Saab: Sind die Namensrechte die letzte Hürde?

In der Presse ist es wieder ruhiger geworden. Das verbesserte Youngman-Angebot ist auch pressemäßig verpufft. Zunächst gingen die Verhandlungen wie schon gewohnt unter der Oherfläche weiter. Doch heute gibt es erste Informationen, was zur Zeit noch den Verkauf von Saab verhindert: Die Namensrechte an der Marke Saab. (Update 7.30 Uhr)


Vor wenigen Tagen hatte sich der Chef des Rüstungskonzern Saab AB, Hakan Buskhe, zur Lizensierung der Namensrechte geäußert. Er wollte die Namensrechte einem Käufer von Saab zur Verfügung stellen, wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind. Forschung, Entwicklung und Produktion sollen in Schweden bleiben. Die schwedischen Markenwerte von Saab sollen gewahrt bleiben. Nur dann werde man die Namensrechte einem Käufer zur Verfügung stellen.

Jetzt hat sich auch der Vorstandsvorsitzende von Scania, Erik Ljungberg, in ähnlicher Weise geäußert. Scania besitzt die Rechte am Greif-Logo. Man wolle, dass der Käufer ähnliche Werte wie Scania vertrete. Dann werde man die Namens- und Logorechte an einen Käufer von Saab lizensieren. Dazu müsse man jedoch die Pläne des Käufers kennen. Hier fehle es noch an einigen relevanten Informationen, so dass daher noch kein Geschäftsabschluss erfolgen könne.

Aufgrund dieser Informationen scheint ein Verkauf also nur noch an diesem – wohl lösbaren – Problem zu hängen. Zwar nennt Ljungberg keine Namen, doch scheint es nach Presseberichten um die Pläne von NEVS zu gehen. Verhandlungen mit Youngman scheint es immer noch nicht zu geben. Es spricht also weiterhin alles für NEVS, alle Beteiligten scheinen faktisch von einem Verkauf an NEVS auszugehen.

Warum das Youngman-Angebot außen vor bleibt, ist nicht ersichtlich. Wir sollten jetzt aber nicht mit Verschwörungstheorien kommen. Die Insolvenzverwalter werden sich bei jeder Entscheidung später öffentlich rechtfertigen müssen und das Haftungsrisiko ist hoch für sie. Daher gehe ich zunächst einmal von einer rational nachvollziehbaren Entscheidung der Verwalter aus. Zwei Dinge sollten wir nämlich bei Youngman bedenken. Bisher war Youngman nie sonderlich zuverlässig und über die neuen Gebote von Youngman haben wir nur Informationen von einer Seite bekommen: Von Youngman selbst!

Update 7.30 Uhr: Nach aktuellen Informationen von Saabsunited verhandelt NEVS zur Zeit mit der chinesischen Behörde NDRC. Bisher hat die NDRC Youngman bevorzugt. NEVS will jetzt erreichen, dass die NDRC Youngman nicht mehr unterstützt und dafür – so wie angeblich auch die schwedische Regierung – NEVS grünes Licht gibt.

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20 Antworten zu Saab: Sind die Namensrechte die letzte Hürde?

  1. URS schreibt:

    Braucht denn NEVS jetzt auch doch noch die Unterstützung der NDRC, ist somit also nicht so frei wie es angeblich scheint. Das ganze sieht entweder nach einem Wettlauf von zwei chinesischen Konkurreten (persönlich oder geschäftlich) aus, oder jemand will auf keinen Fall dass Youngman zum Zug kommt. Fürchtet da ein anderer Automobilhersteller etwa Konkurrenz oder wollen da einfach zwei Personen aus China ihre Träume erfüllen?
    Beide Parteien sind im Moment ziemlich undurchsichtig. NEVS mit unklarer Finanzierung (Konsortien haben noch selten Bestand gehabt in der Automobilbranche) und Youngman, welche immer wieder einen neuen Hasen aus dem Hut zaubern. Mein Herz schlägt immer noch mehr für Youngman, weil die mehr Leidenschaft für die Marke SAAB zeigen.

    • Saab 9-3 schreibt:

      Genau das sehe ich auch so.
      Ist schon echt komisch, dass NEVS plötzlich auch die NDRC braucht. Wo doch von Anfang an die Rede war, dass NEVS genau diese Behörde nicht brauche, da diese Ausland-Chinesen deshalb auch im Ausland tätig seien???
      Aber somit könnte sich der Kreis schliessen mit dem Bericht der Financial Times von gestern???

      http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/autoindustrie/:volkseigener-betrieb-schwedens-regierung-expandiert-mit-ersatzteilen-von-saab/70048739.html

      Also langsam beschleicht mich auch das Gefühl, wie schon von einem Blogger erwähnt, dass es hier wohl nur noch um die ganz grosse Abzocke von Subventionen (Steuergelder) geht.
      Um dann, kaum ist die Kohle rübergewachsen – den Laden wieder dicht zu machen….

      • Herbert Hürsch schreibt:

        Schrecklich, dieser Tod auf Raten, der SAAB-Freunde nun schon seit Jahren beschäftigt. Demnächst haben wir hier eine Diskussion über Sterbehilfe* und die ethische Pflicht, eine aussichtslose Qual nicht unnötig zu verlängern. VM war wohl schon so was wie eine lebensverlängernde Apparatur. Was jetzt mit den nekrotischen Resten passiert scheint mir nur noch grotesk. Es scheint sich in der Tat nur noch um Verwertungsgedanken zu handeln (SAAB-Öko-Sprit und SAAB-Seife?) sowie um das Abgreifen von Subventionen.
        Mag sein, dass die Entscheidung/Bekanntgabe ja noch aussteht. Dass da die große Wiederauferstehung verkündet wird, scheint indes immer unwahrscheinlicher. Zeit ist bei einer Wiederbelebung bekanntermaßen ein (alles) entscheidender Faktor.

        Mein SAAB-Händler (kann man den noch so nennen?) hat schon vor drei Jahren darüber geklagt, dass er den Wunsch nach Neufahrzeugen und neuen Modellen nicht bedienen könne. Ich wüsste gerne, wie viele potentielle Käufer sich notgedrungen bereits anderen Marken zugewendet haben? Drei Jahre ist eine lange Zeit und das warten mancher SAAB-Fahrer auf einen neuen großen SC währt noch länger. Wer kauft sich nach 10 Jahren das selbe Modell ohne signifikante Änderungen?

        Sogar hier werden ja auch immer wieder mal Alternativen/die Nachfolger für den eigenen Bedarf und dem eigenen Geschmack entsprechend diskutiert. Für mich wäre das z. Zt. wohl ein 528i Touring. Der hat übrigens keinen 2,8L 6-Zylinder (wie man denken könnte), sondern einen kräftigen 2,0L 4-Zylinder Turbomotor. Mit BMW als potentiellem Zulieferer von Motoren hat VM ja nicht ohne Grund verhandelt.

        *Für die Marke, nicht für ihre Freunde.

  2. Marcus schreibt:

    das ganze geht mir nur noch auf die nerven.
    soll doch youngman, wie bereits zugesichert, das geld auf einem europäischen konto bereitstellen, damit die diskussion um deren finanzielle fähigkeit ein ende hat.
    dann haben die verwalter ein problem mit ihren aktuellen präferenzen…

    das muss amn sich mal überlegen: einen neugründung gegen den grössten bus-hersteller chinas…

  3. blueperformance schreibt:

    Die Lage wird immer verworrener oder klärt sich gerade alles auf?
    Der NDRC geht es sicherlich um den Zugriff auf Technologien, Stärkung der innländischen Firmen und Expansion auf die EU und US Märkte.
    Mahindra und Mahindra wäre sicherlich der bessere Partner. NEVS und YM haben zu viele Ungereimtheiten.

  4. Detlef Rudolf schreibt:

    Wenn nun doch beide Bewerber die NDRC brauchen, dürfte doch eigentlich Youngman-Lotus vorn liegen – die haben bekanntlich auch bereits die volle Unterstützung dieser Behörde.

    Denn bei allem was bisher durchgesickert ist, wäre mit diesem Kenntnisstand das Gebot von Youngman-Lotus vorteilhafter für die Fortführung von SAAB-Automobile – aber evtl. verschieben sich ja auch die Pluspunkte zum NEVS-Konsortium hin. Eine umfassende Pressekonferenz von Bergqvist + Co. sollte nun endlich mal für Klarheit sorgen!

  5. Karl schreibt:

    Wenn es NEVS werden soll, dann hat der schwedische Staat sich durchgesetzt.
    Meine Hoffnung, das NEVS nur so prominent ins Spiel gebracht worden war, um die Gebote zu erhöhen, scheint sich damit nicht bestätigt zu haben.

    Es gab immer wieder Gerüchte, dass im NEVS-Konsortium auch Volvo vertreten ist. Da Volvo ja zu Geely gehört, könnte deshalb von der NDRC eine Genehmigung von Nöten sein.

    Für Volvo und Geely sicher ein gutes Geschäft, das Risko wird auf den Steuerzahler abgewälzt, man kann sich risikolos im Hybrid- und Elektrofahrzeugmarkt Technologie erarbeiten, wenn es nicht klappt zahlt der schwedische und europäische Steuerzahler. Sollte das Unternehmen erfolgreich sein, hat man gute Technologie zum „Nulltarif“, das wird auch die Chinesen freuen. Auf jeden Fall aber ist mein einen lästigen Konkurrenten los. Das ist auch ein paar Kronen wert.

    Da NEVS ein sehr schlechtes Angebot abgegeben hat, muss Saab-Parts natürlich in Staatshand bleiben. Vermutlich eine Notlösung nach dem Youngman sein Angebot erhöht hatte. Sonst wäre ein Zuschlag an NEVS nicht zu rechtfertigen gewesen, was wohl trotzdem noch schwer zu erklären sein wird. Deshalb wohl auch der Vorstoß bei der NDRC.

    Das Ganze ist dann so durchaus logisch und passt zur schwedischen Industriepolitik. Man fördert gerne sinnlose Projekte, weil sie so „Zukunftsfähig“ sind.

    Zur Erinnerung, Trestad hat nach dem Verlust seiner automobilen Arbeitsplätze in Trollhättan im nächsten Jahr auch die Schließung von Volvo (Pininfarina) in Uddevalla zu verkraften. Volvo Uddevalla war, wie Saab Malmö, ein Geschenk des Staates, zur Arbeitsplatzschaffung, an schwedische Unternehmen. Beide Fabriken waren nie rentabel, da zu klein und wurden zu einer Zeit geschaffen, als bereits eine weltweite Überkapazität bestand.

    Auch wegen dieser Politik wurde Saab damals an GM verkauft, ein ausländischer Investor ist nicht so sehr auf den Goodwill der Regierung angewiesen, wie es Investor war, der in vielen Bereichen auf die Geschäfte mit der schwedischen Regierung nicht verzichten konnte.

    Meine letzte Hoffnung ist, dass dieses Konsortium nicht die Namensrechte bekommt, damit Saab in guter Erinnerung bleiben kann.

    • Saab 9-3 schreibt:

      Dem muss ich leider zustimmen.
      Wie schon mal erwähnt sollte man vielleicht diese Admins austauschen gegen neue objektivere Administratoren, denn soviel Schwachsinn wie diese hervorgebracht haben, das geht unter keine Kuhhaut mehr!

      Oder war das einzige Ziel der ganzen Aktion SAAB endgültig zu zerstückeln und zerstören, und mit den noch für die nächsten 8 Jahre brauchbaren Organen Schadensbegrenzung für den Staat zu machen???

      Also kann ich mich nur Karl anschliessen, und hoffen dass diese NEVS nicht die Namensrechte von SAAB bekommen.

      • Detlef Rudolf schreibt:

        Bitte jetzt keine voreiligen Schlüsse ziehen – evtl. sind die Zukunftsaussichten mit NEVS ja doch besser, als dies von uns bisher vermutet wird.

        Im Zusammenhang mit NEVS ist in erster Linie von Hybrid-Fahrzeugen (ca. 100.000 Stück pro Jahr) die Rede – reine Elektro-Fahrzeuge sind erst zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen. Das Phoenix-Konzept soll auch dort verwirklicht werden und spätestens 2014 soll ein neuer 9-3 daraus hervorgehen.

        Es gibt keinen Grund, alles nur schwar in schwarz zu malen – aber 100%ige Erfolgsgarantien gibt es natürlich auch mit diesem Eigentümer nicht. Es kommt halt wie immer auf das berühmte glücliche Händchen an – bekanntlich hatte der letzte langjährige Eigentümer (GM) dieses glückliche Händchen nicht und gerade mit diesem Konzern hatte man damals bei der Übernahme große Erwartungen hinsichtlich der SAAB-Zukunft suggeriert.

  6. Karl schreibt:

    Realismus ist nicht schwarz Malen. Der Glaube an das „Konzept“ von NEVS ist Blauäugig, denn es ist Substanzlos. Kein Hersteller weltweit verdient mit Hybridfahrzeugen im PKW-Bereich Geld. Hier wird Geld für Entwicklung vom Steuerzahler verbrannt, die Früchte werden dann in China geerntet.
    Die Verlierer sind die Menschen in Trollhättan, Schweden und Europa, die diesen Wahnsinn finanzieren dürfen, ohne einen Gegenwert in Form von dauerhaften Arbeitsplätzen zu erhalten.

    Wie erfolgreich solche Hybridfantasien sind, kann man im Uusikaupunki, im ehemaligen Saab-Vamet Werk beobachten. Hier wurde mit enormen Subventionen eine Hybridfahrzeugproduktion aufgebaut. Der Luxussegment angesiedelte Fisker Karma sollte in der eher bescheidenen Stückzahl von 15.000 jährlich vom Band laufen. Heute ist man froh wenn 3.000 Stück verkauft werden können. Die Produktion des Think City, wurde gestoppt, weil kein ausreichender Markt für die Elektrofahrzeuge vorhanden ist. Einzig die Herstellung und der Verkauf eines elektrischen Golfwägelchen scheint gewinnbringend.
    Die Stückkosten in Finland sind deutlich niedriger als in Trollhättan, trotzdem läuft auch dort die Sache nicht wirklich. Dabei sind enorme Subventionen geflossen.
    In Finland steht bisher kein Chinese im Hintergrund, der nur auf das Scheitern warten braucht um dann die Produktion billig in China zu machen.

    • Herbert Hürsch schreibt:

      Das ist leider alles nur allzu wahr. Was den Fisker Karma betrifft, braucht man sich nicht zu wundern. Kein Händlernetz, Luxuspreis und eher mäßige Fahrleistungen. Wer will das? Ein Porsche Panamera, der im Gegensatz zum Fisker frei von der ganzen GM-Technik ist, beginnt bei knapp 80.000. Da blieben noch gut 20.000 Euro zum verbrennen übrig.

      Ich hätte nichts gegen einen 9-3 III Hybrid. Viel wahrscheinlicher ist aber wohl, dass sich hier jemand der Subventionen für einen „Technologie TransUnfair“ bedienen möchte.

      • Detlef Rudolf schreibt:

        Wer redet denn vom Fisker Karma – für die Normalverdiener wäre wohl die etwas günstigere Variante in etwa in der Technik-Ausführung eines Toyota Prius interessant – vom Design her dann natürlich typisch SAAB! So habe ich die Planungen von NEVS auch bisher verstanden. Später sollen ggf. auch reine Elektro-Fahrzeuge hinzukommen.

        Hinsichtlich des 9-3 III wurde von NEVS in erster Linie sogar nur die Variante mit Verbrennungsmotor erwähnt – ergänzen soll diese Baureihe dann sicherlich auch eine Hybridversion.

        Wenn man sich den Toyota Prius anschaut, könnten die angepeilten 100.000 SAAB-Hybridfahrzeuge sogar Wirklichkeit werden.

        • Karl schreibt:

          Ohne Händlerorganisation 100 000 Fahrzeuge! Sorry, werde nüchtern. Fisker hat drei Jahre lang eine Verkaufsorganisation aufgebaut und hat keine 3000 abgesetzt. GM hat noch keine 10000 Stück seines Volt/Ampera verkauft. Das ist die Preisklasse die NEVS wohl anpeilt. Egal was man von GM hält, die haben eine Verkaufsorganisation und schaffen noch nicht mal 10 Prozent. Ja, Fisker will ab nächsten Jahr auch 100000 Hybride, in dieser Preisklasse, verkaufen. Wenn da einer scheitert, dann zu erst NEVS.

          Ein Vergleich mit Toyota ist aberwitzig. Wieviel Promille macht der Prius aus von den Toyota-Verkäufen? Toyota hat Weltweit eine starke Verkaufsorganisation.
          NEVS hat nichts davon. Toyota verdient mit dem Prius kein Geld!

          Der Saabtraum ist leider zu Ende.

        • Peter schreibt:

          Man kann aber Toyota nicht mit Saab vergleichen. Toyota ist in der Hybridtechnologie sicherlich der Vorreiter schlechthin . Dort gibt es ja auch nicht nur den Prius sondern mittlerweile vom Toyota Yaris bis zum Lexus SUV in allen Segmenten eine Hybridversion.Dies hat Toyota aber sicherlich lange Zeit erst mal Geld gekostet , das sie sich mit herkömmlichen rentablen Fahrzeugen , in hohen Stückzalen hergestellt , ersteinmal verdienen mussten . Erst jetzt kommt auch Toyota so langsam in die Lage mit wachsenden Stückzahlen auch mit Hybridantrieben mal Geld zu verdienen. Bei NEVS bleibt dann auch die Frage des Vertriebs . Die Saabpartner haben Verträge mit Saab Parts aber noch lange nicht mit NEVS / New-Saab . Bis das erste neue Produkt dieses Konsortiums auf den Markt kommt müssen die erst wieder Leute finden , die sowas vertreiben möchten. Man kann das tollste Produkt der Welt herstellen , aber wenn dann keiner weiß das es das gibt und wo man es kaufen kann nützt das alles nichts. Toyota findet man fast schon in jedem Dorf . Mein nun nächstgelegener Saab Partner ist nun immerhin 25 KM von meinem Wohnort entfernt.

  7. Karl schreibt:

    Die schwedische Wirtschaftszeitung Dagens Industri titelt:
    Expert totalsågar Saabs elbilsprojekt
    Mehr muss eigentlich nicht gesagt werden. Solange die Verantwortlichen in der Politik nicht persönlich Haften, gibt es solche „Geschäfte“.

  8. Detlef Rudolf schreibt:

    Karl,

    wer sagt denn, dass Toyota mit dem Prius kein Geld verdient? Wenn dies wirklich so wäre, hätte man diese Baureihe schon vor Jahren wieder aus dem Programm genommen – bitte mal an den Fakten orientieren.

    Auch hinsichtlich der Händler habe ich eine völlig andere Sicht der Dinge – die vorhandenen SAAB-Händler (haben bekanntlich derzeit große bis sehr große Schwierigkeiten sich über Wasser zu halten) würden bestimmt zusätzlich sehr gern auch Hybrid-Fahrzeuge made in Trollhättan unter dem SAAB-Label verkaufen – wieso muß man da eine neue Händler-Organisation schaffen? Beim Fisker Karma war das doch völlig anders. Fisker kannte kaum ein Autofahrer – dies ist heute nicht viel anders!

    Einfach mal die Pressekonfernz der Administratoren abwarten – schön bei den Fakten bleiben und nicht immer mit Fisker kommen. Diese Fahrzeuge kann sich doch sowieso kaum jemand leisten.

    • Sarg 9-5 II schreibt:

      Lieber Detlef Rudolf,

      für Fiskar gilt insofern das gleiche wie für andere (Ampera etc.) als sie alle teurer sind, als vergleichbare Fahrzeuge konventioneller Technik und sich deshalb schlecht verkaufen. Und auch das mit Toyota ist so ’ne Sache. Jeder größere Autohersteller kann und muss sich Imageträger leisten, um ein bestimmtes von sich erzeugen zu können. Das kann ein kostspieliger Formel-1-Rennstall sein oder verlustträchtige andere Technologieträger, die das eine oder andere zur Schau stellen. Zum Beispiel auch ein Prius. Dass der nicht aus dem Programm genommen wurde, sagt noch längst nichts darüber aus, ob er sich isoliert betrachtet auch rechnet. Das ist ein nahezu infantiler und in jedem Fall unzulässiger Umkehrschluss.

      Und zu NEVS haben wir schon so viel Widersprüchliches gehört, dass weder ein 9-3 III noch überhaupt der Markenname SAAB als gesichert angenommen werden können. Wer schreibt, dass es natürlich keine 100%ige Erfolgsgarantie gäbe und damit im Grunde genommen ausdrücken will, wie viel Anlass zum Optimismus angeblich vorhanden sei, der muss die letzten Jahre ganz gründlich verpennt haben. Zur Zeit könnte man nicht mal sagen, dass es SAAB noch nie zuvor so schlecht gegangen sei. Im Moment muss man sagen, dass SAAB schlicht und einfach tot ist. Um das zu ändern braucht es sehr, sehr viel.

  9. Saab 9-3 schreibt:

    Ja Theorie und Praxis sind leider meistens zwei Paar Schuhe.
    Auch ich möchte doch nicht alles so schwarz sehen.
    Aber sind wir mal ehrlich:
    100’000 Fahrzeuge im 1. Jahr sind doch wohl so ziemlich weit hergeholt, fern jedem Realitätssinn!
    Deshalb wollen sie (NEVS) ja auch vorallem Batterien und Biotreibstoffe herstellen.
    Um solche Zahlen auch nur annähernd zu schaffen, müsste der Verkaufspreis wohl bei max. 25’000 Euro liegen (in Etwa so wie beim Prius/Yaris), und selbst dann wird dieses Ziel wohl unerreichbar sein.
    Also wenn man mal die Produktionszahlen der letzten 2 Jahre von New Saab anschaut, dann….

    Und sowieso eine so dubiose Firma welche aus dem Nichts hervortritt und dann weder die SAAB Parts AB noch die alten Kunden überhaupt will, die hat wohl gar nichts verstanden.

    Wieso konnte nicht ein normaler Autohersteller mit Sitz in Europa Saab übernehmen und à la Mini/BMW zum Ziel führen:
    Im Angebot Autohersteller mit toller Vergangenheit, modernster Fertigungsanlage, kühnen Zukunftsvisionen, gut ausgebautem Händlernetz und treuem Kundenstamm, zum absoluten Schnäppchenpreis!!!
    Da müsste doch mehr rauszuholen sein???

    • Marcus schreibt:

      genauso sehe ich das auch – es wäre ein ideales mittel, auch noch die individualisten als käufer abzugreifen – für einen spottpreis.

  10. Marcus schreibt:

    wieder mal ein ps:

    es ist doch schon eine frechheit, sich den nimbus von saab einverleiben zu wollen, aber die parts ab nicht zu kaufen, von der die altkunden abhängig sind. man legt auf diese schlicht keinen wert.
    das ist turbo-kapitalismus pur – wobei ich auch den finanziellen möglichkeiten sehr skeptisch gegenüberstehe.
    entweder alles und einen vernünftige autoproduktion, gerne mit aiusblick auf hybrid etc., oder ein anderer name.

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