Der sinnvolle Biokraftstoff – BtL (Sundiesel)

Im Zuge der aktuellen „Biokraftstoff-Diskussion“ zum Super-E10 wird häufig vergesssen, dass es schon einen echten Biokraftstoff gibt. BtL-Kraftstoffe (Biomass to Liquid) sind synthetische Kraftstoffe, die aus jeglicher Biomasse hergestellt werden. SunDiesel® ist dabei ein Markenname für BTL-Diesel. Die Verfahren zur Biomasseverflüssigung sind noch in der Entwicklung und noch nicht konkurrenzfähig. Eine erste großtechnische Versuchsanlage der CHOREN Industries GmbH wurde 2008 in Freiberg (Sachsen) fertiggestellt, wird jedoch kommerziell noch nicht genutzt.

Vorteil dieses Verfahrens ist, dass man keine energiehaltigen Pflanzen wie Weizen, Zuckerrohr oder Zuckerrüben verwenden muss, die in Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau stehen. Beim BtL-Verfahren findet größtenteils heimisches Holz Anwendung, es können aber sogar jegliche Art von Pflanzenabfällen in reinen Diesel umgewandelt werden. So können z.B. beim Weizenanbau die Weizenkörner weiterhin zur Nahrungsmittelproduktion verwendet werden, während man das Stroh zur Kraftstoffgewinnung nutzt.

Zur Zeit kann über das BtL-Verfahren reiner Dieselkraftstoff hergestellt werden (Carbo-V-Verfahren). Dieser hat im Vergleich zu aus Erdöl hergestelltem Diesel den Vorteil, dass er kaum Verunreinigungen oder Rußpartikel enthält und viel sauberer und umweltschonender verbrennen kann. Auch wird damit die Abhängigkeit vom ausländischen Erdöl verringert. Wichtig ist dabei, dass es sich bei BtL um echten reinen Dieselkraftstoff handelt und nicht um Ersatzstoffe wie „Biodiesel“ (also Rapsöl) oder E10 (also Alkohol).

 

© Shell

Technisch können im Carbo-V-Verfahren alle kohlenstoffhaltigen Feststoffe verwendet werden. In der Praxis plant CHOREN in Deutschland ausschließlich den Einsatz von Biomasse gemäß der deutschen Biomasseverordnung. Dazu gehören neben Holz (Sägenebenprodukte, Waldholz, Agrarholz, Recyclingholz) und anderen holzartigen Rohstoffen auch Agrarbiomasse wie beispielsweise Reststroh.

In Deutschland gibt es Reserven für eine Ausweitung der Waldholznutzung, ohne dass die Nachhaltigkeit der Waldbewirtschaftung gefährdet wird. So könnten 2020 bis zu 3,5 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche in Deutschland für den Energiepflanzenanbau zur Verfügung stehen. Nach einer Studie des Bundesumweltministeriums kann diese Fläche bis 2030 sogar auf 4,4 Millionen Hektar mehr als verdoppelt werden ohne damit die Versorgung mit Nahrungsmitteln in Frage zu stellen. CHOREN rechnet bei durchschnittlichen landwirtschaftlichen Erträgen von ca. 16 Tonnen pro Jahr eine jährliche BTL-Produktion in Höhe von 4.000 Litern pro Hektar möglich.

Synthetischer Biokraftstoff von CHOREN kann zunächst ausschließlich in Dieselmotoren eingesetzt werden. Die Herstellung eines Reinkraftstoffes für Ottomotoren ist grundsätzlich möglich, bedarf jedoch noch einiger weiterer Aufbereitungsschritte und ist zurzeit von CHOREN nicht geplant.

CHOREN betreibt seit 2008 eine Pilotanlage im sächsischen Freiberg. Im Prozess der Beta-Anlage in Freiberg/Sa. werden laut CHOREN über 50 % des Energiegehalts der Biomasse in hochwertigen Kraftstoff eingebunden. Zur Herstellung von 1 Liter synthetischen Biokraftstoff werden etwa 4 kg Biomasse benötigt. Zur Zeit wird der in der Anlage in Freiberg/Sa. hergestellte Sundiesel zur Erstbetankung von Diesel-Neufahrzeugen von Volkswagen und Daimler verwendet. Diese Firmen sind halten auch Minderheitsbeteiligungen an der CHOREN Industries GmbH.

 

© CHOREN Industries GmbH

Es wäre doch mal schön, wenn sich unsere Umweltpharisäer und unsere Bundesregierung mal für solche sinnvollen Verfahren einsetzen würden. Anstatt sinnloses E10 den Verbrauchern aufzuzwingen, sollte die Bundesregierung mal diesem sinnvollen Verfahren annehmen. Aber gerade die vermeintlichen Umweltschützer sind wohl so ideologisiert, dass Sundiesel nicht ins Anti-Auto-Weltbild passt und daher nicht sein darf.

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