Muller gegen Lofalk und staatliche Unterstützung für BAIC?

Gegen Abend gibt es noch weitere Nachrichten aus Schweden. Der Streit um das Honorar des ehemaligen Saab-Administrators Guy Lofalk geht weiter. Daneben gibt es Berichte über eine staatliche Unterstützung des Bieter-Konsortiums von BAIC und Panasonic.

Zwischenzeitlich hat sich auch Victor Muller zu Wort gemeldet. Muller berichtet gegenüber der DI, dass Lofalk ein Honorar von ca. 1,2 Mio. Euro erhalten habe. Muller erklärte, dass die Verschwiegenheitsvereinbarung seitens SWAN aufgehoben worden sei und Lofalk sich zu allem frei äußern könne. Lofalk habe laut Muller noch ein höheres Honorar gefordert, dies habe SWAN aber aufgrund seiner Arbeitsleistung abgelehnt. Lofalk habe darauf gedrängt, dass sein Honorar von SWAN und nicht direkt von Saab gezahlt werde. Er habe Angst gehabt, dass sein Honorar im Falle einer Insolvenz von Saab zurückgefordert werden könnte. Deshalb habe er den Weg über ein Darlehen von Saab an SWAN und die Zahlung des Honorars durch die Saab-Mutter SWAN gefordert. Soweit die Version von Victor Muller.
Guy Lofalk verweist in einem Brief darauf, dass der Zweck der Transaktion gewesen sei, die Saab-Konten nicht zu belasten. Daher habe er die Bezahlung durch SWAN gefordert. Er sei mit seinem Honorar von der Saab-Insolvenz nicht betroffen. Auch fühle er sich an die Verschwiegenheitsvereinbarung gebunden und wolle daher die Angelegenheit nicht in der Öffentlichkeit regeln.

Auf just-auto.com gibt es Berichte, dass angeblich die schwedische Regierung das Konsortium BAIC-Panasonic (andere Quellen sprechen von der China Environment Conservatoin and Eivironment Protection Group – CECEP – als Bieter) unterstützt. Die schwedische Regierung sei begeistert von der Idee, ein „umweltfreundliches“ Elektroauto in Trollhättan zu bauen. Es habe mehrere Treffen zwischen der Delegation von BAIC und der schwedischen Regierung gegeben.

BAIC will in Trollhättan ausschließlich Elektrofahrzeuge und Batterien für Fahrzeuge herstellen. Erstes Elektrofahrzeug soll ein Saab 9-3II mit Elektroantrieb sein. Erste Prototypen auf Basis des 9-3 hatte Saab bereits 2010 unter dem Namen ePower entwickelt. Angeblich ist das BAIC-Konsortium sehr finanzkräftig und habe ein sehr hohes Gebot abgegeben.

Ich persönlich halte nichts von den Planungen des BAIC-Konsortiums. Ich habe zwar nichts gegen Elektroautos einzuwenden. Aber zur Zeit sind sie höchstens eine Ergänzung des Modellprogramms und wirtschaftlich gesehen ein sehr schlechtes Geschäft. Für mich erscheint das alles eine Alibi-Veranstaltung für die schwedische Regierung, um Technologie nach China abzuziehen. Im Gegensatz zu den Konzepten von Youngman und Mahindra, die die Produktion in Trollhättan unter der Marke Saab erhalten wollen und eine vollständige Modellpalette für Saab schaffen wollen, ist das BAIC-Konzept in den nächsten 20 Jahren in keiner Weise tragfähig. Das hilft weder der Marke Saab, den Saab-Mitarbeitern, der Stadt Trollhättan noch den vielen Saab-Freunden, die sich ein Fortbestand der Marke Saab wünschen. Mich wundert es allerdings nicht, dass die schwedische Regierung möglicherweise mal wieder eine völlig falsche Entscheidung getroffen hätte. Warten wir ab, ob sich diese Meldung bewahrheitet!

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3 Antworten zu Muller gegen Lofalk und staatliche Unterstützung für BAIC?

  1. Urs schreibt:

    Der Markt für Elektroautos wird klein bleiben und hat keine Aussicht auf Etablierung im Markt. Die Energieeffizienz ist nicht gegeben, die Produktion zu teuer und ebenso ist eine flächendenkende Versorgung zu kostspielig. Daher glaube ich dass die Pläne des Konsortiums BAIC/Panasonic nur da ist um an Technologie zu kommen die beide nicht haben.
    Ausserdem ist ein solches Konsortium zu risikoreich für Wirtschaftsförderung, denn welches Konstrukt ähnlicher Art hat schon dauerhaft überlebt (siehe z.B. Sony/Ericsson), weil die anfänglich gleichen Interessen aufeinmal nicht mehr die gleichen waren.
    Dem Schwedischen Staat ist nur anzuraten die Finger davon zu lassen. Wenn sie jemanden unbedingt unterstützen wollen, dann hätten man das ja schon gut vor einem Jahr machen können. Jetzt kann Schweden ja aber auch noch Mahindra oder Youngman unterstützen, das würde sich sicher besser auszahlen.

  2. polar schreibt:

    Wenn das stimmt,dann fällt mir dazu nichts mehr ein. Die ganze Zeit lief bei den Schweden in punkto Auto nichts mehr. jetzt will man Elektroautos unterstützen ? Gute Nacht SAAB

  3. red99 schreibt:

    Wenn ich von Engagement der schwedischen Regierung höre, werde ich nervös. Elektrofahrzeuge aus Schweden für die Welt? Das schwedische Klima bietet da ja hervorragende Möglichkeiten als Mustermarkt. Was machen die da eigentlich in Stockholm?
    (Vermutlich sollten wir jedoch froh sein, dass Herr Reinfeldt noch nicht mit der NASA über die Produktion von Mond/Marsmobilen in Trollhättan verhandelt.)

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