Die Planungen von Youngman

Heute sind die Vertreter von Youngman, darunter das schon bekannte Vorstandsmitglied Rachel Pang, in Göteborg gelandet, um in Trollhättan weiter zu verhandeln. Zwischenzeitlich gibt es jetzt auch ein paar Informationen über die Planungen von Youngman nach Erföffnung des Insolvenzverfahrens.

Youngman will schnellstmöglich Saab aus der Insolvenz kaufen. Youngman geht es dabei um alle Teile ohne GM-Lizenzen. Nicht ganz klar ist allerdings aus den gewählten Formulierungen, ob damit die Gesamtfirma oder nur einzelne Teile gemeint sind. Youngman möchte jedenfals so viel wie möglich von der jetzigen Struktur bei Saab erhalten.

Youngman plant zunächst, die Technik des aktuellen Saab 9-3II so umzukonstruieren, dass keine GM-Teile mehr benutzt werden müssen. Dies könnte recht schnell gehen und die Lücke zum schon in der Entwicklung befindlichen 9-3III schließen, der eigentlich in ca. zwei Jahren auf den Markt kommen soll. GM besitzt auch am neuen 9-3III keine Lizenzrechte, sollte aber als Zulieferer für ca. 15% der Teile auftreten. Dieser GM-Anteil müsste ebenfalls umkonstruiert werden, was naturgemäß zu Verzögerungen führen würde. Die Kosten dafür würden sich auf ca. 100 Mio. Euro summieren. Daneben spricht Rachel Pang (Bild rechts) weiter von der Entwicklung der Modelle 9-1, 9-6 und 9-7. Hier soll an den alten Planungen mit SWAN festgehalten werden.

Youngman hat ebenfalls bestätigt, dass man (wie von mir berechnet) ca. 50 Mio. Euro bisher in Saab investiert hat. Auch gibt es Andeutungen, dass Youngman schon gewisse Rechte – wohl als Gegenleistung für diese Zahlungen – an der Phoenix-Plattform besitzt.

Die Geschwindigkeit von Youngman hat einen Grund. Zwischenzeitlich gibt es weitere Interessenten an Saab. Darunter wohl auch bekannte chinesische Hersteller, die natürlich ihrem Konkurrenten Youngman zuvorkommen wollen.

Aus meiner Sicht ist der Plan von Youngman durchaus realistisch, wenn es Youngman tatsächlich gelingt, Saab als ganzes aus der Insolvenz zu erwerben. Saab wäre dann schuldenfrei.Auch müsste es oungman gelingen, neue Zulieferer zu gewinnen und die alten Zulieferer, die ja mit der Saab-Insolvenz beträchtliche Summen verlieren werden, bei der Stange zu halten. Dies wäre aber wohl eher eine Frage des Geldes.

Auch produktionstechnisch ist der Plan durchführbar. Für eine Übergangszeit kann der 9-3II sicher weitergebaut werden. Youngman muss es aber gelingen, schnellstmöglich alle GM-Komponenten auszutauschen. Den Saab-Ingenieuren wird dies sicher gelingen, die Frage ist nur, in welchem Zeitraum. Lohnt sich dann noch eine Überarbeitung, wenn der 9-3III schon in den Startlöchern steht?

Auch die GM-Lizenzen wären kein Problem. Saab besitzt vollständig alle Rechte am Saab 9-3II (vgl. meinen Artikel „Wieviel GM-Technik Saab tatsächlich benutzt„) und auch am Saab 9-3III. GM tritt nur als reiner Zulieferer aus. GM kann also die Nutzung an sich nmicht verhindern. Man lediglich die Lieferung von GM-Teilen unterbinden. Hier werden sich aber schnell andere Geschäftspartner finden.

Wenn man ganz hart wäre, dann könnte Youngman auch den neuen 9-5II, der nur 30% Gleichteile mit GM hat, umkonstruieren. Zwar besitzt GM alle Lizenzen am gesamten 9-5. Die Frage wäre aber, ob GM einen Prozess gegen Youngman gewinnen würde. GM ist genau in dieser Frage vertragsbrüchig geworden. Und während des Prozesses könnte ma ja schon einen Nachfolger entwickeln. Gut, ich gebe zu das ist deutlich zu weit gesponnen.

Es gibt also Hoffnung, aber den Ankündigungen müssen Taten folgen!

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Eine Antwort zu Die Planungen von Youngman

  1. Steven schreibt:

    Man sollte ernsthaft prüfen, wieviel GM tatsächlich im 9-5 II steckt und ob und mit welchem Aufwand eine Neuauflage mit anderen Teilen möglich ist oder ob dieses Auto nicht doch unter Lizenzabgaben weiter gebaut werden kann.
    Wer den 9-5 einmal sehen durfte, insbesondere den SC, dem ist klar, welches Potential hier Konkurs zu gehen droht.

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