Saab Parts – Pressekonferenz mit Ausblick in die Zukunft

Die Nachrichten aus den offiziellen Saab Kanälen sind weiterhin recht dünn. NEVS stellt weiterhin Personal für den Produktionsstart ein. Wann der genau kommen wird und wieviel dann tatsächlich produziert wird, ist weiterhin unklar. Offensichtlich fehlen wohl immer noch ein paar Lieferanten im NEVS-Boot. Es steigt also die Spannung, aber an sich ist wenig los in der offiziellen Saab-Welt. Das ist wohl auch der Grund, warum die kurzfristig einberufene Pressekonferenz von Saab Parts doch mehr Medienecho erzeugt hat, als vom Ergebnis her notwendig gewesen wäre.

Kurz zum Sachverhalt: Saab Parts Chef Lennart Stahl hat sich gestern Nachmittag zu den Zukunftsplänen von Saab Parts offiziell geäußert. Wer jetzt allerdings tiefgreifend neue Informationen über die Neuausrichtung erwartet hatte, wurde – wie häufig bei solchen Pressekonferenzen – enttäuscht. An sich hat Stahl nichts neues vorgetragen.

Saab Parts wird sich in Orio AB umbenennen. Auch will man neue Geschäftsfelder im Bereich der Ersatzteilversorgung für andere Automarken und im Bereich Logistik erschließen. Diese neuen Geschäftsfelder sollen bis zum Jahr 2020 80 Prozent des Umsatzes von Saab Parts ausmachen. Daneben will man sich aber weiterhin um die Saab-Fahrer kümmern. Denn laut Lennart Stahl sind die 1 Million Saab-Fahrzeuge weltweit ein lukratives Geschäft.

Allerdings klingt aus meiner Sicht die Zusicherung der Aufrechterhaltung der Ersatzteilversorgung für „alte“ Saab-Fahrzeuge eher halbherzig. Lennart Stahl schränkt nämlich die Zusage der Ersatzteilversorgung durch den Satz „solange es eine Nachfrage gibt“ deutlich ein. Hier kann man dann überlegen, wann denn die Nachfrage so gering ist, dass Saab Parts nicht mehr liefert. Wenn man berücksichtigt, dass einige Teile trotz offensichtlich höherer Nachfrage für recht aktuelle Saab-Modelle seit Jahren nicht lieferbar sind, dann scheint mir diese „Solange-Nachfrage-Schwelle“ doch recht hoch zu sein. D.h. aus meiner Sicht, dass man bei Saab Parts offensichtlich recht schnell darauf verzichtet, ein nicht ganz so häufig geordertes Ersatzteil herzustellen.

Saab Parts wird voraussichtlich mit der Ersatzteilversorgung einen Umsatz von ca. 120 Mio. Euro im Jahr 2013 machen. Ich glaube bis zum Jahr 2020 nicht an eine magische Verfünfachung des Umsatzes von Saab Parts auf. Das wäre aber so, wenn man die 120 Mio. Euro Umsatz im Jahr 2013 und die gewünschten 80% Umsatzanteil des Neugeschäfts unreflektiert zusammenführt. Daher geht Saab Parts nach meiner Ansicht sicher davon aus, dass der Umsatz mit Saab Produkten deutlich zurückgehen wird. Ob dieser Umsatzrückgang dann einfach auf der naturgemäß abnehmenden Zahl von Saab-Fahrzeugen beruhen wird oder durch eine schlechtere Ersatzteilversorgung hervorgerufen, verstärkt oder sogar beschleunigt wird, bleibt abzuwarten.

Aus meiner Sicht stellt die aktuelle Entwicklung bei Saab Parts keinen so guter Ausblick für unsere Ersatzteilversorgung dar. Gerade wenn man sich im Vergleich dazu die Ersatzteilversorgung bei Rover nach der Insolvenz anschaut, dann ist diese auch 8 Jahre danach noch recht gut. Ersatzteile scheinen also auch bei nicht mehr produzierenden Marken ein lukratives Geschäft zu sein. Wenn es bei Rover funktioniert, dann sollte es auch bei Saab funktionieren. Hoffe ich zumindest für uns Saab-Fahrer.

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2 Antworten zu Saab Parts – Pressekonferenz mit Ausblick in die Zukunft

  1. Detlef Rudolf schreibt:

    Sehe ich völlig anders: SAAB-Automobile wird es künftig unter NEVS-Ägide weltweit geben – meines Wissens wird NEVS aber auch in Zukunft auf eine externe Ersatzteilversorgung durch die Orio AB setzen (der Kauf der Ersatzteilsparte steht bekanntlich erstmal nicht an).

    Um weitere Image-Schäden an der Marke SAAB zu vermeiden, wird NEVS sehr darauf drängen, dass auch für ältere Fahrzeuge sämtliche Teile bei der Orio AB erhältlich sind.

    Ob dann irgendwann NEVS die Ersatzteilversorgung selbst übernimmt bleibt abzwarten – aber auch in diesem Falle wird man 1oo%ig darauf bedacht sein, dass bereits erwähnte Marken-Image nicht zu gefährden und eine umfassende Teileversorgung für alle Modellreihen hinbekommen.

    Bei Rover gab es eine andere Entwicklung, die mit SAAB eigentlich nicht vergleichbar ist.

  2. Peter schreibt:

    Genau das ist der Punkt , dass NEVS sich seither nicht die Bohne um die früheren Fahrzeuge gekümmert hat , und es wird denen auch in Zukunft auch ziemlich Wurst sein was mit den Alten Saabs ist . Die möchten nach eigener Aussage ihr Geld in China verdienen wo es seither keine Saab`s gab. Die bauen jetzt auf die schnelle mal ein paar alte Saab´s mit Verbrennungsmotor um das Werk mal wieder in Betrieb zu nehmen und werden diese versuchen in China zu verkaufen um mal auch ein wenig Geld herein zu bekommen. Die Ziele von NEVS sind so früh wie möglich ausschließlich Elektroautos zu bauen und diese vornehmlich in Asien zu verkaufen , und mit dem künftigen neuen Werk in China auch dort zu bauen. Die Zukunft von Saab mit NEVS findet also vornehmlich elektrisch und im Osten statt. Warum also sollte NEVS ausgerechnet jetzt von Ihren Zielen abrücken und sich auf einmal um Europa oder Amerika und die dort noch auf den Strassen befindlichen alten Saab`s kümmern. Das haben die vorher nicht gemacht und das werden die auch in Zukunft nicht tun . Die zukünftigen Saab`s von NEVS werden , abgesehen von der ersten Serie , nichts mehr mit den Saab`s zu tun haben wie wir sie bis zum Baujahr 2011 kannten. NEVS ist eine neue Firma die den Namen benutzt . Um den Rest kümmert sich Saab Parts

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