Neues von Victor Muller und meine persönliche Einschätzung der Interessenten


Victor Muller ist ja Berater von Brightwell und als dieser wird er seit ein paar Tagen wieder sehr aktiv. Es scheint sich hinter den Kulissen etwas zu bewegen. Neben den Infos zu den Aussagen Mullers schreibe ich quasi in Fortsetzung meines gestrigen Beitrags auch noch zu meiner persönlichen Einschätzung der bisher bekannten Interessenten für Saab im ganzen.

Victor Muller hat sich wieder zu Wort gemeldet, diesmal per SMS an die schwedische Nachrichtenagentur TT. Muller ist – wie immer – sehr optimistisch, was die Chancen von Brightwell angeht. Auch sieht Muller durchaus die Möglichkeit, dass Brightwell die Lizenzen zur Fertigung des 9-4X und des 9-5 von GM erhält.

Gut, das ist Victor Muller, wie wir ihn kennen. Und als Berater von Brightwell vertritt er natürlich die Brightwell-Linie. Brightwell war schon letztes Jahr als Saab-Interessent aktiv. Daher die Verbindung zu Victor Muller. Vielleicht hat Muller als Chef des Noch-Eigentümers SWAN auch noch eigene Interessen. Denn SWAN steckt in ernsten Schwierigkeiten. Aber Brightwell ist ein ernsthafter Interessent, auch wenn wir die Pläne von Brightwell nicht im einzelnen kennen. Und für Saab und die Saab-Händler wäre es natürlich besser, wenn man in eine Übergangszeit mit allen aktuellen Modellen sofort weitermachen kann und nicht erst ein Jahr Wartezeit bis zu einem aktualisierten 9-3II hätte.

Ich bin ja schon häufiger gefragt worden, welchem Interessenten ich den Vorzug geben würde. Zunächst muss man sagen, dass wir in der aktuellen Situation schon froh sein müssen, wenn überhaupt jemand Saab in ganzen übernimmt und die Produktion von Saab-Fahrzeugen fortführt. Mich interessiert als Saab-Freund und Saab-Kunde nur diese Option, alles andere ist für mich uninteressant.

Aber welcher Interessent ist zu bevorzugen? Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich keinen Favoriten haben. Bei Brightwell und Mahindra gibt es zu wenig Infos über die Finanzkraft und vor allem über die Pläne mit Saab. Und für eine genaue Einschätzung wäre die genaue Kenntnis der Zukuftspläne notwendig. Insofern bin ich Mahindra und Brightwell  gegenüber als Interessenten für Saab im ganzen neutral bis vorsichtig positiv eingestellt.

Allerdings habe ich ein Problem mit Youngman. Die haben zwar die Finanzkraft und den chinesischen Markt. Aber das letzte halbe Jahr hat gezeigt, dass man nicht sonderlich professionell agiert und dass chinesische Geschäftspraktiken im Ausland nicht so funktionieren. Auch halte ich Youngman nicht für ganz vertrauenswürdig. Es kommen meist tolle Versprechungen und wenn es ernst wird, sahen die Pläne dann doch wieder anders aus.

Auch beim „unbekannten“ europäischen Bieter bin ich eher skeptisch. Ich gebe offen zu, dass ich kein Fan der Marke bin. Aber ob dieser Bieter so viel gutes für Saab bringt? Entwicklungszentren sind vorhanden, Trollhättan wird eigentlich nur zur Kapazitätsausweitung benötigt. Saab könnte dann nur ein Nebenprodukt sein, um die Stückkosten einzelner Modelle zu senken. Also eigentlich reines badge-engineering. Sollte diese Konstellation eintreffen, dann gibt es wahrlich bessere Optionen für mich. Natürlich könnte es auch anders – besser für Saab – laufen. Dann wäre es eine tolle Option für Saab. Allein, mir fehlt etwas der Glaube!

Bei dieser Informationslage haben zur Zeit deshalb bei mir Brightwell und Mahindra einen leichten Vorsprung.

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6 Antworten zu Neues von Victor Muller und meine persönliche Einschätzung der Interessenten

  1. Klaus 9-5 II schreibt:

    Danke für dieses Statement, ich gehe 100% konform !!!
    Bei Mahindra und Brightwell habe ich ein gutes Gefühl, wenn dann auch noch die Produktion der bekannten Modelle weitergehen wird, ist doch alles bestens…
    Den westeuropäischen Investor (BMW?) sehe ich gespalten. Ich sehe die Rover-Vergangenheit aber auch die Möglichkeiten von z.B. Technik-Transfer.
    Thema China. Da bin ich mehr als zkeptisch und zwar immer gewesen.
    Warum wächst China so extrem und überrumpelt den Rest der Welt in fast allen Sparten?
    Ein Beispiel: Hier in der Nähe gibt es eine Spezialmaschinenfabrik, ein Großauftrag aus China stand in Verhandlung. Angebot aus China: Wir kaufen die Anlage, aber nur, wenn alle Konstruktionspläne beiliegen… Also, einmal Geld ausgeben, Entwicklungskosten sparen und danach selbst produzieren. Super! Kein Wunder, bei dieser Mentalität, wenn China überall Weltmarktführer wird.
    Was würde mit SAAB geschehen, ist die Frage?

  2. B. Koch schreibt:

    Der grosse Unbekannte soll also BMW sein. Na ja, man munkelt es immer wieder. es kann aber nicht schlecht sein ein Teil der Bayrischen Familie zu sein, man denke was sie aus MINI gemacht haben. ein Erfolg reiht sich an den anderen. und dann kommt noch das Händlernetz dazu. Premiumkunden in Hülle und Fülle. Das Vertrauen in die Marke wäre sofort bei Vielen wieder da.
    Ich bin kein Freund von BMW – zuviel Wechsel im Design, zuviel Aggression in der Formensprache. Aber die Qualität und auch die Quantiät spricht für sich. Allein 2011 über 2 Mill. verkaufte Autos. Da wären in der Zukunft sicher ein paar 100 000 für SAAB dabei.
    Ausserdem hört man ja auch immer wieder das der zukünftig kleinste SAAB auf der MINI Platform stehen soll. Die Motoren und Getriebe sind auch klasse. es wäre ein guter Deal. ein Europäischer Deal. Was kann in den heutigen Zeiten wo jeder auf seine Schäfchen schauen muss schlecht dran sein?
    Bei uns in Tirol würde es auf jeden Fall mehr SAAB´s vertragen, und das BMW Händlernetz würde gut weiterhelfen. everywhere nicht nur inTirol.

    Lg aus den BERGEN

  3. Frank K schreibt:

    Aha, Du bist also Zitat: „kein Fan der Marke“. Es ist also ein Autohersteller ?

    • B. Koch schreibt:

      Ein Fan der Marke SAAB. Mit Herz und Seele.
      und klar ist SAAB auch ein Autohersteller. oder was haben wir alle in unseren Garagen stehen? Was wollen wir alle weiterhin kaufen? Kaufen können?
      Was soll die Blöde Frage? SAAB forever!!!!!!!!

  4. Sebastian schreibt:

    BMW fände ich als Option gar nicht schlecht. So lange hier SAAB seine doch sehr spezielle und absolut erhaltenswerte Identidät behalten kann, würde ich mich über solch eine Partnerschaft freuen. Dieses vorausgesetzt hätte man auf jeden Fall einen sehr professionellen, solventen und auch prominenten Partner. Die aktuellen BMW Modelle gefallen mir auch nicht alzu sehr, aber wenn die Bayern unseren SAABs Ihren Stempel nicht bezüglich des Designs aufdrücken würden, würde die Technik-Dusche aus München sicher in Verbindung mit den althergebrachten SAAB-Tugenden und deren neueren Inovationen gepaart Interessantes hervorbringen können.
    Mir würde auf jeden Fall ein Stein vom Herzen fallen, wenn SAAB überleben würde und mein ENDE APRIL 2010 ausgelieferter 9-3 Sportkombi nicht eines der letzten produzierten und ausgeliefertenSAAB-Automobile bleiben würde.

    Mir würde das Herz bluten, denn ich bin SAAB-Liebhaber durch und durch. Auch wenn ich der Marke nicht immer treu war. Nach zwei 900ern I von 1956 und 1989 habe ich mir vergangenes Jahr mit 34 das erste Mal einen neuen SAAB leisten können und das möchte ich auch in Zukunft.

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