Steht die kurzfristige Finanzierung?

Es gibt wieder Lichtblicke am Saab-Himmel. Nachdem das Wochenende über keine echten Neuigkeiten bekannt wurden ist heute morgen die schwedische Presse voll von Berichten. Victor Muller konnte nochmals ein Ass aus dem Ärmel zaubern und hat laut den Presseberichten einen weiteren Großauftrag aus China gegen Vorkasse an Land gezogen.

Saab soll noch diese Woche 13 Mio. Euro für 582 bestellte Fahrzeuge erhalten. Nicht bekannt ist bisher, wer der Auftraggeber ist. Wahrscheinlich ist aber der Saab-Kooperationspartner und chinesische Autogroßhändler Pang Da. Interessant ist, dass die chinesischen Partner offenbar großes Vertrauen in Saab setzen. Zunächst gab es am Wochenende die Aussage von Youngman, dass die finanziellen Probleme von Saab nicht „fundamental“ seien und man weiterhin zusammenarbeiten werde. Und jetzt werden nochmals trotz der angespannten Lage 13 Mio. Euro Vorkasse geleistet.

Klar ist jedoch, dass diese 13 Mio. Euro nicht ausreichen werden, um die Produktion wieder zu starten. Dies muss das Ziel bleiben, um aus dem Kreislauf von Produktionsstopp und daraus resultierenden zusätzlichen Kosten herauszukommen. Laut TTela hier gehen die Gewerkschaften davon aus, dass Saab ca. 75 bis 85 Mio. Euro benötigt, um wieder die Produktion starten zu können.

Nach Angaben von Saab und Medienberichten versucht Saab weiter, zusätzliche Finanzierungsquellen aufzutun. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Verhandlungen mit Hemfosa über den Verkauf des Saab-Werks. Dies könnte nochmals ca. 30 Mio. Euro in die Saab-Kassen spülen. Am Wochenende gab es Berichte, dass dieses Geschäft kurz vor dem Abschluss steht. Weitere Infos liegen aber bisher noch nicht vor. Aber auch Wladimir Antonow steht noch auf der Liste. Antonow ist weiterhin und trotz der chinesischen Investoren interessiert, bei Saab zu investieren. Ob von seiner Seite aus auch eine kurzfristige Hilfe möglich ist halte ich aber für unwahrscheinlich. Noch blockiert die EIB aus nicht nachvollziehbaren Gründen alle finanziellen Mittel, die Antonow bereitstellt.

Bisher ist kein Geld bei den Saab-Mitarbeitern eingegangen – das wäre auch etwas arg schnell in der gegenwärtigen Situation. Die Gewerkschaften wollen deshalb weiterhin Saab in die Pflicht nehmen und werden heute oder morgen wie geplant Zahlungsaufforderungen an Saab schicken. Sollte Saab innerhalb von 10 Tagen die ausstehenden Löhne nicht bezahlen können, dann könnten die Gewerkschaften einen Insolvenzantrag stellen.
Dies ist aber auch nicht von den Gewerkschaften gewünscht. Vielmehr hofft man, dass möglichst schnell Geld bei Saab eintrifft und die Löhne bezahlt werden.

Gleichzeitig haben die Gewerkschaften schwere Vorwürfe gegen die schwedische Regierung erhoben. Die Regierung sei in der aktuellen Situation viel zu passiv gewesen. Jeder, der in die schwedische Autoindustrie investieren wolle, müsse sich auch darauf verlassen können, dass die schwedische Regierung dies unterstützt. Sollte die Regierung gegen den Investor Wladimir Antonow sein, so solle sie dies offen bekannt geben.

Hier muss man den Gewerkschaften recht geben. Es ist für mich unverständlich und unverantwortlich, dass bei Saab Investoren bereitstehen, die ca. 500 Mio. Euro investieren wollen und lediglich durch die Politik und die EIB daran gehindert werden.  Eine politische Unterstützung von Saab würde Schweden zur Zeit keinen Cent kosten aber viele Millionen Euro Staatsgelder sichern. Mich würde wirklich interessieren welches Spiel hier die schwedische Regierung hier auf Kosten der Saab-Mitarbeiter und des schwedischen Steuerzahlers betreibt!

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