Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten.

Hirsch-Homepage

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Saab erhält problemlos Restauszahlung des EIB-Kredits

Saab hat letztes Jahr eine Kreditzusage von der EIB (Europäische Investment Bank) über ca. 400 Mio. Euro erhalten. Für diesen Betrag hatte die schwedische Regierung gebürgt.

Dieser Betrag von 400 Mio. Euro wurde aber noch gar nicht vollständig ausbezahlt. Vielmehr erfolgt die Auszahlung in zwei Raten. Saab erhält jetzt den zweiten Teilbetrag von 183 Mio. Euro. Hierfür wurde nochmals die bereits gegebene Bürgschaft durch die schwedische Regierung bestätigt.

Um Verwechslungen auszuschließen: Saab hat keinen zusätzlichen Kredit beantragt, sondern erhält lediglich eine Auszahlung des bereits gewährten Kredits! Dies ging mit einer aktuellen Überprüfung der finanziellen Situation bei Saab einher. Diese Überprüfung fiel positiv für Saab aus!

Dieser Vorgang zeigt, dass Saab nicht in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Die Bestätigung der Kreditbürgschaft hätte die schwedische Regierung sicher nicht gegeben, wenn Saab in Zahlungsschwierigkeiten stecken würde. Ebenso hätte die EIB den letzten Teilbetrag sicher nicht ausgezahlt, wenn der Kredit gefährdet wäre.

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Kurzer Produktionsstopp bei Saab – Produktion läuft wieder!

Gestern kam es für kurze Zeit (2 Stunden!) zu einem kurzen Produktionsstopp in Trollhättan. Natürlich kamen sofort die wieder Gerüchte und auch einige Presseartikel auf, dass Saab in ernsthaften Schwierigkeit steckt und kein Geld zum Bezahlen der Rechnungen mehr hat. Eine Werbeagentur berichtete medienwirksam, dass man von Saab seit Dezember 2010 kein Geld mehr erhalten hätte.

Der Sachverhalt ist natürlich etwas anders. Die Spedition DB Schenker hatte kurzfristig keine Teile geliefert, da man wohl gerade in Verhandlungen über Zahlungen und Lieferbedingungen steht und es dabei zu Problemen und Zahlungsverzügen kam.

Aktuell hat sich auch Victor Muller zur Problematik geäußert. Das einzige Problem bestand darin, dass DB Schenker die Lieferung kurz eingestellt hatte, da man wohl mit dem ausgehandelten Vertrag mit Saab unzufrieden war. Saab konnte dieses Vertragsproblem in kürzester Zeit lösen und mit DB Schenker einen neuen Vertrag abschließen.

Saab war bis Januar 2011 noch an das Zahlungs- und Abrechnungssystem von General Motors angebunden. Diese Zusammenarbeit wurde jetzt beendet. Saab musste also ein eigenes Zahlungssystem aufbauen. Dieses neue Zahlungssystem hat wohl noch einige Schwachstellen. Saab hofft, diese System-Probleme in kürzester Zeit lösen zu können und will zusätzlich langfristigere Zahlungsmodalitäten, die auch bei anderen Herstellern üblich sind, mit seinen Vertragspartnern vereinbaren.

Es hat also kein Zulieferer seine Lieferungen eingestellt. Auch sind wohl alle Zulieferer bezahlt worden.

Hier noch der Link zur Pressemitteilung von Spyker.

Heute früh wurde auch umgehend die Produktion wieder angeworfen. Es geht also ganz normal weiter. Daher gilt wie immer: Jetzt ist Ruhe die erste Bürgerpflicht!

Update 31.03.2011:

Es gibt weitere interssante Neuigkeiten:

Ein Zulieferer hat gestern die Lieferung von Armaturenbrettern eingestellt. Angeblich liefen die Verhandlungen mit Saab über die Lieferkonditionen nicht zufriedenstellen. Daher habe man jetzt die Lieferungen eingestellt.

Also mir scheint es zwischenzeitlich so, dass einige Zulieferer jetzt glauben, sie könnten Saab mit Lieferverweigerungen erpressen, um bessere Konditionen zu erhalten.

Update 01.04.2011:

Die ganze Zahlungsgeschichte scheint sich jetzt in Luft aufzulösen. Tatsächlich gibt es gar keine Zahlungsprobleme, mit Ausnahme des Zulieferers IAC, der Spedition DB Schenker und der Werbefirma. Und mit dem IAC und DB Schenker konnte die Schwierigkeiten in wenigen Stunden gelöst werden. Da ging es wohl eher um Vertragsverhandlungen als um echte Zahlunsprobleme.

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Der Katastrophen-Klöter: Saab 9-5I 3.0 TiD

Der 3.0 TiD war für Saab das japanische Diesel-Desaster. Saab hatte Ende der 90er Jahre nur den 2.2 TiD-Diesel von Opel im Programm, zunächst mit 115 PS, später mit 125 PS. Ein solider Motor, der im Saab 9-3I gute Dienste leistete. Aber für den ab 1997 hergestellten Saab 9-5I war er nicht mehr als die Diesel-Einstiegsmotorisierung (ab 2002). Andere Hersteller hatten in der oberen Mittelklasse ganz andere Dieselmotoren im Angebot. BMW konnte z.B. den 530d mit 184 PS anbieten (später mit 231 PS). Mercedes und Audi waren ähnlich motorisiert.

Saab musste handeln, um den in Europa stetig wachsenden Dieselmarkt zu bedienen. Daher wurde 2001 von Isuzu ein 3 Liter Diesel mit 177 PS zugekauft. Dieser Motor bestach durch sein hohes Drehmoment von 400 Nm und seine enorme Laufruhe. Alles schien bestens für Saab zu laufen. Der 3.0 TiD verkaufte sich gut. Doch bald zeigte sich, dass dieser Isuzu-Motor und der Saab 9-5 nicht zusammen passten. Der Isuzu-Motor hat ein massives Zuverlässigkeitsproblem: Motorexitus durch die gefürchtete Laufbuchsenabsenkung.

Aber was versteht man eigentlich unter Laufbuchsen? Der Kolben eines Motors läuft nicht immer direkt im Motorblockmaterial, weil dieses Material höhere reibungstechnische Ansprüche nicht erfüllt und auch der Austausch von Kolben und Zylinder als Hauptverschleissteile sich erheblich komplizierter gestaltet. Deshalb wird oft eine Zylinderlaufbuchse in den Motorblock eingebaut. Die innere Oberfläche dieser Laufbuchse wird meist nach dem Einbau (bei „nassen“ Zylinderlaufbuchsen schon vor dem Einbau) nachgebohrt und durch Honen feinbearbeitet. Hierdurch wird die vom Hersteller geforderte geometrische Form und die Oberflächenrauhigkeit gewährleistet, um die geforderten technischen und ökologischen Eigenschaften (was vor allem den Ölverbrauch betrifft) zu erfüllen.

Je nach Einbauart in den Motorblock unterscheidet man „nasse“ und „trockene“ Laufbuchsen. Nasse Laufbuchsen werden vom Kühlmittel des Motors direkt umspült. Sie bilden alleine den Zylinder, haben eine Wandstärke von 7 bis 15 mm und werden mit einer Dichtung eingesetzt. Trockene Laufbuchsen sind nur wenige mm dick und werden eingeschrumpft oder eingegossen. Isuzu verwendete beim 3.0 Diesel nasse Laufbuchsen. Diese haben den Vorteil, dass sie leicht auswechselbar sind, optimale Kühlung (direkter Kontakt mit Kühlmedium) haben und eine hohe Stabilität durch die große Wandstärke besitzen. Nachteile nasser Laufbuchsen sind, dass die Abdichtung problematisch ist (Öl gegen Kühlwasser), der Motorblock weniger stabil ist und die Zylinderkopfdichtung gefährdet ist.

Doch der vermeintliche Vorteil der guten Kühlung bei nassen Laufbuchsen verwandelte sich beim Saab 9-5I ins Gegenteil. Isuzu hatte den Motor kühltechnisch nicht gut konstruiert. Aufgrund des Einbaus im Saab 9-5I war die Kühlung der Laufbuchsen nochmals eingeschränkt. Zusätzlich sorgte die besondere Getriebeübersetzung für höhere Drehzahlen. Saab wollte damit den Wagen noch spritziger machen. Die hohen Drehzahlen sorgten aber noch für eine weitere thermische Belastungen des Isuzu-Diesels.

So konnte das Unheil seinen Lauf nehmen. Durch die zu hohe thermische Belastung kam es nach schon nach relativer geringer Fahrleistung – teilweise schon nach ca. 20.000 km – zu der gefürchteten Laufbuchsenabsenkung. Dabei senken sich aufgrund der zu hohen Temperatur die Laufbuchsen im Motorblock ab. Da beim Isuzu-Diesel nasse Laufbuchsen verwendet wurden ist dadurch die Abdichtung zwischen Motoröl und Kühlwasser nicht mehr gewährleistet. Es kommt in kurzer Zeit zu einem massiven Kühlwasserverlust. Durch die Absenkung der Laufbuchse kommt es zusätzlich aufgrund Überdrucks zu einem Defekt des Heizungsventils. Ein weiterer Hinweis sind stark unterschiedliche Korrekturwerte der Einspritzdüsen. Im Endstadium kommt es zu erheblichem „Motorruckeln“ mit starkem Leistungsverlust.

Die Laufbuchsenabsenkung stellt einen kapitalen Motorschaden dar. Dies bedeutet, dass ein kompletter AT-Motor eingebaut werden muss. Dies führt zu Kosten von ca. 12.000 Euro.

Der Isuzu-Diesel wurde auch von Renault und von Opel verwendet. Hier traten zwar die gleichen Probleme wie im 9-5I aus. Aufgrund der anderen Getriebeübersetzung und einer besseren Belüftung waren allerdings nur wenige 3.0 Isuzu-Diesel-Fahrer dieser Marken betroffen.

Zunächst wechselte Saab die Motoren bei einer Laufbuchsenabsenkung bis zu einem Alter von 5 Jahren und einer Laufleistung von 150.000 km auf Kulanz aus. Allerdings war den Betroffenen damit nicht wirklich geholfen, da ja auch beim AT-Motor mit ziemlicher Sicherheit die gleiche Problematik früher oder später wieder auftauchen würde. Später war Saab nicht mehr so kulant, es wurden nur noch 50% der Materialkosten übernommen, ca. 7.000 Euro waren von den Betroffenen selbst zu tragen.

Nachdem Saab das Problem nicht in den Griff bekam, wurde der 9-5I 3.0 Tid im Jahr 2005 von Saab nicht mehr als Neuwagen angeboten. Gleichzeitig versuchte man bei Saab, über eine große aber eher verdeckt gehaltene Rückkaufaktion den 3.0 TiD vom Markt zu nehmen. Dabei wurde den 3.0 TiD-Besitzern angeboten, den 9-5I 3.0 TiD beim Kauf eines neuen Saab-Modells zu sehr guten Konditionen in Zahlung zu nehmen. Angeblich bot Saab dabei bis zu 5.000 Euro über dem aktuellen Gebrauchtwagenwert des 3.0 TiD an. Die aufgekauften 3.0 TiD sollen dann von Saab ins außereuropäische Ausland verkauft oder von Händlern als Organspender benutzt worden sein.

Dies war zwar kein so tolles Angebot für die Betroffenen, da nicht jeder sich einen Neuwagen leisten konnte oder wollte. Aber zumindest war es für viele eine Möglichkeit, mit geringem Schaden den 3.0 TiD loszuwerden. Offenbar haben doch einige 3.0 TiD-Besitzer diese Angebot angenommen, da sich die Zahl der auf dem Gebrauchtwagenmarkt angebotenen 3.0 Tid seit 2005 deutlich verringert hat.

Weiterhin lassen sich aber trotz der Rückkaufaktion seitens Saab in den einschlägigen Verkaufsportalen einige 3.0 TiD finden. Diese werden vergleichsweise günstig angeboten. Günstig aber nur auf den ersten Blick. Leider gibt es immer noch ein paar Unglücksraben, die nicht informiert sind und sich über günstige Preise freuen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hält die Freude nicht langen an. Daher gilt weiter Empfehlung: Finger weg vom 3.0 TiD!

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Dudenhöffer: Experte oder Medienevent?

Ferdinand Dudenhöffer ist bei Automobilangelegenheiten ein gefragter Mann. In den Printmedien und im Fernsehen tritt er als Experte für alle Automobilfragen auf. Sei es E10 oder das Schlagloch auf der Landstraße, Dudenhöffer ist präsent und verbreitet seine Expertenmeinung.

Doch was macht diesen Mann zum Experten? Ferdinand Dudenhöffer wurde am 29. Juni 1951 in Karlsruhe geboren. Zur Zeit ist er Professor an der Universität Duisburg-Essen. Dudenhöffer studierte in den Jahren 1972 bis 1977 an der Universität Mannheim Volkswirtschaftslehre. Im Jahr 1983 promovierte er dort. In den Jahren 1985 bis 1987 arbeitete er bei der Adam Opel AG, in den Jahren 1987 bis 1990 leitete er die Abteilung Marktforschung und Marketingstrategie bei der Porsche AG. Von 1996 bis 2008 war er Professor an der FH Gelsenkirchen. Seit 2008 ist er Professor an der Universität Duisburg-Essen in Duisburg und leitet dort das Fachgebiet „Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft“.

Auf den Papier befähigt dies Herrn Dudenhöffer, zu allerlei Statements rund um das Thema „Auto“ abzugeben. Doch man fragt sich, ob er nun wirklich Ahnung vom Thema hat oder einfach einige vermeintliche automobile Bauernregeln unters Volk bringt? Schauen wir uns mal einige seine Aussagen in den letzten Jahren an, die man über Suchmaschinen im Internet der Reihe nach findet.

„VW schwimmt sich frei“ (SZ vom 23.07.2007). Dudenhöffer erachtet eine Porsche-Übernahme und Umgestaltung von Volkswagen durch den Porsche-Chef Wendelin Wiedeking für unvermeitlich. Wörtliche Aussage Herrn Dudenhöffers: „Mittlerweile ist aber ganz klar, dass VW mit der heutigen Struktur in fünf Jahren nicht mehr im Markt sein würde.“

Jetzt sind fast 5 Jahre vergangen. VW hat seine bisherige Struktur behalten, Porsche übernommen und schickt sich an, Weltmarktführer zu werden. 0:1 gegen Dudenhöffer.

„Was gegen die Abwrackprämie spricht“ (Stern vom 20.04.2009). Dudenhöffer glaubt, dass durch die Abwrackprämie ein massives Händlersterben einsetzen wird, da dann auf lange Zeit viel weniger Neufahrzeuge gekauft werden. „Am Ende bleibt nur verbrannte Erde.“ , sagt Ferdinand Dudenhöffer auf stern.de. Der Professor für Automobilwirtschaft meint, die Händler ließen sich vom Staat blenden. „Viele Verkäufer denken zu kurzfristig.“ Die große Ernüchterung werde spätestens in einem Jahr kommen.

Ich würde jetzt mal großzügig ein Unentschieden geben. Zwar ist im Jahr nach der Abwrackprämie der Neuwagenverkauf zurückgegangen (das konnte jedes Kind vorhersagen), aber der Markt und die Wirtschaft hat sich sehr schnell wieder erholt. Ein Massenhändlersterben ist nicht eingetreten. 1:2 gegen Dudenhöffer.

Aber warum dann vorher diese Aussage von Dudenhöffer: „Sinnvoller ist da noch die Idee einer Verschrottungsprämie. Das nimmt alte Autos aus dem Markt und stärkt das Neugeschäft.“ (Focus vom 19.11.2008).

Für den Widerspruch in seinen Aussagen: 1:3 gegen Dudenhöffer.

„GM und seine Töchter“ (Stern vom 18.02.2009). Dudenhöffer meint, dass Opel mit seinen Standorten in Deutschland keinen Gewinn erzielen kann. Dudenhöffer sieht das Problem nicht in der Größe: „Es wird sehr schwer sein, ist aber nicht unmöglich. Der Markt hat gezeigt, dass die Größe nicht wichtig, sondern wie flexibel ein Unternehmen produzieren kann.“ Porsche könne es, General Motors eben nicht.

Opel ist bisher tatsächlich nicht flexibel genug, um Gewinne zu erzielen. Auch gebe ich Dudenhöffer recht, dass die Größe eines Herstellers kein Kriterium für den Erfolg ist. Nur noch 2:3 gegen Dudenhöffer.

In diesen Zusammenhang ist seine Aussage zu Saab sehr aufschlussreich: Saab benötigt eine Größe (Stückzahl) von 300.000 bis 400.000 Fahrzeugen jährlich, um zu überleben (E24 vom 25.03.2011).

Seltsam, dass die Aussage Dudenhöffers im Stern offensichtlich nicht für Saab als einer der flexibelsten Produzenten weltweit gilt. Alleine dieser Widerspruch in seinen eigenen Aussagen ist verräterisch und zeugt neben den offensichtlich falschen Fakten auch von fehlender Objektivität. Schon der Spyker-Bericht 2010 zeigt, dass Saab gerade nicht solche utopischen Stückzahlen braucht. Mir ist auch nicht klar, wie Dudenhöffer auf die Zahl 400.000 kommt. Sergio Marchionne meint ja, man bräuchte 6 Millionen Fahrzeuge im Jahr! 2:4 gegen Dudenhöffer.

Und nochmals zu Saab: Dudenhöffer geht davon aus, dass Saab das Jahr 2009 nicht überlebt (stern am 20.02.2009). „Der Zusammenbruch von Saab wird erst der Anfang, das Jahr 2009 wird voraussichtlich das Verschwinden weiterer Automarken erleben. Das Ende von GM-Marken wie Pontiac und Saturn ist bereits angekündigt (…), sagt Dudenhöffer.

Das Jahr 2011 beweist das Gegenteil, weder Saab noch weitere Marken sind vom Markt verschwunden. 2:5 gegen Dudenhöffer.

„Saab hat überhaupt keine Chance (N24, 27.01.2010). Aussage von Dudenhöffer zur Übernahme durch Spyker.

Saab hat sehr wohl zumindest eine Chance, hat sie ein Jahr lang schon genutzt und scheint sie auch mit vielen neuartigen Produkten weiter wahrzunehmen. 2:6 gegen Dudenhöffer.

Man könnte die Auflistung noch weiterführten, die Tendenz ist aber eindeutig. Es kann sich ja jeder selber ein Bild von unserem Automobilpapst machen. Interessant noch dieser Artikel aus dem Manager-Magazin. Der Fairness halber aber auch noch dieser Link zu diesem Thema.

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Der Rücktritt von JAJ

Einer der Retter von Saab, der Vorsitzende Jan Ake Jonsson (JAJ), hat überraschend angekündigt, zum 19. Mai 2011 von seinem Posten als CEO zurückzutreten (Beitrag mit PM). Bis ein Nachfolger gefunden ist, wird Victor Muller den CEO-Posten kommissarisch übernehmen. JAJ wird noch bis zum 1. September 2011 dem Saab-Vorstand angehören, um einen fließenden Übergang zu sichern und Saab weiter zu unterstützen.

JAJ ist am 18. September 1951 in Valdemarsvik geboren. Nach einem Wirtschaftsstudium an der Universität Uppsala war JAJ ab 1973 bei Saab beschäftigt. JAJ war zunächst in der Entwicklungsabteilung in Nyköping aktiv. Seit 1990 war JAJ in verschieden Führungspositionen für Saab und auch für GM tätig, davon die letzten 6 Jahre als Vorstandsvorsitzender der Saab Automobile AB. 2010 erhielt JAJ den Swedish Business Award für seine herausragenden Leistungen.

Jan Ake Jonsson (Foto: © Saab Automobile AB)

Ich bin davon überzeugt, dass jetzt sofort die Spekulationen kommen werden. Zum eine wird behauptet werden, dass JAJ zurückgetreten ist, weil er die (angeblich) angestrebten Verkaufszahlen nicht erreicht hat oder nicht erreichen konnte. Zum anderen wird natürlich vermutet werden, dass es Differenzen zwischen Victor Muller und JAJ gegeben hat. Des weiteren kommen natürlich gleich die Spekulationen, dass Saab am Ende sei und JAJ das sinkende Boot verlassen hätte. Die ersten derartigen Spekulationen breiten sich gerade in der schwedischen Presse aus. Dabei wird auch der selbsternannte Experte Ferdinand Dudenhöffer aktiv, der natürlich wie gehabt den baldigen Untergang von Saab beschwört. Peinlich ist dabei, dass Dudenhöffer noch nicht einmal die aktuelle Entwicklung bei Saab kennt und z.B. davon ausgeht, dass Spyker keine Zulieferer, Produktion, u.ä. hat. Dass Saab ein eigenständiger und vollständig ausgestatter Automobilhersteller mit einer der effektivsten Fabriken weltweit ist, die mit Spyker Automotive produktionstechnisch gar nicht zusammenhängt, hat der Professor wohl bis heute nicht begriffen. Dies ist aber nichts neues, wenn man seine bisherigen Aussagen mal der tatsächlichen Entwicklung gegenüberstellt (siehe auch hier).

Bisher gibt es zu solchen Spekulationen keinerlei Fakten. Der Text der PM von Saab lässt diese Schlüsse, die z.B. unser deutsche Uni-„Experte“ verbreitet, auch nicht zu. Allerdings wird man solche Differenzen auch nicht offiziell bekannt geben. JAJ sagt selbst, dass er in den letzten Jahrens seine Familie kaum gesehen hat und sich mehr um sein Privatleben kümmern möchte. Auch sagt JAJ, dass er seinen Rücktritt mit VM schon lange vor der Ankündigung mit VM und dem weiteren Saab-Vorstand abgestimmt hat.

Dies ist nach meiner Einschätzung sehr glaubwürdig. JAJ hat in den letzten 3 Jahre wohl einen der härtesten Jobs in Europa inne hatte. JAJ hat eigentlich gleichzeitig 3 Jobs ausgeübt. Es muss daher schon extrem anstrengend sein, gleichzeitig mit Käufern über den Verkauf der eigenen Firma zu verhandeln, in langen Gesprächen GM zu überzeugen, Saab nicht zu schließen und dann noch „nebenbei“ das operative Geschäft der Saab Automobile AB zu führen.

Es ist in Schweden durchaus üblich, beruflich für die Familie zurückzustecken. Im Gegensatz zu anderen Staaten ist es z.B. auch bei Männern höheren Positionen unüblich und fast schon gesellschaftlich geächtet, keine Auszeit zur Kindererziehung nehmen. Auch ist es völlig üblich, wichtige Meetings abzubrechen, weil man die Kinder zur vom Kinderhort festgelegten Uhrzeit abholen muss.

Auch wäre der Ablauf bei einem Rausschmiss oder einem Zerwürfnis ein anderer gewesen. In solchen Fällen hätte man sich zum nächstmöglichen Zeitpunkt sofort „im gegenseitigen Einvernehmen“ getrennt. Gerade dies passiert hier nicht. Auch würde dann nicht JAJ vom Saab-Vorstand und VM in den höchsten Tönen gelobt.

Im übrigen wird von der EIB selbst dementiert, dass man VM wegen der aktuellen Vorgänge bei Saab zu einem Gespräch einbestellt hätte. Die EIB kann keinen ausgewöhnlichen und kreditgefährdeten Vorgang bei Saab erkennen.

Ich danke JAJ für seine aufopferungsvolle Tätigkeit! JAJ hat sich sehr um Saab verdient gemacht und gehörte neben Victor Muller, Wladimir Antonow, Steven Ward (der Swade aus Tasmanien) und weitern Personen zu den Rettern von Saab. Hoch anzurechnen ist ihm auch, dass er im Frühjahr 2010 ein Angebot von Volvo, dort CEO zu werden, abgelehnt hat.

Ich hatte im Mai 2010 die Gelegenheit, JAJ während der Mille Miglia in Italien kurz kennenzulernen und kann auch aus diesem Grund sagen dass der Weggang von JAJ ein echter Verlust für Saab ist. Ich hoffe nur, dass Saab und Victor Muller einen entsprechenden  Ersatz finden können. Laut VM wäre es schön, einen schwedischen Nachfolger für JAJ zu finden. Dies sei aber keine zwingende Voraussetzung.

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Spyker Cars N.V. veröffentlicht den Jahresbericht 2010

Die Saab-Mutter Spyker Cars N.V. hat heute ihren Jahresbericht 2010 veröffentlich. Die Spyker Cars N.V. Holding ist nicht zu verwechseln mit dem Sportwagenhersteller Spyker Automotive. Dieser wurde kürzlich an die CPP Global Holding um den russischen Investor Wladimir Antonow verkauft, der auch bei Saab einsteigen will und dabei hohe Summen investieren möchte.

Spyker Cars N.V. erzielte 2010 einen Umsatz von 819 Mio. Euro. 301 Mio. Euro Umsatz wurden alleine im 4. Quartal 2010 erreicht. Spyker Cars erwirtschafttete im Jahr 2010 einen operativen Verlust von 140 Mio. Euro. Darin enthalten sind die Verluste der Saab Automobile AB.

Die Ergebnisse des Sportwagenherstellers Spyker Automotive sind zwar im Umsatz, aber nicht im operativen Verlust enthalten. Dies hat bilanztechnische Gründe, da man den beabsichtigten und zwischenzeitlich vollzogenen Verkauf von Spyker Automotive bereits 2010 bilanziell berücksichtigt hat. Der Verlust von Spyker Automotive befindet sich neben anderen Verlusten im Posten „Result after Tax from discontinued operations“.

Die in Klammern gesetzten Zahlen bedeuten negative Werte!

Insgesamt produzierte Saab im Jahr 2010 32.048 Fahrzeuge. Im Jahr 2009 waren es 20.905. Im Spyker-Ergebnis und in den Verkaufszahlen von Saab zeigen sich ganz klar die Auswirkungen der GM-Krise und verzögerten Verkaufs von Saab an Spyker. Der operative Verlust von Saab mit ca. 140 Mio. Euro ist angesichts der Tatsache, dass die Produktion und auch der Verkauf im 1. Quartal völlig am Boden lag und im Hinblick darauf, dass 2010 im Gegensatz zu 2009 keine positiven Sondereffekte eintraten erstaunlich gering. Man kann davon ausgehen, dass die Annahme von Saab-Spyker, ab 80.000 produzierten Einheiten in der Gewinnzone zu sein, passen könnte.

Weitere Infos zu den Produktionszahlen von Saab im Jahr 2010 hier.

Vollständiger Spyker Jahrebericht 2010

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Aktuelle Neuigkeiten aus dem Hause Saab

Saab hat heute einige Pressemitteilungen veröffentlicht. Die herausragendste und überraschenste war sicherlich die Bekanntgabe des geplanten Rücktritts des Saab-Vorsitzenden (CEO) Jan Ake Jonsson.

Dazu habe ich einen eigenen Beitrag hier erstellt.

Es gibt aber auch weitere interssante Infos von Saab:

  • Der Saab-Eigentümer Spyker Cars N.V. veröffentlicht den Jahresbericht 2010. (Saab-PM)
  • Saab erneuert das Vertriebsnetz in China. Importeur für den chinesischen Markt wird die chinesische CACT-Gruppe. Der Verkauf von Saab-Fahrzeugen in China soll im 2. Halbjahr 2011 beginnen. (Saab-PM)
  • Saab ernennt auch einen neuen Importeur für den russischen Markt, die Moskauer Armand Gruppe. Diese soll das Vertriebsnetz von Saab in Russland wieder aufbauen. (Saab-PM)

 

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Saab CEO Jan Ake Jonsson tritt zurück

Die Saab Automobile AB hat heute folgende Pressemitteilung zum Rücktritt von Jan Ake Jonsson (JAJ) herausgegeben:

Trollhättan, Schweden: Saab Automobile teilte heute mit, dass Jan Åke Jonsson mit Wirkung vom 19. Mai 2011(dem Tag der Jahreshauptversammlung von Spyker Cars N.V.) aus eigenem Entschluss von seiner Position als President und CEO von Saab Automobile AB („Saab Automobile“) zurücktritt.

Die Suche nach einem Nachfolger für Jan Åke Jonsson wurde bereits in die Wege geleitet. Johnson hat sich bereiterklärt, der Unternehmensführung von Saab Automobile für eine reibungslose Übergabe der Amtsgeschäfte bis zum 1. September 2011 zur Verfügung zu stehen. Bis zur Ernennung des Nachfolgers von Jan Åke
Jonsson wird Victor Muller neben seiner Rolle als Chairman of the Board befristet die Aufgaben des President und CEO von Saab Automobile AB wahrnehmen.

 

Jan Ake Jonsson (Foto: © Saab Automobile AB)

Jan Åke Jonsson sagte zu seiner Entscheidung: „Ich habe fast meine gesamte 40-jährige berufliche Laufbahn Saab Automobile angehört, davon annähernd sechs Jahre als Leiter des Unternehmens. Die letzten drei Jahre waren, wie man sich denken kann, überaus beanspruchend und ich war gezwungen, mich ausschließlich auf meine Aufgaben zu konzentrieren. Jetzt ist es an der Zeit, mich wieder mit Dingen zu befassen, die hinter meinen Verpflichtungen gegenüber Saab Automobile zurückstehen mussten.

Wir haben bereits so vieles erreicht, das andere für unmöglich gehalten haben. Ich bin überzeugt, dass sich Saab Automobile auf dem richtigen Weg befindet und bis Oktober 2012 – dem Zeitpunkt der Einführung der nächsten Generation der Modellreihe 9-3 – sein gesamtes Produktportfolio erneuert haben wird. Gleiches gilt für die Neuausrichtung als eigenständiges Unternehmen mit einem finanziell soliden Geschäftsmodell.”

Victor Muller, Chief Executive Officer von Spyker Cars N.V. und Chairman von Saab
Automobile, sagte: „Jan Åke Jonsson ist nicht nur maßgeblich für das Fortbestehen von Saab Automobile verantwortlich, er hat auch entscheidend an der Überführung von Saab in ein eigenständiges Automobilunternehmen mitgewirkt. Ich bedauere sein Ausscheiden außerordentlich, verstehe und akzeptiere jedoch seine Gründe. Sein Job zählte in den letzten Jahren zu den schwierigsten in ganz Schweden und ich bin ihm dankbar, dass er sein Wissen und seine Erfahrung an die Managementteams von Saab Automobile und Spyker Cars N.V. weitergegeben hat. Jan Åke Jonsson war wegbereitend bei der Schaffung der Plattform, die es Saab ermöglicht, ein starker und unabhängiger schwedischer Automobilhersteller zu werden.“

Hans Hugenholtz, Vorsitzender des Aufsichtsrates von Spyker Cars N.V., sagte: „Wir verdanken Jan Åke Jonsson und seinem unnachgiebigen Einsatz bei der Überwindung der Schwierigkeiten, denen Saab in den Jahren 2008 bis 2010 gegenüberstand, so viel. Er hat ein engagiertes Managementteam zu Leistungen geführt, die weit über das hinausgehen, was man von ihm erwartet. Er wird in Zukunft mehr Zeit für die Menschen haben, die ihm nahestehen, und dazu  wünschen wir ihm alles Gute.“

Mein Dank gilt JAJ für die unglaubliche Arbeit, die er in den letzten Jahren insbesondere zur Rettung von Saab geleistet hat!

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Antonow will 350 Millionen Euro in Saab investieren

Der russische Investor Wladimir Antonow, der bereits Spyker Cars gekauft hat, möchte weiterhin mit seinen Partnern massiv in Saab investieren. Gegenüber der schwedischen Zeitung Dagens Industri teilte Antonow mit, dass er mit weiteren Investoren bereitsteht, um sich mit 350 Millionen Euro an Saab zu beteiligen.

Da Antonow noch für seine Beteiligung die Genehmigung der Europäischen Investmentbank als Kreditgeber von Saab benötigt, wird spekuliert, dass er mit dieser Investmentsumme den EIB-Kredit vorzeitig ablösen will. Damit könnte Antonow unverzüglich Miteigentümer von Saab werden.

Weiterhin hält Antonow am Plan einer Saab-Fabrik in Russland für den russischen Markt fest. Zuvor müsse jedoch in Russland noch ein neues Saab-Vertriebsnetz aufgebaut werden.

Antonow hat kürzlich seine Anteile an der russischen Investment Bank verkauft. Des weiteren will Antonow mit seiner lettischen Bank Krajbanka expandieren und Zweigstellen in Schweden gründen. Antonow ist neben der Beteiligung an der russischen Snoras Bank auch Anteilseigner der Investmentfirma Convers Group. Das Investment-Kapital von Convers beträgt 4,4 Milliarden Euro, davon 450 Millionen Euro Eigenkapital. Das notwendige Kapital hat Antonow also problemlos zur Hand!

Bericht in der DI (auf schwedisch)

 

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Saab rockt…

Geht es nur mir so? Oder haben auch andere den Eindruck, dass sich bei Saab zur Zeit enorm viel bewegt?

Nach der Trennung von GM begann es ja etwas schleppend. Das lag wohl daran, dass man das von GM zerschlagene Porzellan erstmal wieder zusammensetzen musste. Aber wenn man sich jetzt mal die geplanten und eingeführten Neuentwicklungen von Saab anschaut, dann merkt man, was in dieser Firma in kürzester Zeit alles möglich ist.

  • Verbrauchssenkung der Benzinmotoren,
  • Verbrauchsenkung der Dieselmotoren,
  • Stärkster Dieselmotor mit einem CO2-Ausstoß von unter 119 g/km weltweit (1.9 TTiD mit 180 PS),
  • Saab wird als erster Hersteller eine gesamte Fahrzeufreihe mit serienmäßigem Hybridmotor herausbringen (eXWD im Saab 9-3III),
  • Weltweit erstes echte Multimediasystem serienmäßig in einer Modellreihe (IQon im Saab 9-3III),
  • Ausweitung der Geschäftsfelder durch Gründung von Gemeinschaftsunternehmen mit Zulieferern (ZF Sverige AB).

Das Saab IQon-System (Foto: © Saab Automobile AB)

Andere Hersteller (BMW, Mercedes, VAG) entwickeln an solchen System seit Jahren herum und nichts bewegt sich. Gleichzeitig sieht man wie sehr der Moloch GM und die GM/Opel-Organisation in Europa Saab ausgebremst und auch sich selbst damit geschadet haben. Bestes Beispiel: Saab wollte schon 2008 die verbrauchsärmeren 1.9 TTiD-Diesel entwickeln. Dies wurde von der Opel-Zentrale in Rüsselsheim verhindert mit der Begründung, solche verbrauchärmeren Motoren würden von den Kunden nicht gefordert. So sehr kann man sich täuschen! Bis heute hat Opel keinen entsprechenden umweltfreundlichen Dieselmotor im Angebot.

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Alle Saab-Modelle ab 1979 E10-tauglich

Nach Angaben von Saab sind alle in Saab-Modellen eingesetzte Benzin-Motoren ab 1979 E10-tauglich.

DAT-Liste zur E10 Tauglichkeit

Saab weist allerdings darauf hin, dass gerade bei älteren Modellen Kunststoff- und Gummiteile bei älteren Modellen angegriffen werden, so dass diese früher ausgetauscht werden müssen.

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JD Powers Report: Saab zuverlässiger als der Durchschnitt

JD Powers hat die ihre Zuverlässigkeitsstudie veröffentlich, die auf mehr als 43.000 Antworten von Autobesitzern basiert. Dabei wurde die Zuverlässigkeit von 3-jährigen Gebrauchtwagen in den USA erfasst. Messwert ist die Anzahl der Probleme pro 100 Fahrzeuge je Marke. Je geringer dieser Wert ist, umso zuverlässiger sind die Fahrzeuge der jeweiligen Fahrzeugmarke. Die durchschnittliche Rate beträgt diese Jahr 151 Probleme pro 100 Fahrzeuge. Das ist der niedrigste Durchschnitt seit der ersten Erstellung des Reports 1990. Beim letzten JD Powers Report betrug der Durchschnitt 170 Probleme pro Fahrzeug. Weiterlesen

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Saab unterzeichnet Liefervereinbarung mit ZF

Pressemitteilung von Saab:

Mit einer Vereinbarung zur Errichtung einer Unterbaugruppen-Produktion in Kooperation mit dem ZF Unternehmensbereich Antriebs- und Fahrwerkkomponenten treibt Saab Automobile seine Unternehmensstrategie weiter voran. ZF ist ein international führender Zulieferer von Antriebs- und Fahrwerkkomponenten.

Die Produktionsstätte soll in Halvorstorp, nur drei Kilometer vom hochmodernen Saab Montagewerk in Trollhättan entfernt, gebaut werden. Sie wird nach dem Just-in-time-Prinzip und mit schlanken Produktionsverfahren vordere Hilfsrahmen und komplette Hinterachs-Baugruppen für die nächste Generation von Saab Fahrzeugen liefern.

Der Vertrag sieht vor, dass das Werk von ZF als Tochterunternehmen mit der Bezeichnung ZF Sverige AB geführt wird; die Mitarbeiterzahl wird voraussichtlich bei 50 liegen. Im Presswerk in Trollhättan werden große Hilfsrahmen-Rohlinge gestanzt und anschließend bei ZF Sverige zusammengeschweißt und vormontiert. Ebenso werden die hinteren Hilfsrahmen mit Radaufhängungs- und Bremsenkomponenten zu kompletten Hinterachs-Baugruppen zusammengesetzt. Sämtliche Teile werden dann zum Montagewerk zurücktransportiert und in der Fertigungsstraße in die Fahrzeuge eingebaut.

Die unmittelbare Nachbarschaft von ZF zum Saab Werk erleichtert die gemeinsame Entwicklung von Bauteilen und ermöglicht eine eng gekoppelte Qualitätskontrolle. Außerdem sinken die Transportkosten, und die Bauteile-Bevorratung im Werk in Trollhättan entfällt.

Die Tatsache, dass die ZF Produktionseinrichtung in Halvorstorp Teile eines bereits von Saab Automobile geleasten Geländes nutzt, verdeutlicht den neuen unternehmerischen Ansatz von Saab bei der Zusammenarbeit mit wichtigen Zulieferern. Die Produktion wird mit der Einführung des komplett neuen Nachfolgemodells des Saab 9-3 im nächsten Jahr anlaufen; ähnliche Verfahrensweisen für zukünftige Saab Modelle, die sich die neu entwickelte modulare Fahrzeugarchitektur von Saab Automobile zunutze machen, werden folgen. Dass ein Fahrwerks-Zulieferer in unmittelbarer Nähe zum Saab Werk eine Produktionsstätte errichtet, ist ein Novum; auch die Tatsache, dass ZF eine Einrichtung in Skandinavien betreibt, ist neu. Langfristig wird ZF Sverige auch in der Lage sein, Bauteile und Komponenten für andere schwedische Firmen herzustellen.

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Designvergleich Saab 9-5I und Saab 9-5II

Wie hat sich das Design vom letzten 9-5I zum 9-5II verändert? Ich habe mal ein paar Fotos gegenübergestellt. Leider fehlen mir noch gute Fotos von der Seitenlinie des 9-5II Sportkombis. Daher fehlt der Vergleich der Seitenlinie der Sportkombis noch.

Saab 9-5 Limousine und Sportkombi von vorne:

Saab 9-5 Sportkombi von hinten:

Saab 9-5 Limousine Seitenansicht:

Beim Vergleich der Fahrzeugfront erkennt man doch viele familiäre Verbindungen zwischen 9-5I und 9-5II. Hier hat der Standard-9-5II viele Designelemente des 9-5I übernommen. Die Aero-Version des 9-5II unterscheidet sich jedoch stärker. Im Frontbereich greift der 9-5II Aero deutlich auf Designelemente der Studie Aero X zurück.

Interessant ist, dass sich das Heckdesign von 9-5I und 9-5II doch stärker unterscheiden. Insbesondere im Heckbereich ist der 9-5II aus meiner Sicht deutlich eleganter geworden und bietet mehr interessante Details.

Überraschenderweise ist die Seitenlinie von 9-5I und 9-5II doch recht ähnlich. Aber auch hier schafft es der 9-5II, zum einen eleganter zu wirken und zum anderen auch mehr saab-typische Designelemente aufzuweisen.

Fotos: © Saab Automobile AB (die besseren) und Tauentzien (die schlechteren, Nr. 1, 3, 4)

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Update: Die neue Phoenix-Plattform für den Saab 9-3III

In diesem Artikel hatte ich über die neue Phoenix-Plattform berichtet, auf die der Saab 9-3III ab 2012 basieren soll. Zwischenzeitlich gibt es einen Autocar-Artikel, der berichtet, dass die PhoeniX-Plattform nicht auf der GM-Epsilon I-Plattform aufbaut, sondern von Saab neu entwickelt wird. Diese „neue“ Plattform soll eine Fahrzeuglänge von 4,2 Meter nis 5,5 Meter abdecken. Dabei reiche die mögliche Fahrzeugspanne von einem 9-2 bis zu einem 9-7X. An der Vorderachse komme eine McPherson-Achse zum Einsatz kommen. Die Hinterachse bestehe aus einer Mehrlenkerachse („‘race-car style’ five-link rear axle“), die in einem neuen schwedischen Werk bei ZF hersgestellt werde. Zusätzlich soll die Plattform von Scania inspiriert sein, da wie bei Scania einzelne Komponenten der Plattform einfach modernisiert werden können, ohne dass gleich die ganze Plattform neu konstruiert werden muss.

Autocar-Artikel

Autocar bezieht sich auf verschiedene Aussagen von Saab, Victor Muller und Wladimir Antonow.  Insbesondere die Längenangaben stammen aus dem kontroversen Interview Antonows. Offensichtlich glaubt Autocar, dass Saab die Weiterentwicklung der GM-Plattform eingestellt hat und jetzt am Reissbrett eine neue Plattform entwickelt.

Nach den bisherigen Informationen gibt es aber keinen Hinweis, dass es sich um eine ganz neu entwickelte Plattform handelt. Saab spricht zwar immer von einer neuen Plattform, jedoch wurde auch immer gesagt, dass es sich um eine weiterentwickelte Epsilon I-Plattform handelt. Diese wird in der Länge sehr flexibel werden. Da bei den Saab-Fans eine GM-Plattform immer ein „Geschmäckle“ hat, betont man bei Saab naturgemäß den hohen Anteil der Eigenentwicklung an der neuen Plattform. Inwieweit es sich jetzt um eine tatsächlich neue Plattform handelt und welcher Anteil daran noch von GM stammt, muss man abwarten. Interessant sind aber die weiteren Details der Phoenix-Plattform. Mal sehen, ob die Autocar-Angaben dazu stimmen…

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