Das Elektrokonsortium: National Electric Vehicle Sweden

So langsam scheint sich der Nebel zu lichten! Bisher gab es kaum Informationen, wer hinter dem sogenannten Elektrokonsortium steckt. Zunächst sollte es BAIC und Panasonic sein, zwischenzeitlich gehörte erst BAIC nicht und dann doch wieder dazu. Das gleiche konnte man über Panasonic lesen. Aktuell soll BAIC dabei sein, Panasonic aber nicht mehr. Die findige schwedische Presse hat jetzt wohl die Handelsregister abgeklappert und ist auf das Unternehmen National Electric Vehicle Sweden gestoßen.

National Electric Vehicle Sweden (NEVS) wurd kürzlich im Handelregister registriert. Das Unternehmen, das im April gegründet wurde, will sich mit der Entwicklung und der Herstellung von Elektrofahrzeugen und den dazugehörigen Teilen beschäftigen. Karl-Erling Trogen ist Vorstand der NEVS und interessanterweise ehemaliger leitender Angestellter bei Volvo Trucks. Und laut schwedischer Presse gibt es Verbindungen von NEVS zu Saab – sprich NEVS sei das Elektrokonsortium. Ob dies den allerdings den Tatsachen entspricht ist natürlich nicht sicher. Begründet wird diese Gleichsetzung von NEVS und Elektrokonsortium unter anderem durch die Tätigkeit von Trogen für NBE Sweden, einer Tochter des gleichnamigen chinesischen Unternehmens, dass sich im Umwelt-Sektor engagiert. Anteilseigner von NBE ist das chinesische Unternehmen Dragon Power Group, dass Biokraftstoffe herstellt.

Auch Lars Holmqvist, der ehemalige Vorsitzende der Zulieferervereinigung CLEPA, hat sich zu diesem Thema zu Wort gemeldet.Er fordert von den Insolvenzverwaltern eine schnelle Entscheidung. Man sehe, dass die Verwalter ihren „Schwung“ verlieren würden. Wenn eine Entscheidung nicht im ersten Halbjahr fällt, dann sieht Holmqvist für den Käufer große Probleme, die Fahrzeugproduktion in Trollhättan wieder aufzunehmen. Danach sieht er Volvo im Vorteil. Volvo habe nur Interesse an Teilen von Saab und dafür sei eine schnelle Entscheidung nicht notwendig.

Vom NEVS ist Holmqvist nicht begeistert. Zwar glaubt er nicht, dass die schwedische Regierung zu Gunsten von NEVS Einfluss nimmt. Allerdings hält er die Produktion von Elektrofahrzeugen mittelfristig nicht für sinnvoll an. Er will lieber eine richtige Automobilproduktion. Dies sei besser für die Beschäftigten und die Zulieferer.

In diesem Punkt gebe ich Holmqvist recht. Elektroautos haben nur einen sehr geringen Markt und sind höchstens eine kleine Ergänzung zum Programm eines Autoherstellers. Nicht klar sind allerdings die Pläne von NEVS. In der DI war heute zu lesen, dass das Elektrokonsortium jährlich 100.000 Hybrid-Fahrzeuge bauen will. Dies sind gerade keine Elektroautos, die bisher weltweit nur in Kleinserie gebaut werden. Auch der Saab 9-3III sollte ein Hybridantrieb – mit eXWD – erhalten. Wenn ein solcher Hybrid-Saab das Ziel von NEVS sein sollte, dann hätte ich dagegen nichts einzuwenden. Klar muss aber eins sein, auch zukünftig müssen in Trollhättan richtige Saabs vom Band rollen, die weiterhin die Saab-Werte beinhalten. Keine Kleinserien oder irgendwelche Billigprodukte, die das Label Saab tragen. Dann wäre für mich und viele andere das Thema Saab wohl erledigt. Bisher sind die Meldungen zum NEVS aber uneinheitlich und sehr spekulativ. Die Geschichte basiert ausschließlich auf „Insider-Infos“, NEVS wollte keine Stellungnahme abgeben. Also müssen wir weiterhin abwarten.

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2 Antworten zu Das Elektrokonsortium: National Electric Vehicle Sweden

  1. Saab-Fahrer schreibt:

    Mal angenommen, die Gerüchte um NEVS wären realistisch, wäre eine Neuausrichtung hin zu zukunftsfähigen (Antriebs-)Technologien durchaus logisch und nachvollziehbar. Saab hat als kleiner Automobilhersteller heute keine wirklichen Alleinstellungsmerkmale mehr, die der Firma einen dauerhaften sicheren Erfolg garantieren würden. So gute Autos wie Saab können andere auch bauen und das mit Gewinn. Aber alle anderen müssen neben der Entwicklung neuer Antriebstechnologien zusätzlich darauf achten, dass sich ihre beträchtlichen Investitionen in die Optimierung der konventionellen Antriebstechnologien armortisieren. Dies und die erforderliche Rücksicht auf ihre Massenkunden verlangsamen die Einführung von radikalen Innovationen bei den großen Automobilisten. Das Risiko, mit einer konsequenten Umstellung der Antriebstechnologien (konservativ orientierte) Kunden zu verlieren, ist bei den großen Automobilherstellern viel größer als bei Saab, wo durch die Insolvenz sowieso ein Schnitt entstanden ist. Also warum die Situation nicht nutzen, konsequent in neue Marktsegmente vorzustoßen und die Chance wahrnehmen, sich dort Wettbewerbsvorteile durch neue Alleinstellungsmerkmale zu sichern (analog der damals konsequenten Einführung von Turbomotoren in Saab-Fahrzeuge)?

  2. polar schreibt:

    Also mal ganz ehrlich. Dieses Verfahren entwickelt sich doch langsam zu einem Trauerspiel. Wie lange will man denn noch dieses Verstecken betreiben. So wichtig ist dann SAAB doch nicht ! Man verspielt hier nur noch das Image und in ein paar Tagen hört dann keiner mehr hin und richtig Fahrt hat die Sache auch nicht aufgenommen. Es dauert alles schon viel zu lange und selbst für eingefleischte SAAB-Fans ist es nur noch nervend–oder ?

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