Wieder grüßt das Murmeltier – Pressekonferenz bei Saab

Heute Vormittag hat die routinemäßige Pressekonferenz der Saab-Insolvenzvetrwalter stattgefunden. Diese Pressekonferenz wird zwischenzeitlich im zweiwöchigen Rhytmus abgehalten. Aufgrund der von den Insolvenzverwaltern genannten Fristen für bindende Gebote gab es einige Hoffnung, dass vielleicht schon heute der Name des Käufers von Saab genannt werden könnte. Allerdings war ich nach den gestrigen Aussagen von Insolvenzverwalter Hans Bergqvist mehr als skeptisch.

Bergqvist erklärte, dass man sich die Gebote noch anschaue. Auch gehe er davon aus, dass das Verfahren noch sehr lange dauere. Gut, auch wenn man schon eine Entscheidung heute bekannt geben könnte, würde bis zum formellen Abschluss des Insolvenzverfahrens noch einige Zeit vergehen. Aber mir erschien es gestetn so, dass man sich in aller Ruhe alle Gebote noch anschaut und kurzfrisyig keine Entscheidung zu erwarten ist.

Meine Vermutung hat mich nicht getäuscht. Auch heute gab es auf der Pressekonferenz keine neuen Informationen zum Käufer von Saab. Fragen nach dem Vorliegen einer Entscheidung wurden mit einem klaren „Nein“ beantwortet.

Die Insolvenzverwalter befinden sich noch im Auswahlprozess. Der Verkauf von Saab beinhalte alle Teile von Saab, also auch Saab Parts. Angeblich sollen alle Bieter ähnliche Geldbeträge geboten haben, allerdings gibt es in den Details Unterschiede. Dies macht es für die Insolvenzverwalter schwierig, die einzelnen Gebote zu vergleichen. Bei der Entscheidung berücksichtigen die Verwalter nicht nur die Höhe des Gebots, sondern auch die Auswirkung des Gesamtkonzepts auf die Gläubiger (Zulieferer, Mitarbeiter, usw.). Auch die bisherige Vertrauenswürdigkeit spielt bei der Auswahl eine Rolle. Dies könnte ein Problem für Youngman sein, da wir ja demletzt erfahren mussten, dass Youngman häufig die gemachten Zahlungsversprechen nicht eingehalten hat oder nicht einhalten durfte.

Interessant war die erneute Aussage von Insolvenzverwalter Bergqvist, dass alle Bieter die Fahrzeugproduktion in Trollhättan fortsetzen wollen. Allerdings werden die Insolvenzverwalter nicht überprüfen, ob die gemachten Investitionsankündigungen überhaupt eingehalten werden können. Youngman hatte zuletzt von zunächst ca. 1 Mrd. Euro Investitionen gesprochen. Ob dieses Geld bei Youngman überhaupt verfügbar ist, wird von den Verwaltern nicht überprüft werden. Die Insolvenzverwalter sind lediglich für das Insolvenzverfahren selbst zuständig.

Mehr Infos gab es nicht auf der sehr kurzen Konferenz. Auch die angeblich verschwundenen 57 BMW-Motoren waren kein Thema. Die Geschichte erscheint mir auch nicht sonderlich interessant. Wenn man solche Motoren haben will, dann kann man sie ja einfach kaufen – in einem Mini. Da muss man sich nicht bei Saab bedienen. Umgekehrt könnte es aber auch sein, dass BMW Interesse am Saab-„Feintuning“ dieser Motoren hat und deshalb eine Rückgabe anstrebt. Aber das wäre wohl zu viel der Spekulation. Wahrscheinlich sind einige Motoren durch Tests schon verbraucht, andere sind in Testfahrzeugen eingebaut und weitere befinden sich in Testanlagen oder bei Auftragsunternehmern.

Die Spannung dauert also weiter an. Die nächste Pressekonferenz findet in zwei Wochen statt. Vielleicht gibt es dann die Bekanntgabe des Käufers. Zeit ist eigentlich keine mehr vorhanden. Ich hoffe, dass die Verwalter endlich die Wichtigkeit einer schnellen Entscheidung erkennen und ernst nehmen!

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