Victor Muller im schwedischen Fernsehen

Victor Muller wird morgen Abend im schwedischen Fernsehen zu sehen sein. Er wird dabei an der Talkshow „Skavlan“ des Senders SVT1 teilnehmen. Da die Sendung heute Abend aufgezeichnet wurde, gibt es schon die ersten Berichte über den Inhalt der Sendung.

Victor Muller glaubt nicht an eine Zustimmung von GM zu einer vollständigen Saab-Übernahme durch die Chinesen. „GM wird nicht akzeptieren, dass die Chinesen die Kontrolle zu übernehmen. Damit würde nur durch den Kauf von Saab die GM-Technologie grundsätzlich in die Händen von ihnen gelangen“, sagte Victor Muller.

Victor Muller kritisiert in der Sendung auch vorsichtig Saab-Administrator Guy Lofalk und die von Lofalk eingefädelte 100%-Übernahme von Saab durch Youngman und Pang Da. „Ich glaube nicht, dass es jemand befugt ist, ihn zu tadeln. In der Tat erreichten wir ein Abkommen, das in krassem Gegensatz zu den Verträgen mit GM stand. Mit dieser Vereinbarungen hatten wir das Risiko, dass GM „nein“ sagen würde – und das ist passiert“, sagte er während der TV-Sendung.

Muller wies darauf hin, dass er der ursprünglichen Plan bessere Chancen gehabt hätte, die Zustimmung von GM zu gewinnen. „Die Hauptsache ist, dass wir eine Lösung finden. Meine Aufgabe ist es, eine Lösung für die Zukunft von Saab zu erarbeiten. Aber ob Saab dann noch mir gehört oder nicht, weiß ich nicht“, sagte Victor Muller in der Fernsehaufzeichnung.

Wie genau eine solche Lösung aussieht wollte Muller nicht sagen. Aber er weist darauf hin, dass man einen Weg für eine Zustimmung von GM finden könnte. Man müsse nur innerhalb der Beschränkungen bleiben, die der Vertrag mit GM aus dem Jahr 2010 vorsieht. Nach Victor Muller hat GM das Recht, einen Verkauf von Saab abzulehnen, wenn mehr als 20% an eine Partei verkauft werden soll.

„Wenn wir keine Lösung finden können sieht die Zukunft sehr düster aus. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir eine solche Lösung finden werden“, sagte Muller. Denkbar sei, dass North Street Capital in einer solchen Lösung einbezogen werde.

Auf Wladimir Antonow angesprochen sagte Muller, dass „Herr Antonow von der Transaktion ausgeschlossen wurden – leider“. Muller gibt zu, dass er sich im Jahr 2010 durch eine Firma, die von Wladimir Antonow finanziert wurde, Geld für den Kauf von Saab geliehen hat. Auch schuldet SWAN dieser Firma Antonows immer noch Geld.

„Das einzige, was ich versprechen kann ist, dass ihr CEO Tag und Nacht arbeitet, um sicherzustellen, dass sie ein gutes Weihnachtsgeschenk bekommen“, sagte abschließend Victor Muller als Botschaft an die Saab-Mitarbeiter.

Insgesamt scheint Victor Muller eine recht passable Figur in der Sendung abgegeben zu haben. Die Wortwahl war scheinbar moderat und vorsichtig und auch inhaltlich kann ich seine Argumentation nachvollziehen. Wenn tatsächlich das GM-Vetorecht bei 20% der Anteile beginnt, dann muss Saab-Administrator Guy Lofalk ziemlich blind in das 100%-Abenteuer gestolpert sein. Er hätte ja nur den Vertrag mit GM aus dem Jahr 2010 lesen müssen um die Haltung von GM zu erkennen. In dieser Situation einen 100%-Verkauf von Saab an die chinesischen Firmen offensichtlich ohne vorherige Konsultation und Abstimmung mit GM durchziehen zu wollen ist schon ziemlich stümperhaft. Vielleicht kann Lofalk ja diesen Kardinalfehler bei den Verhandlungen mit GM in Washingten wiedergutmachen.

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Eine Antwort zu Victor Muller im schwedischen Fernsehen

  1. MM schreibt:

    Dem Text nach, müßten ja dann 5 Parteien á 20% vetofrei sein…

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