Saab: Verstärkung für die Insolvenzverwalter

Noch ist das Insolvenzverfahren bei Saab Automobile nicht beendet. Ganz im Gegenteil! Heute wurde in der schwedischen Presse bekannt, dass das Insolvenzgericht in Vänersborg sogar eine Ausweitung des Insolvenzverfahrens genehmigt hat. Denn die bisherigen Hauptinsolvenzverwalter benötigen ihrer Ansicht nach Verstärkung beim Saab-Insolvenzverfahren.

Die bisherigen Haupt-Insolvenzverwalter Anne-Marie Pouteaux und Hans Bergqvist hatten bisher schon Unterstützung in Markenrechtsfragen durch Anwalt Kent Hägglund erhalten. Jetzt befürchten beide, dass es Interessenkonflikte mit den Gläubigern geben könnte. Daher haben sie das Insolvenzgericht in Vänersborg um weitere Unterstützung gebeten.

Das Insolvenzgericht hat heute antragsgemäß beschlossen, dass Per Friden von der Göteborger Anwaltskanzlei Nordia Law den Insolvenzverwaltern bei Saab als Co-Verwalter zur Seite gestellt wird. Friden soll sich um den Gläubiger Lowe Brindfors, eine Werbeagentur, kümmern. Auch die Aufgaben von Kent Hägglund wurden ausgeweitet. Er kümmert sich jetzt neben den Markenrechten um ca. 20 Gläubiger, darunter die bekannten Zulieferfirmen Plastal und Lear Coperation.

Das Ergebnis dieser Verstärkung dürfte uns klar sein. Schon bisher haben die Insolvenzverwalter nach eigenen Angaben mit ihren 28.800 geleisteten Arbeitsstunden ca. 15 Mio. Euro an Kosten verursacht. Was bringt jetzt dieser zusätzliche Insolvenzverwalter und die Aufgabenausweitungen? Die Arbeit der Insolvenzverwalter wird wohl nicht besser werden, aber die Kosten werden zu Lasten der einfachen Gläubiger noch weiter steigen.

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4 Antworten zu Saab: Verstärkung für die Insolvenzverwalter

  1. Marcus schreibt:

    für die arbeitslosigkeit in trollhättan gibt es also doch eine lösung:

    alle werden insolvenzverwalter! die haben doch nicht mehr alle latten im zaun – das geld hätte saab zum richtigen zeitpunkt evtl. retten können und es ist schon erstaunlich, wann man endlich bemerkt, dass die arbeit für die bisherigen verwalter zu viel ist…
    für mich sind das auswüchse eines wirtschaftssystemes und ein teil dessen, was die bürger unzufrieden macht – dort wie auch bei uns.

  2. Joachim schreibt:

    Bisher waren wir doch immer davon ausgegangen, dass gut 50 Anwälte unter Bergqvist + Pouteaux bereits mit dem Verfahren betraut waren – wozu denn nun die weitere Aufstockung?

    Mit neuen Anwälten bleibt der Interessenkonflikt zwischen Gläubigern und Anwälten doch unverändert bestehen bzw. wird sogar noch verschärft – höchst unverständliche Vorgehensweise!

    Außerdem müßte sich das Verfahren doch, je weiter man sich vom Insolvenzdatum entfernt,
    mehr in Richtung Abschluss bewegen. Bei dieser Anwalts-Crew häufen sich mittlerweile die Fragezeichen (Auswahlverfahren hinsichtlich Investor, Geheimniskrämerei um den tatsächlichen Kaufpreis, merkwürdige Veräußerung der Fahrzeug-Restbestände, derzeit die unverständliche weitere Personalaufstockung usw. usw.) Das noch größere Fragezeichen stellt sich jedoch bezüglich der allgemeinen Verhaltensweise der Gläubiger. Hier kommt kaum Widerspruch und Bergqvist + Co. scheinen dies jetzt geradezu freibeuterisch anzugehen – Anwälte zeigen doch immer und überall das gleiche gierige Verhalten!

  3. polar schreibt:

    Eigentlich ist das alles nur noch ein Trauerspiel und dem ganzen Verfahren verleiht das nicht gerade für Aussenstehende einen vertrauensvollen und transparenten Umgang. Ich kann mir da zwar kein Urteil erlauben. Viele Dinge sind von aussen nicht einsehbar,aber man muss sich schon fragen : Wie lange und teuer kann und darf es werden ? Wer hat hier die Aufsicht ? Abrechenbare Ergebnisse. Wo sind Sie nun konkret…….Spannend……

  4. 9000er schreibt:

    Es ist unglaublich, wie hier der Kuchen in Mafiamanier aufgeteilt wird, bis wirklich nichts mehr übrig ist. Es gibt in diesem Raubkapitalismus nur eine Fraktion, die ganz große Gewinne einstreicht, die Finanzwirtschaft und ihre Juristen. Das Volk und der Steuerzahler zahlt ja.

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