Neues zu Saab – 21.06.2012

Heute ist der längste Tag des Jahres – in Schweden als Midsommar bekannt. Weiterhin gibt es kaum Neuigkeiten aus Trollhättan. Saab Parts bekommt jetzt offiziell einen neuen Eigentümer und auf Saabsunited spekuliert man über den Einstieg von Mahindra bei NEVS.

Ich möchte mich jetzt gar nicht an diesen Spekulationen von Saabsunited beteiligen. Offizielle Informationen, dass sich Mahindra bei NEVS beteiligen würde, gibt es nicht. Aber laut Saabsunited gibt es ähnliche Indikatoren wie vor einem Monat, als die Gerüchte über den Einstieg von NEVS bei Saab aufkamen. Laut Saabsunited deutet also alles auf einen Einstieg von Mahindra bei NEVS. Dies würde auch die Passivität von Mahindra beim letzten Teil des Bieterverfahrens erklären.

Und wünschenswert wäre der Einstieg von Mahindra allemal. Dann könnten auch konventionelle Modelle für die bisherige Kundschaft entwickelt werden. Und dann würde auch das Geschäftsmodell von NEVS Sinn machen. Denn langfristig werden wir wohl mit Elektrofahrzeugen unterwegs sein, und Saab wäre vorne mit dabei. Kurz- und mittelfristig jedoch sins jedoch Elektrofahrzeuge kaum verkaufsfähig, hier muss man noch auf konventionelle Lösungen und/oder auf Hybridfahrzeuge setzen. Insofern würden sich dann zwei Säulen zu einem sinnvollen Gesamtkonzept zusammenfügen. Und mit Mahindra und einer sinnvollen Produktpalette dürfte es wohl auch mit den Namensrechten klappen. Wenn NEVS dann noch die Option zum Kauf von Saab Parts wahrnimmt, wäre der Traum perfekt.

Aber weg von den Spekulationen und den Träumen, hin zu den Fakten: Saab Parts soll jetzt bis Ende des Sommers vom schwedischen Staat gekauft werden. Dies hat die Reichsschuldenverwaltung bekannt gegeben und ist keine Neuigkeit, denn man hatte dies bereits vor einigen Wochen angekündigt.

Wobei der Begriff „kaufen“ sogar richtig ist. Denn das Insolvenzverefahren ist mit dem Verkauf von Saab an NEVS keineswegs abgeschlossen. Erst wenn alle Vermögensgegenstände verwertet sind, ist das Verfahren abgeschlossen und die Insolvenzverwalter treten ab. Saab Parts ist nicht insolvent, aber gehört als Tochter und Vermögensgegenstand der Saab Automobile AB in die Insolvenzmasse von Saab. Insofern muss der Staat jetzt erst einmal einen Kaufpreis hinlegen, der aber sofort wieder an ihn als bevorzugten Gläubiger ausgekehrt wird. Natürlich fließt tatsächlich kein Geld. Erst wenn dieser „Verkauf“ abgeschlossen ist, dürfte dann auch das Insolvenzverfahren abgeschlossen sein.

Aber egal, wer Eigentümer von Saab Parts ist. Baustellen gibt es noch reichlich bei Saab Parts. Es gilt für Saab Parts, die Strukturen wieder zu erneuern und die Ersatzteilversorgung zu sichern. Nach den Rückmeldungen hier im Blog scheint gerade bei der Ersatzteilversorgung einiges noch im Argen zu liegen. Viele Teile sind wieder erhältlich, aber eben nicht alle. Diese Probleme müssen jetzt von Saab Parts weltweit gelöst werden.

Ich persönlich halte wenig von Staatsunternehmen, denn im Normalfall laufen diese schlechter als privatwirtschaftliche Unternehmen. Aber zumindest gewährleistet dieser Verkauf an die Reichsschuldenverwaltung, dass zukünftig eine „Wiedervereinigung“ von Saab und Saab Parts möglich ist. NEVS wünscht sich schon jetzt eine Zusammenarbeit mit Saab Parts, so dass die Weichen zumindest in dieser Hinsicht in die richtige Richtung gestellt sind.Ironisch ist es allerdings schon, dass der schwedische Staat, der niemals Saab helfen wollte und niemals eine Autofabrik betreiben wollte, jetzt das Ersatzteilgeschäft von Saab verstaatlicht und sogar langfristig betreiben will.

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4 Antworten zu Neues zu Saab – 21.06.2012

  1. Herbert Hürsch schreibt:

    „Und mit Mahindra und einer sinnvollen Produktpalette dürfte es wohl auch mit den Namensrechten klappen. Wenn NEVS dann noch die Option zum Kauf von Saab Parts wahrnimmt, wäre der Traum perfekt.“

    Ja, ja aber erst kommt noch VM und übt das Lizenzrecht aus. Er fertigt dann für Mahindra. Die Wiederaufnahme der 9-5 II Produktion inkl. SportCombi steht also unmittelbar bevor. Es sah noch nie soooooo gut für Saab aus.

    Ich kann und will zu dem Thema nichts mehr hören. Was mache ich eigentlich gerade auf diesem Blog? Wie wäre es denn, mal nichts „Neues zu Saab“ zu schreiben, wenn es in Wahrheit nichts Neues gibt?

    P.S.
    Das soll aber nicht heißen, dass ich den Blog und die geleistete Arbeit nicht zu schätzen gewusst hätte. Es ist nur eine Anregung.

    • blueperformance schreibt:

      Das Thema 95-II ist wohl klar gelaufen. Mit GM sollte man keine Geschäfte mehr machen.
      Bin mal gespannt wie sich NEVS in 2 Monaten präsentiert/ was sie vorzuweisen haben.

      Mahindra & Mahindra war mein Wunschkäufer. Ich bin mir nicht sicher ob eine „Partnerschaft“ NEVS und M&M auf eine Diversifizierung hinausläuft oder ob man am gleichen Strick zieht.

  2. Navium schreibt:

    Hallo…

    auch ich wuerde es begruessen, wenn Mahindra mit einsteigt.

    Staatsunternehmen laufen natuerlich nur „schlechter“, wenn man nur an Geld und Rendite denkt. Sie laufen allerdings allemal „sozialer“. Und irgendwann muss die Menschheit verstehen, dass man nicht alles in Geld bemessen kann.

    Navium

    • Koch B. schreibt:

      Lieber Navium,

      wohin das mit dem sozialen Wirtschaften geführt hat erleiden wir ja täglich. Täglich, wenn wir hier lesen wie um Saab steht. In Wirklichkeit wurden die Autos so stark rabattiert, dass daraus ein Geschenk wurde. Warum wird nicht gleich eine Non Profit Geschichte daraus gemacht? Das würde zum sozialen Engagement des schwedischen Staates passen. Aber nein, voher wird Saab noch an Volvo verschenkt – dem Liebkind des Schweden.

      Man kann zwar nicht alles mit Geld messen, aber unterm Strich kann man sich von der Liebe auch nicht ernähren.

      B. Koch

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