NEVS Miteigentümer Kai Johan Jiang im Interview

Der Haupteigentümer von NEVS und treibende Kraft beim Saab-Kauf, Kai Johan Jiang, hat sich erstmals etwas ausführlicher in einem Interview geäußert. Allerdings offenbart er der DI nicht einen Business-Plan oder ähnliches. Aber ein paar interessante Details nennt Jiang der schwedischen Presse.

Zunächst wird Jiang auf die Kritik an NEVS und den weitverbreitenden Zweifeln an NEVS‘ Plänen und Fähigkeiten zur Wiederbelebung von Saab angesprochen. Die Kritik sei traurig und schmerze ihn, sagt Jiang gegenüber der DI. Er werde hart arbeiten, um den Kritikern das Gegenteil zu beweisen. Dazu will er den Vorsitz seiner Firma National Bio Ernergy Group niederlegen und von Peking nach Trollhättan ziehen, sobald der Kaufvertrag über den Kauf von Saab unterschrieben ist.

Saab sei eine sehr feine Firma mit hoher Innovationskraft und Elektrofahrzeuge seien die Zukunft. Jiang will daher die Produktionskapazität von 190.000 Fahrzeugen jährlich in Trollhättan bald ausschöpfen. Dies sei sicherlich mit einem hohen Risiko verbunden, so Jiang.

Kai Johan Jiang nennt noch immer nicht den Kaufpreis, den NEVS für Saab zahlen wird. Allerdings sagt Jiang, dass NEVS bereits eine Anzahlung von ca. 17 Mio. Euro geleistet hat.

Zuletzt wird Jiang nach dem Stand bei den Verhandlungen über den Markennamen Saab gefragt. Bereits seit zwei Jahren sei man dabei, das Risiko der Produktion von Elektrofahrzeugen zu bewerten. Zwar sei das Geschäftsmodell von NEVS auch ohne den Markennamen Saab durchführbar, aber der Name Saab sei sehr wichtig für NEVS. Über den Stand der Verhandlungen äußert sich Jiang nicht. Laut der schwedischen Zeitung TTela werden die Verhandlungen über den Markennamen aber fortgeführt.

Insgesamz „nette“ Worte von Jiang, aber nicht Worte sind ausschlaggebend, sondern Taten! Auch stellt sich die Frage, ob der äußerst optimistische Jiang nicht bald von der Realität im Elektroautosektor eingeholt wird.

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10 Antworten zu NEVS Miteigentümer Kai Johan Jiang im Interview

  1. blueperformance schreibt:

    190.000 Fahrzeuge müssen nicht Saabs sein. Bis alles in trockenen Tüchern ist, würde ich meinen konkreten Businessplan auch nicht offen legen.

  2. Marcus schreibt:

    dann wir der gute mann die schmerzen wohl aushalten müssen – warum der sich wundert, dass sein luftschloss nicht ankommt, von dem man nicht einmal einen plan kennt, weiss auch nur er…

  3. Karl schreibt:

    Einfach lächerlich!
    Kai Johan Jiang ist kein Mann der ohne Plan Geld ausgibt. Wenn er seinen Plan nicht veröffentlicht, dann vermutlich deshalb, weil sein Geschäftsmodell anders aussieht als bisher in der Öffentlichkeit angedeutet.
    Wer von 190.000 Elektro-Fahrzeuge spricht muss sich nicht wundern wenn er als unglaubwürdig angesehen wird. In Schweden glaubt im kaum einer, ich denke mit Recht.
    Wenn ich das nächste mal Geld von der Bank will, verzichte ich auch auf meinen Businessplan und verweise auf meine schönen blauen Augen. Für meinen geheimen Businessplan werden dann sicher die gewünschten Millionen fließen, auf mein Konto in der Karibik auf den Britischen Jungferninseln, sonst bin ich beleidigt.

    • Marcus schreibt:

      bis auf die blauen augen, die ich nicht habe, sehe ich das ganz genauso – unser banker würde sich totlachen, käme ich mit solchem ansinnen.
      interessant für mich ist auch, dass bis jetzt „nur“ 15 mio euro angezahlt wurden – da ist noch garnichts in trockenen tüchern und „nevs“ hat mit „saab“ so viel zu tun wie daimler mit einer winzergenossenschaft…
      die haben nicht saab gekauft, sondern eine produktionsstätte

      • Detlef Rudolf schreibt:

        Hallo Marcus, hallo Karl,

        ich habe dunkelblaue Augen – sehe die Sache aber wir ihr.

        Folgende Frage rückt m. E. immer mehr in den Vordergrund: Wie konnten Bergqvist + Co. diese Truppe auswählen?

        Es waren Mahindra & Mahindra, Youngman-Lotus und angeblich noch ein paar andere Interessenten in die „letzte Runde“ gekommen – ich kann mit mittlerweile nicht mehr vorstellen, dass allesamt schlechtere Offerten unterbreitet haben. Hier stimmt etwas nicht!

        Vielleicht kommen die Schweden noch rechtzeitig darauf – bevor sich Jiang endgültig breit macht und den Versuch mit windigen Elektro-Autos wagt. Dies hätte mit SAAB nun wirklich nichts mehr zu tun.

        Langsam zweifle ich an der Sichtweise der Schweden – wie kann man einen derartigen
        Traditionsbetrieb wie SAAB-Automobile an solche Typen verscherbeln???

        • blueperformance schreibt:

          Ich werde das Gefühl nicht los, dass NEVS eher als Strohmann (Toyota/ BMW) oder als Betriebsgesellschaft zu sehen ist. Würde mich nicht wundern, wenn bald Toyotas oder Minis vom Band rollen. M&M könnte sich auch einmieten und „Saabs“ fertigen (aktueller 93 und dann Phoenix). NEVS könnte eher als Auftragsfertiger und Systemlieferant (schlanke Entwicklung mit den Firmen vor Ort) sein Glück finden.
          Aber wir spekulieren alle. Ich warte auf den finalen Vertrag und dann müssen konkrete Aussagen kommen.

  4. Marcus schreibt:

    normalerweise werde ich hier keine links zu anderen blogs einstellen, aber hier kann ich nicht anders und bitte um verständnis.
    schöner und treffender habe ich mein denken und fühlen um saab noch niemals gelesen, als im kommentar des users „saabsessing“ – für mich eine sternstunde…
    http://www.lifewithsaab.com/2012/06/saab-brand-name-is-not-deal-breaker.html#disqus_thread

    • Detlef Rudolf schreibt:

      Hallo Marcus,

      kann Dir nur zustimmen!

      Wer kontrolliert eigentlich Bergqvist + Co?

      • Marcus schreibt:

        hallo detlef,

        vermutlich niemand, weil die damen und herren verwalter genau das getan haben, was die politik dieser bananenrepublik wollte: saab ellimineren.
        meine jahrzehntelange liebe zu diesem land hat inzwischen gelitten – und ich leide darunter sicher mehr, als die schweden…
        entschuldigt bitte die polemik, aber dieses absurdistan da oben ist doch zum auswachsen!

  5. B. Koch schreibt:

    So wie ich das sehe, ist Saab nicht verkauft. es ist bis auf das „trinkgeld“ von 15 Mio. kein Geld geflossen, und auch noch nichts unterschrieben was griffig wäre. Da hat ja YM mehr investiert.
    Aber was da jetzt wirklich dahintersteckt wissen wohl nur die schwedischen Götter.

    Die Zeit wird die Wahrheit ans Licht bringen – bis dahin geniesse ich unser Saabrio und freue mich etwas in der Garage stehen zu haben, was nicht viele haben. Einen SAAB.

    lg aus Tirol

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