Youngman steigt bei Spyker ein – weitere Infos

Youngman und Spyker haben gestern mitgeteilt, dass man auf der Saab Phoenix-Plattform quasi die Planungen von Saab fortsetzen wolle und durch das Joint-venture Spyker Phoenix B.V. neue hochwertige Modellreihen produzieren werde. Dabei war zunächst noch unklar, welche genauen Rechte Youngman an der Phoenix-Plattform besitzt und wie die Finaneierung dieser Entwicklungen erfolgen soll. Im Verlauf des gestrigen Tages gab es weitere Informationen zu den Planungen von Youngman und Spyker.

Youngman hatte im Herbst 2011 die nicht-exklusiven Rechte an der Phoenix-Plattform von Saab erworben. Als Kaufpreis waren ca. 70 Mio. Euro vereinbart. Zum damaligen Zeitpunkt waren ca. 65% der Plattform fertiggestellt. Die Phoenix-Plattform wurde für die Lizensierung an Youngman in insgesamt zwölf Module aufgeteilt. Da Youngman nicht den gesamte Kaufpreis, sondern nur ca. 6,5 Mio. Euro zahlte, erhielt Youngman lediglich die Rechte an zwei Modulen dieser Plattform. Daher ist im neuen Joint-venture noch eine Menge an Entwicklungsarbeit zu leisten. Einige hundert Ingenieure werden ca. noch zwei Jahre benötigen. Victor Muller selbst rechnet nicht vor 2015 mit neuen Modellen.

Meine Vermutung ist, dass man auch das vorhande Wissen in den Ausgründungen von Saab nutzen wird und dass beim Joint-venture nicht ganz so viele Ingenieure arbeiten werden. Auf jeden Fall wissen wir jetzt, warum Youngman im Frühjahr begonnen hat, in Schweden nach Ingenieure zu suchen.

Die Produktion der Fahrzeuge könnte laut Victor Muller in den Niederlanden und in China stattfinden, aber Schweden will er auch nicht ausschließen. Victor Muller hat sich auch zur Finanzierung dieser Entwicklungen geäußert. Klar sei, dass Youngman für diese Entwicklungen noch mehrere 100 Mio. Euro investieren müsse, um im Jahr 2015 Fahrzeuge auf der Phoenix-Plattform auf den Markt zu bringen.

Hier liegt nach meiner Ansicht der Knackpunkt der Geschichte. Kann Youngman diese Mittel aufbringen? Youngman hatte im Frühjahr 2012 angeblich Probleme, den Insolvenzverwaltern den gebotenen Kaufpreis für Saab nachzuweisen. Daneben handelt es sich um eine hohe Auslandsinvestition für Youngman. Wie stehen die chinesischen Genehmigungsbehörden, also die NDRC, zu diesen notwendigen Zahlungen? Die NDRC war im Herbst schlussendlich mit einem Einstieg bei Saab einverstanden. Jetzt geht es aber um eine deutlich andere Investition von Youngman. Es gibt also noch ein paar Dinge zu klären. Ob diese Entwicklung Auswirkungen auf Saab hat, bleibt abzuwarten. Bisher sehen wir höchstens nur ganz indirekte Auswirkungen. Mehr dazu im nächsten Artikel.

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3 Antworten zu Youngman steigt bei Spyker ein – weitere Infos

  1. blueperformance schreibt:

    Wer soll die hunderte Entwickler bezahlen (über 2 Jahre)? Dazu kommen Prototypenkosten. Ich komme da auf monströse Kosten, wenn ich nur mal so blauäugig die Summe überschlage.
    Syker und YM kann nur zum Zug kommen, wenn sie alle Entwicklungsdaten von Saab verwerten können.
    Das Joint Venture soll Gebiet markieren und einem anderen Käufer zeigen, dass es zu rechtlichen Komplikationen kommen kann.
    Wäre nicht ein Einstieg bei NEVS denkbar? NEVS hätte bisher die Lage ruhig gehalten und keinen zum Zug kommen lassen. Die Klage gegen GM (durch Spyker) könnte GM veranlassen Lizenzen wieder zu aktivieren (95-II). Spyker/ YM könnten dann wieder 93 und 95 produzieren – nur um hier kein Risiko einzugehen. Hiesse dann aber so schnell wie möglich Phoenix fertig stellen. Evtl. baut JC ja auf seinen Arbeiten bei Saab auf und leistet hier quasi Vorarbeit, damit man mit Designstudien der zukünftigen Fahrzeuge auf Phoenix schon mal etwas zeigen kann.
    Und ein hochpreisiger Spyker D8 als Pendant zu einem grossen Saab Schwestermodell könnte Sinn (mehr Marge, anderes Kundensegment) machen. VM ist ein Meister der Illusionen und Visionen. Mit einem richtigen Investor und einem CEO inkl. Kompetenz wäre alles möglich.

    Namensrechte:
    Die Logotype des Scania Greifs ist weniger wichtig. Saab als Name wäre nett, den Brückenschlag kann man mit Marketing ausgleichen. Der Grundstock war damals mit Swedisch Automobile gelegt. Als AB in Schweden ergäbe sich wieder Saab (auch wenn man es so nicht abkürzt) 😉 Oder wie war das mit Swissair und Swiss (Airlines)?

  2. Marcus schreibt:

    sehr richtig – das ist genau das, was ich vermute, dass es im hintergrund abläuft.
    für mich wäre es eine traumvorstellung, vm mit kapitalkräftigen unternehmen im hintergrund wieder als ceo zu sehen – er lebt saab.

  3. blueperformance schreibt:

    Ich denke nicht an eine Personalunion von VM. Als Vorstandsvositzender OK, besser als Marketing Evangelist, aber nicht CEO. Ich bin kein Freund von VM, zolle aber Respekt vor seinem Engagement. Ich sehe momentan nicht den Bezug zu Saab, ausser den Preis für Saab aus der Insolvenz herabzusetzen und zuschlagen zu können.
    Müsste er eigentlich über die neue Tochter/ das Joint Venture kaufen? Ansonsten müsste er doch die Schulden von Saab auslösen?
    Er hat immer den Begriff Saab DNA gebraucht. Saab DNA muss man erfahren haben. Bei mir ist das die Zeit 900 Classic bis heute.

    Aber warum jetzt das Joint Venture? Nehmen wir mal an ein Gericht in den USA spricht GM schuldig oder es läuft vorher auf ein Vergleich hinaus. Was ist der Schaden? Spyker hat nichts mehr mit Saab zu tun (wenn der Verkauf vollzogen ist). Durch das Joint Venture wird etwas dokumentiert.

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