NEVS und die Motoren

Wie ich schon im vorhergehenden Artikel geschrieben habe: Es geht los bei NEVS – und zwar wohl noch dieses Jahr. Aber es bleiben viele Fragen offen. Einer der spannensten Fragen ist, welche Motoren NEVS im Saab   9-3II MY2014 verwenden wird. Hier gibt es bislang keine offiziellen Informationen. Es gibt aber einige inoffizielle Informationen, die im Internet herumgeistern. Gleich vorweg: Ob diese inoffiziellen Informationen insgesamt richtig sind, kann ich nicht beurteilen. Seit heute geistert auf jeden Fall das Gerücht in der Webgemeinde, dass NEVS zunächst den zuletzt bei Saab verwendeten GM-Motor (A20NFT Direkteinspritzer) der Griffin-Modelle wieder einsetzen wird. Dieses Gerücht erscheint mir recht plausibel. Denn es gibt weitere „mehr gesicherte“ Informationen dazu.

  • NEVS will die Produktion in homöopathischen Dosen starten. Auf Saabsunited spricht man von ca. 5 Fahrzeugen am Tag. Dies wären ca. 150 Fahrzeuge im Monat. Nach einiger Zeit will NEVS die Produktionsrate dann nach und nach steigern.
  • NEVS hat angeblich ca. 3.000 GM-Motoren aus der Saab-Insolvenzmasse herausgekauft (bzw. diese waren Teil des gekauften Unternehmens). Diese sollen zunächst verwendet werden, es besteht angeblich keine direkte Lieferbeziehung zu GM.
  • Die mit diesen GM-Motoren gebauten 9-3 sollen bereits jetzt vor Produktionsbeginn vollständig an drei chinesische „Institutionen“ verkauft worden sein.
  • NEVS baut zunächst den Saab 9-3 Griffin relativ unverändert weiter. NEVS will dann sehr zeitnah nach dem Produktionsstart im Frühjahr/Sommer 2014 ein Facelift am Saab 9-3II Griffin vornehmen.

Wenn man diese (nicht bestätigten!) Informationen zusammen nimmt könnte alles einen Sinn ergeben. NEVS verwendet zunächst Restbestände, um dann zusammen mit dem Facelift im Sommer 2014 einen neuen Motor zu präsentieren. Bis Sommer 2014 sollte der Vorrat ausreichen. Damit wäre die Motorenfrage aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Aber welcher Motor könnte dann 2014 den Weg in den Saab 9-3II finden?

Zunächst das Naheliegende: Der BMW-Motor aus dem Mini, den sich viele Saab-Freunde wünschen. Der erscheint mir aber eine eher unwahrscheinliche Wahl zu sein. Der Motor ist zwar sehr gut, aber auch recht teuer im Einkauf. Finanziell gesehen gibt es da sicher bessere Alternativen. Auch ist BMW aufgrund der von Spyker nicht bezahlten Motorenlieferung beim Stichwort Saab etwas gebrandmarkt. Gut, Saab hat einen neuen Eigentümer. Aber die Geschichte dürfte sicher noch in den Köpfen der BMW-Verantwortlichen herumspuken.

Neben BMW gibt sicher noch einige andere vernünftige Motorenhersteller, aber auch viele ungeeignete Motoren. Die Motorenfrage bleibt also weiterhin offen. Aus meiner Sicht hängt die Motorenfrage ziemlich direkt mit den geplanten Absatzmärkten zusammen. Da dürfte der asiatische Raum unter Umständen andere Präferenzen als der europäische oder der US-Markt haben. Da NEVS bisher keinerlei Marketing oder ein Vertriebsnetz in Europa und Nordamerika aufgebaut hat, erscheint es mir relativ sicher, dass wir weder 2013, noch 2014 und wohl auch noch nicht im Frühjahr 2015 einen Saab in diesen Märkten sehen werden. Nach der NEVS-Planung sollte dann der Saab 9-3II endgültig in Rente geschickt werden. Dann bräuchte man auch keinen Spitzenmotor für diese Märkte, sondern könnte für Asien einen einfacheren Motor nehmen. Dies dürfte vielen Saab-Fans nicht schmecken. Aber das Interesse an den Saab-Fans ist bei NEVS ja nicht ganz so deutlich ausgeprägt…

Aber: Bisher ist nichts offiziell bestätigt, es gilt wieder das von uns oft gehörte Wort: Abwarten!

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12 Antworten zu NEVS und die Motoren

  1. Robert Müller schreibt:

    laut nevs Site:

    Product range

    Development work for the first electric vehicle is in progress, and launch is planned for early 2014. The initial EV model is based on Saab 9‑3 technologies, enhanced and modified for electric drive.

    We also plan to resume production of some parts of the existing Saab 9‑3 product family. A feasibility study for this decision is conducted together with our suppliers.

    The 9‑3 platform will be replaced by a new platform where the Phoenix architecture is one of the assets which will be put to use

    siehe da, weiter so, bald gibt’s dann wieder neue Saabs!

  2. Jörg schreibt:

    Zitat „Der BMW-Motor aus dem Mini, den sich viele Saab-Freunde wünschen.“

    1. Der „BMW-Motor“ ist ein PEUGEOT-Motor, den BMW im Mini einsetzt.
    2. Der MINI ist ein Kleinwagen. Warum sollte ein Kleinwagen-Motor in einem Mittelklasse-Automobil eine gute Figur machen? Wenn schon, dann müssten hier die Motoren eingebaut werden, die im 3er -BMW eingebaut sind. Das wäre die gleiche Klasse!
    3. Warum sollten sich viele SAAB-Freunde den Einsatz eines Kleinwagen-Motors wünschen? Woher hat der Verfasser diese Info?

  3. Karl schreibt:

    Der Einbau von Benzinmotoren ist ja nur eine Übergangslösung, es ist doch erklärte Absicht in Zukunft einen elektrischen Antrieb zu verwenden. Für den Übergang reichen daher die Restbestände der GM-Motoren. Im 9-3 der jetzt wieder aufgelegt wird, wird mit Sicherheit kein „neuer“ Benzinmotor mehr eingebaut.
    Ob in einem Nachfolger ist ungewiss, genauso ungewiss es ist ob der jemals in Trollhättan vom Band laufen wird. Warten wir’s ab.
    Zum Schluss noch was positives: Radio P4 hat am 20.11.2013 bestätigt, dass der NEVS-SAAB zur Europa-Homologation in den Niederlanden weilt. Es ist damit wahrscheinlich, dass der neue alte 9-3 auch in Deutschland zulassungsfähig sein wird.
    Trotzdem glaube ich noch immer nicht an eine langfristige Zukunft.
    Aber wenn, dann bitte ohne BMW-Triebwerk, auch wenn nur BMW draufsteht und Peugeot drinsteckt.

  4. Ganev schreibt:

    Was für Motoren waren die 2.3 Liter Triebwerke (mit und ohne Turbo), die in dem 9000er eingesetzt waren? Für jede Antwort bin dankbar.

    • Karl schreibt:

      Die 2,3 Liter wurden von Saab, früher Scania hergestellt. Die Wurzeln des Triebwerks liegen im Triumph-Motor aus den 60er, wie er auch zum Anfang im Saab 99 eingebaut wurde. Die erste Evolutionsstufe war der von Scania weiterentwickelte 2 Liter-Motor von 1972. Der 2,3 Liter wurde in der ursprünglich von Scania betriebenen Fabrik bei Södertälje gebaut. Obwohl er seine Wurzeln im alten 2 Liter hat, sind alle Bauteile abweichend von diesem. Ein besonderes Merkmal dieser Motorenreihe, zu der auch der 2 Liter gehört, wie er im 9-3 bis 2003 zu finden war, ist unglaublich Robusteit. Da die Entwicklung in den Händen von Scania lag, waren bei der Auslegung der Bauteile die Maßstäbe der LKW-Motore Grundlage.

      • Detlef Rudolf schreibt:

        Wenn die richtigen Leute bei NEVS an Bord sind (es kommen ja weitere Spitzentechniker aus der ehemaligen SAAB-Organisation dazu), ist es allemal besser, die Motorenentwicklung und Herstellung auf lange Sicht selbst zu bewerkstelligen als beispielsweise teuere Motoren von BMW zu ordern.

        Ich finde es hat ohnehin einen merkwürdigen Beigeschmack, wenn Motoren von Lieferanten kommen, die selber als konkurrierende Fahrzeughersteller aufgestellt sind – kann letztendlich eigentlich nicht die optimale Lösung sein.

        BMW würde mir persönlich aus verschiedenen Gründen noch weniger schmecken, als eine (befristete) Zusammenarbeit mit GM.

        • Frank Urban schreibt:

          Hallo, ich denke da grundlegend anders. Saab als Kleinsthersteller sollte sich nicht an Motoren verheben. Schliesslich kommen die Getriebe auch nicht mehr von Fahrzeugherstellern…
          Heute koennte man einen Autohersteller ja glatt virtuell ohne Werk aufstellen nur hat dazu noch keiner den Mut. Wie das Saab Cabrio koennte man bei Malmet, Magna Schweiz oder sonstwo die Autos fertigen lassen. Eigentlich ist so eine Fabrik bei Kleinstherstellern doch ein irrer Ballast um die auszulasten….

  5. Frank Urban schreibt:

    Magna Oesterreich natürlich

  6. Ganev schreibt:

    Danke, Karl!

  7. Robert Müller schreibt:

    Ich denk auch dass die Autoproduktion zunehmend virtueller wird,
    und ob jetzt der Motor von Peugeot oder BMW kommt ist doch schnurz,
    solange der was taugt…..

    BMW baut anerkannt gute Motoren, Peugeot ebens !

    Der Minimotor ist ein BMW Motor zusammen mit Peugeot entwickelt.
    genauso wäre einen gemeinsame Entwicklung mit z.B. Toyota möglich,
    Hauptsache das Ding hält lange, hat genug Durchzug und säuft nicht zu viel,
    ich denke da werden die Saabisti schon ein Händchen für haben,
    so gut wie der von Scania entwickelte im YS3D wird es nicht mehr,
    aber besser als ein Opel-Fiat-Konglomerat oder gar der Isuzu-Schrott allemal,
    da gehört nicht viel dazu…

  8. Robert Müller schreibt:

    Lass doch die alten Opel-GM 3000 Schrottmotoren an die Chinesen verhökern, wir bekommen dann die neuen und viel besseren,
    außerdem gibt für die ollen Dinger dann eh keine Ersatzteile mehr….
    was wollt Ihr mehr !

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