Die aktuelle Lage im „Saab-Skandal“

Nach den Ereignissen der letzten Tage und der etwas hilflosen Reaktion der schwedischen Regierung auf die Tatsache, dass man Saab monatelang bezüglich des Einstiegs von Wladimir Antonow „hintergangen“ hat, wächst der Druck auf die Regierung, Saab zur Hilfe zu eilen.

DN berichtet hier in einem interessanten Artikel, dass Saab mit etwas staatlicher Hilfe gute Überlebenschancen hätte. Große sei im internationalen Automobilgeschäft keine Notwendigkeit, um zu überleben. Es gebe viele kleine Hersteller, die gut überleben könnten. Genannt werden Jaguar, Land Rover, Rolls Royce und Suzuki. Als gutes Beispiel wird die Übernahme von Jaguar und Land Rover durch Tata genannt. Diese konnten nach der Übernahme den Umsatz um ca. 24% steigern, gute Gewinne erwirtschaften und 1.500 neue Mitarbeiter einstellen.
Als Schlüssel für Saab sieht der Autor den Kooperationspartner Pang Da mit über 1.100 Händlern in China. Wenn jeder dieser Händler nur einen Saab pro Woche verkaufen würde, würde dies 57.000 verkaufte Saab pro Jahr in China bedeuten. Auch durch die von Wladimir Antonmow geplante lokale Produktion in Russland könnte sich Saab eine gute Marktposition im zukünftig größten Automobilmarkt Europas erschließen und hohe Einfuhrzölle sparen.
Zusätzlich habe Saab sehr gute Produkte im Angebot, die auch ökologisch vorne mit dabei sind (z.B. die neuen TTiD-Motoren im Saab 9-3). Der Autor plädiert deshalb für eine Beteiligung des schwedischen Staats an Saab für eine Übergangszeit. Viele andere Länder wie die USA, Deutschland und Frankreich seien zumindest verübergehend als Beteiligte aufgetreten und hätten mit staatlichen Hilfen eine kurzfristige Notlage überbrückt.

Der Druck in der Presse auf die schwedische Regierung wächst damit weiter. Nachdem das peinliche und schwache Verhalten der schwedischen Regierung bekannt geworden ist, hat sich die Meinung in der Presse trotz der andauernden Probleme bei Saab schlagartig in Richtung Pro-Saab gedreht. Selbst die eher Saab-kritische DI hat Artikel über vermeintliche „Geldverschiebungen“ von Saab an die Mutter SWAN wieder in den Hintergrund geschoben und berichtet über das industrie- und arbeitsplätzefeindliche Verhalten der EIB und der schwedischen Regierung. Offensichtlich waren die Saab-kritischen Meldungen, die einen alten Sachverhalt wieder aufwärmen, bei den Lesern schlecht angekommen (was man auch in einigen Kommentaren dazu ablesen konnte) und entsprechen wohl nicht der allgemeinen Stimmungslage in Schweden. Selbst direkte Staatshilfe, die bisher noch nicht einmal von Saab gefordert wurde, wird jetzt offen und positiv in der Presse diskutiert.

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