Arbeitsplätze für die Saab-Mitarbeiter?

Fünf Monate sind jetzt seit der Saab-Insolvenz vergangen. Viele Saab-Mitarbeiter blickten in eine ungewisse Zukunft. Die Arbeitslosigkeit ist hoch in Trollhättan – die höchste in Schweden – und Arbeitsplätze sind rar. Gerade für die Bandarbeiter sieht es düster aus. Zwar sind Ingenieure auch in  Schweden gesucht, allerdings nicht in Trollhättan. Jetzt hat die DI die Situation der Saab-Mitarbeiter etwas genauer untersucht.
Darin gibt es übrigens noch einen kleinen Exkurs: Die DI hat gestern Insolvenzverwalter Hans Bergqvist nach dem aktuellen Stand gefragt. Laut Bergqvist laufen noch die Verhandlungen über die endgültigen Gebote. Bergqvist hofft, den Käufer von Saab noch vor der Sommerpause präsentieren zu können.

Zurück zu den Saab-Mitarbeitern. Insgesamt die Hälfte der Saab-Angestellten hat nach der Überschrift in der DI einen neuen Job gefunden. Allerdings bezieht sich die DI bei dieser Zahl nur auf die Angestellten und nicht auf die Arbeiter. 53% der 1.443 Saab-Angestellten (Ingenieure und Verwaltung) haben einen neuen Job gefunden. 90% davon sind in festen Anstellungen, 10% arbeiten in einem befristeten Job. Ein Großteil dieser Angestellten arbeitet weiterhin in der Automobilindustrie. Viele seien bei Volvo untergekommen und würden nach Göteborg pendeln. Wenn man weiterliest, kommt aber etwas versteckt die Information, dass lediglich 60 Saab-Ingenieure bei Volvo angefangen haben. Wenn man bedenkt, dass Volvo über 800 Ingenieure sucht und bei Saab über 1.000 Ingenieure gearbeitet haben, dann ist dies eine sehr geringe Zahl. Ich denke, dass viele Angestellte und Ingenieure bei den Start-ups untergekommen sind und damit Saab weiterhin zur Verfügung stehen (wollen).

Für die Arbeiter bei Saab sieht es laut DI deutlich düsterer aus. von 1.440 Arbeitern haben 1.300 staatliche Unterstützung gesucht. Davon konnten 454 in neue Jobs vermittelt werden. Allerdings konnten nur 169 Arbeiter einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten.

Die DI hat im Artikel noch einzelne Statistiken veröffentlich. Zum Beispiel wird dargestellt, in welche Branche neue Jobs gefunden erden konnten und wie die neuen Gehälter aussehen. Wer sich dies genauer anschauen möchte, kann dies hier machen.

Was fehlt mir beim DI-Artikel? Der Artikel verharmlost aus meiner Sicht etwas die Probleme der Arbeitnehmer in Trollhättan. Zunächst suggeriert der Artikel in der Überschrift, dass 53% der Saab-Angestellten einen neuen Job gefunden hätte. Wenn man genauer liest, dann betrifft diese Zahl aber nur die Angestellten und nicht die Arbeiter bei Saab. Auch werden einige Thesen aufgestellt, die bei genauerem Hinsehen gar nicht so stimmen. Zwar wird nichts falsches im Artikel dargestellt, aber insgesamt ist der Artikel tendenziös und versucht aus meiner Sicht, die Lage in Trollhättan besser darzustellen, als sie eigentlich ist. Wer nicht genau liest glaubt, dass Trollhättan die Saab-Insolvenz gut verdauen würde.

Auch wird ausschließlich die Situation der Saab-Mitarbeiter beleuchtet. Doch die Saab-Insolvenz betraf natürlich auch Zulieferfirmen. Neben den 3.500 Saab-Mitarbeitern haben viel mehr Menschen ihren Job verloren. Diese scheinen nicht sonderlich im Fokus zu stehen und kommen im DI-Artikel nicht vor. Doch hier „schlummern“ richtige Probleme, denn diese Arbeitnehmer sind meistens keine Ingenieure, sondern ganz überwiegend angelernte Arbeiter. Und die haben wie die Saab-Arbeiter weiterhin massive Probleme, etwas neues zu finden.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Neuigkeiten, SAAB abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s