Saab: Zunächst kein Geld aus China – Keine Beziehungen zu Antonow

Nach aktuellen Berichten gibt es wohl keinen Zusammenhang zwischen dem angeblichen „Verschwinden“ von Geldern bei den baltischen Banken Snoras Bank und Krajbanka zum Erwerb von Saab durch Spyker im Jahr 2010. „Wir haben keine Informationen über Verbindungen zwischen den Banken und dem Fahrzeughersteller Saab,“ teilte die lettische Untersuchungskommission mit.

Aktuell kommen dagegen wieder beunruhigende Nachrichten aus China. Zur Zeit ist es den chinesischen Investoren Pang Da und Youngman nicht möglich, Gelder nach Trollhättan zu überweisen.

Die NDRC überprüft weiter den Einstieg bei Saab und die vorläufigen Zahlungen an Saab. Solange sind den chinesischen Firmen offensichtlich die Hände gebunden. „Wir wollen Saab retten wollen, aber wir können derzeit nicht“, sagt Yang Guangye, Sprecher von Pang Da.

Entgegen den falschen Interpretationen in der deutschen Presse gibt es also kein Verbot der Übernahme von Saab durch die NDRC. Es steht aber eine Entscheidung der NDRC aus, ob weitere finanziellen Mittel nach Trollhättan fließen können. Solange diese Prüfung aussteht, kann kein Geld nach Trollhättan fließen. Die Prüfung der NDRC sei sehr intransparent, man könne nur abwarten, sagte der Pang Da-Sprecher.

Dagegen scheint SWAN schon länger alle finanziellen Beziehungen zu Wladimir Antonow gekappt zu haben. Victor Muller bestätigte gegenüber der schwedischen Presse, dass zur Finanzierung des Saab-Kaufs 2010 Spyker von der Investmentfirma Tenaci 74 Mio. Euro geliehen habe. Antonow steht hinter Tenaci. Nach dieser Finanzierung hat es aber keine finanziellen Beziehungen mehr zu Wladimir Antonow gegeben.

Antonow (Bild rechts) hat sich nach dem Erlass des Haftbefehls in London der Polizei selber gestellt und ist derzeit wieder gegen Zahlung einer Kaution auf freiem Fuß. Ob Antonow tatsächlich illegal Gelder aus der litauischen Snoras Bank und der lettischen Krajbanka abgezogen hat, ist weiterhin unklar – bleibt aber Grund für den jetzt ausgesetzten Haftbefehl. Ich bin gegen Vorverurteilungen, wir sollten abwarten, was ein hoffentlich fairer Prozess gegen Antonow ergibt.

Das Verhalten der von mir so sehr geschätzen Journalisten war dagegen mal wieder äußerst vorhersehbar. Wie ich vor einigen Tagen schon angekündigt hatte war klar, dass die schwedische und internationale Presse sofort auf die Antonow-Geschichte aufspringt und Beziehungen zu Saab herstellt, die so gar nicht vorhanden sind. Gerade die deutsche Presse zeichnet sich wieder aus, dass blind irgendwo etwas abgeschrieben wird und dann  ein möglichst negativer Bericht zusammengeschustert wird. Bezeichnend für diese Kampagne steht, dass durchgehend vom „russischen Saab-Finanzier“ gesprochen wird. Leider fallen auf diese sehr durchschaubare Berichterstattung wieder viele Leser herein, die glauben, in der Presse würde immer nur die Wahrheit berichtet.

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