Saab: EIB-Darlehen und Youngman-Delegation in Schweden

Heute hat auch, wie von mir bereits hier vor drei Wochen dargestellt, die Reichsschuldenverwaltung das EIB-Darlehen von Saab in Höhe von ca. 250 Mio. Euro an die EIB zurückgezahlt. Damit ist nun der schwedische Staat, vertreten durch die Reichsschuldenverwaltung, größter Saab-Gläubiger.

Bisher war das EIB-Darlehen mit ca. 218 Mio. Euro valutiert, aufgrund des zwischenzeitlich schlechteren Umrechnungskurses musste die Reichsschuldenverwaltung heute jedoch bereits ca. 250 Mio. Euro aufwenden. Zwar ist die Forderung gegen Saab durch verschiedene Saab-Vermögenswerte, zum Beispiel die Saab Parts AB und die Saab Tools AB, gesichert. Dies bringt aber dem schwedischen Staat in der Insolvenz kaum etwas. Diese Absicherung bedeutet nämlich nicht, das der schwedische Staat auf diese verpfändeten Saab-Tochterfirmen direkt Einfluß nehmen kann oder diese Firmen im Verlauf der Insolvenz besitzen oder erhalten wird. Der schwedische Staat wird im Rahmen der Insolvenz lediglich am Verkaufserlös dieser Firmen (beim Verkauf im ganzen am Anteil, den diese Firmen ausmachen) bevorzugt beteiligt.

Weiterhin stehe ich daher zu meiner Aussage vom 9. Januar diesen Jahres. Die schwedische Regierung hat dem schwedischen Steuerzahler einen Bärendienst erwiesen. Hätte man im Frühjahr 2011 Saab unterstützt, dann hätten die Steuerzahl heute nicht einen Verlust von mehreren hundert Millionen Euro zu beklagen. Neben den Millionen aus dem EIB-Darlehen fehlen dem schwedischen Fiskus ja auch monatlich Millionen an Euro, die Saab an Steuern und Sozialbeiträgen gezahlt hat.

Die Reichsschuldenverwaltung hat stets und auch heute nochmals betont, dass man einen Verkauf von Saab im ganzen bevorzugt und unterstützt. Daher ist es positiv zu sehen, dass die berüchtigten Bänker der EIB nichts mehr zu sagen haben und die Reichsschuldenverwaltung hoffentlich einen positiven Einfluss ausüben wird. Dieser Verkauf im ganzen scheint auch näher zu rücken.

Heute Abend ist eine große Delegation von Youngman in Stockholm eingetroffen. Mit dabei sind der Vorstandsvorsitzende, Pang Qingnian, und seine Tochter und Vorstandsmitglied Rachel Pang. Aufgrund der Größe der Delegation und der anwesenden Führungsriege von Youngman ist davon auszugehen, dass die Verhandlungen um einen Verkauf von Saab in eine entscheidende Phase treten. Nachdem die Insolvenzverwalter von Saab erste Verhandlungen mit dem türkischen Youngman-Konkurrenten Brightwell begonnen haben, werden jetzt wohl auch Verhandlungen mit Youngman geführt.

Brightwell ist derweil weiterhin zuversichtlich, dass man von GM die Nutzung der Lizenzen für alle Saab-Fahrzeuge gewährt bekommt. Man sei mit hohen Persönlichkeiten von GM in Verhandlungen. Es sei jedoch für Brightwell auch eine Option, ohne GM-Lizenzen Saab zu erwerben und weiterzubetreiben.

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