EIB lehnt Einstieg von Antonow ab

TTela berichtet hier, dass die EIB heute die Ablehnung von Wladimir Antonow (Bild links) als Anteilseigner von Saab bekannt gegeben hat. Diese Entscheidung sei bereits 2009 gefallen. Damals habe man dem EIB-Kredit an Saab nur unter Bedingung genehmigt, dass Antonow nicht Anteilseigner werde, sagte der Sprecher der EIB, Pär Isaksson. Gründe für die Ablehnung wollte die EIB nicht nennen.

Weitere Bedingung dieses EIB-Kredits ist, dass die EIB und die schwedische Regierung allen Änderungen in der Eigentümerstruktur zustimmen muss. Dies wird jetzt zu einem extremen Problem für Saab. Antonow kann nur einsteigen, wenn Saab den ausgezahlten Teil des EIB-Kredits komplett zurückzahlt.

Zusätzlich berichtet die TTela hier, dass laut Antonow Sprecher Lars Carlström es zwischen der EIB und dem schwedischen Finanzminister Anders Borg eine Vereinbarung gebe, Antonow nicht bei Saab einsteigen zu lassen. Dies hätten Regierungsbeamte bestätigt. Carlström glaubt, dass hier ein politisches Machtspiel auf dem Rücken von Saab und den Saab-Mitarbeitern ausgetragen wird und die Regierung Saab in die Insolvenz treiben will.

Ob dieses Machtspiel wirklich stattfindet, kann ich nicht beurteilen. Es scheint sich aber auch aufgrund anderer Berichte herauszustellen, dass die schwedische Regierung zumindest von der Ablehnung Antonows durch die EIB seit 2009 gewußt hat. Wenn dies stimmen sollte, dann hat die schwedische Regierung die Öffentlichkeit seit Monaten dreist angelogen. Zusätzlich hätte man auch noch Saab hintergangen und getäuscht. Die Saab-Pressesprecherin Gunilla Gustafs soll aktuell bestätigt haben, dass Saab von dieser „Absprache“ zwischen der EIB und der schwedischen Regierung nie etwas gewusst hat.

Wenn die EIB tatsächlich den Einstieg Antonows bereits 2009 abgelehnt hat, fragt man sich auch, warum jetzt das ganze „Theater“ der Prüfung durch die EIB usw. nochmals durchgeführt wurde. Warum braucht man dann noch fast 4 Monate, um Antonow nochmals abzulehnen? Was spricht gegen Antonow obwohl keinerlei negative Tatsachen über Antonow bekannt geworden sind? Warum hat die schwedische Reichsschuldenverwaltung keine Probleme mit Antonow? Man raubt Saab unnötig Zeit und Resourcen mit einer unsinnigen Prüfung. So langsam bekommt man den Eindruck, dass die Hauptschuldigen an der Saab-Misere nicht in Trollhättan, sondern in Stockholm und in Luxemburg sitzen.

Update 18.00 Uhr:

Zwischenzeitlich bestätigt die Staatssekretärin im schwedischen Wirtschaftsministerium, Catharina Håkansson Boman (Bild links), gegenüber der TTela, dass man von der Bedingung der EIB seit 2009 gewusst habe. Man sei aber davon ausgegangen, dass sich zwischenzeitlich die Situation geändert habe und damit eine andere Entscheidung der EIB möglich wäre. Die EIB hat der schwedischen Regierung noch nicht die Gründe der Ablehnung Antonows mitgeteilt.

Der Generaldirektor der schwedischen Reichsschuldenverwaltung, Bo Lundgren, betonte, dass man selbst seit einigen Monaten keine Hindernisse für einen Einstieg Antonows sehe. Lundgren äußert sich sehr verärgert über die EIB und attackiert scharf die Verhaltensweise der EIB (vgl. DI hier). Die EIB habe die neue Prüfung Antonows durch die Reichsschuldenverwaltung, die in einer Zustimmung geendet habe, überhaupt nicht beachtet. Zusätzlich habe der belgische Präsident der EIB, Philippe Maystadt (Bild rechts unten), zunächst den Vorsitzenden der Europäischen Zuliefererorganisation CLEPA, Lars Holmqvist, über die Ablehnung Antonows informiert und nicht die schwedische Regierung oder Saab selbst.

Interessant aus meiner Sicht: Die EIB hat doch immer die Einhaltung des Bankgeheimnisses betont und dann plaudert der Präsident der EIB Internas an fremde Dritte aus. Danach wendet man sich nicht an den Schuldner Saab, sondern informiert die Presse! Sollte diese Aussage des Chefs der Schuldenverwaltung stimmen, dann hätte die EIB jede Seriosität verloren. Saab sollte dringend den EIB-Kredit loswerden. Aber in der jetzigen Situation gibt es wohl kaum eine Bank, die diesen Kredit ablöst. Vielleicht springen die scheinbar hilfsbereiten chinesischen Partner ein?

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