Neues zu Saab – AAM, Victor Muller und Volvo

Direkte Neuigkeiten zu Saab gibt es nicht. Die Insolvenzverwalter prüfen weiterhin die Gebote und wir müssen weiter abwarten. In der Peripherie von Saab gibt es allerdings ein paar interessante Neuigkeiten. Und keine Angst, Victor Muller arbeitet jetzt nicht mit Volvo zusammen. Victor Muller und Volvo sind heute die zwei von drei Themen dieses Beitrags, haben aber nichts miteinander zu tun.

Zunächst zu Victor Muller:

Gestern war wieder etwas über Victor Muller in der Presse zu lesen. Sein alter – und ehemaliger – Geschäftspartner und früher Spyker-Vorstand Pieter Heerema hat sich über Muller geäußert. Heerema ist der Meinung, dass Saab hätte gerettet werden könne. Heerema glaubt, dass Victor Muller selbst das Problem war. Anstatt sich auf die Händler zu konzentrieren hätte Muller für Verkaufszahlen sorgen müssen. Heerema war Mitinvestor bei Spyker und wird wohl seine investierte Summe von ca. 20 Mio. Euro verlieren.

Die Sicht Heeremas ist seine Privatmeinung und sie sieht sehr nach „Nachtreten“ aus. Wir können nicht nachvollziehen, was zwischen den beiden vorgefallen ist und ob die Darstellung von Heerema der Wahrheit entspricht. Die Lösung „für mehr Verkaufszahlen sorgen“ ist für mich recht einfach und im Nachhinein billig dahergesagt. Heerema war im Spyker-Vorstand und hätte auch für „mehr Verkaufszahlen sorgen“ können. Außerdem ist es zwischenzeitlich für mich ziemlich uninteressant, fast im Boulevardstil geschriebene Artikel über das Verhältnis irgendwelcher Personen, die früher mal etwas mit Saab zu tun hatten, zu lesen. Für die Zukunft von Saab ist es ziemlich egal, was ein Pieter Heerema über einzelne Personen denkt.

Zu Volvo: Nach dem jetzt die Presse über Saab weniger negatives berichten kann, wendet man sich jetzt wohl Volvo zu. In der DI gibt es einen größeren Arrtikel, dass Volvo trotz Gewinnen im vergangenen Jahr keine Ertragssteuern gezahlt hat. Gerade in einem Land wie Schweden ist so eine Meldung eine ziemlich schlechte Werbung für Volvo. Dies ist in kurzer Zeit schon die nächste negative Pessemeldung über Volvo nachdem Volvo sich schon kritische Artikel über die beabsichtige „Leichenfledderei“ bei Saab gefallen lassen musste. Volvo hat ein Gebot für Teile von Saab abgegeben und will die Fabrikausstattung von Saab nach China verschiffen.

Daneben hat Volvo auf dem diesjährigen Auto Salon in Genf den neuen Volvo V40 vorgestellt. Der V40 ist 4,37 Meter lang und soll in der Kompaktklasse gegen den Audi A3 und den 1er BMW antreten. Bei der Motorenpalette des neuen V40 soll vom sparsamen Diesel mit einem Durchschnittsverbrauch von 3,6 Litern auf 100 Kilometern bis zum Turbo-T5-Benziner mit 254 PS für jeden Geschmack etwas dabei sein. Alle Varianten sollen über eine Start-Stop-Automatik und Bremsenergie-Rückgewinnung verfügen. 90.000 Fahrzeuge möchte Volvo vom neuen V40, dessen Markteinführung im September stattfinden soll, jährlich absetzen.

Volvo bricht mit dem V40 weiterhin mit guten Volvo-Traditionen. Es handelt sich entgegen der Modellbezeichnung nicht mehr um einen geräumigen Kombi, sondern um einen Lifestyle-Fünftürer. Volvo kopiert also den Audi A3 Sportback. Der Erfolg von Audi mag Volvo recht geben. Ich persönlich finde die Designlinie von Volvo mehr als enttäuschend. Schickes Design ist ja schön und gut. Aber zumindest etwas Nutzwert sollte schon vorhanden sein. Schon der neue V60 war für mich nach Betrachten des Kofferraums eher ein Witz. Wie kann man in ein so großes Auto einen so kleinen Kofferaum einbauen? Selbst der kleinere Volvo V50 hatte da deutlich mehr und vor allem viel nutzbareres zu bieten. Der V50 ist jetzt Geschichte und wird durch den kleineren und unpraktischeren V40 ersetzt. Schade, damit wird mich Volvo als Kunde nicht gewinnen können – aber das dürfte Volvo sicherlich egal sein…

Dann doch noch eine Saab-Meldung: Die Insolvenzverwalter haben neben dem Saab-Museum noch einen weiteren Saab-Vermögensgegenstand verkauft. Die Minderheitsbeteiligung an der e-AAM Driveline Systems AB. Saab hielt an diesem Joint-venture 1/3, American Axle & Manufacturing (AAM) 2/3 der Anteile. AAM besitzt jetzt damit auch alle Rechte am Saab Hybridantrieb eXWD (auch e-AAM genannt). Ob dies zukünftig ein Problem wird, bleibt abzuwarten. Ich bin von diesem Verkauf zwar nicht sonderlich angetan, aber grundsätzlich muss dies gar nichts ändern. Saab war auch bisher nur Minderheitsbeteiligter und der Hybridantrieb sollte auch an andere Hersteller vermarktet werden. Wahrscheinlich ist aber, dass der bisher vereinbarte Erstzugriff von Saab auf eXWD damit verloren gegangen ist.

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2 Antworten zu Neues zu Saab – AAM, Victor Muller und Volvo

  1. Saab RedJ schreibt:

    Ich will mich hier outen 😉
    Nachdem ich die ersten Bilder vom V40 gesehen hatte, habe ich darüber nachgedacht den V40 als PlanB für den zweiten Familienauto in Betracht zu nehmen. Aber dann habe ich die Bilder vom Innenraum gesehen…. Mir fällt kein Wort ein um es zu beschreiben.

    • blueperformance schreibt:

      Vor vielen Jahren habe ich auch mal den V50 2 Liter Diesel (PSA) Probe gefahren. Von aussen gefällig, das Interieur kam mir unvollendet und billig (nicht preiswert) vor. Da bleb es dann bis Juni 2011 beim 93 2.2 TiD.

      Aber zu Victor Muller.
      Ich bin kein Freund von ihm. Es liegt an Äusserlichkeiten und dem Auftreten. Nach den Recherchen zu Fouriertransform, dem schwedischen Automotive Cluster und querlesen der Spyker/ SWAN Reports muss ich aber zugeben, dass er mit vollem Elan PhoeniX unterstützt hat. Aber es bleibt die fehlende Transparenz. Aber es passiert und wir können die Zeit nicht zurückdrehen und Aktionen verbessern.

      Mir fehlt aber eine Situationsanalyse zu GM:
      Die Detroit Gang ist durch Europa technologisch gesundet (OPEL/ Saab Plattformen, DSG,..). Sie haben momentan Technologien, IP Rechte und kommend immer mehr Produkte auf dem Stand der Technik. Die Technologien kommen nicht zwingend von GM, evtl. gibt es auch Integrationsschwierigkeiten, aber momentan haben sie wieder aufgeschlossen. GM ist nicht zu unterschätzen. Vor vielen Jahren war Mercedes auch einmal technologisch abgeschlagen, wobei hier Mercedes den Turnaround selbst geschafft hat.

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