Neues zu Saab – Details zu den Plänen von NEVS

Schon seit einiger Zeit prüft NEVS, ob es Sinn macht, die Produktion des Saab 9-3II in Trollhättan wieder aufzunehmen. Hintergrund ist, dass NEVS eine weiterhin bestehende Nachfrage für den 9-3II mit konventionellem Antrieb ausgemacht hat. Um allerdings die Produktion des wieder zu starten, müssen natürlich alle Zulieferer mit an Bord sein. Dazu hat NEVS schon vor einiger Zeit die Verhandlungen mit den ehemaligen Saab-Zulieferfirmen aufgenommen und in einem Brief an die Zulieferer die Pläne zur Produktion des 9-3II erläutert. Der Radiosender P4 Väst hat jetzt Details aus diesem Brief veröffentlicht.

NEVS will danach die Produktion in der 34. Kalenderwoche diesen Jahres – also ab Mitte August 2013 – wieder aufnehmen. Zunächst soll eine Produktion von 20.000 Fahrzeugen jährlich erreicht werden. Dies würde für das Jahr 2013 eine Produktion von 8.000 Saab 9-3II bedeuten. Danach ist für 2014 eine Erhöhung der Produktion auf 60.000 Fahrzeugen jährlich geplant. 2014 will man mit einer vollen Schicht in Trollhättan produzieren. Beginnen will man dabei zunächst mit dem Saab 9-3II Cabriolet und der Sportlimousine. Später soll dann der 9-3X und 2014 der Elektro 9-3 (EV1) folgen. Vom Sportkombi ist zwar keine Rede, jedoch kann man davon ausgehen, dass auch er aufgrund der Baugleichheit mit dem 9-3X geplant ist.

Ich bin mir nicht sonderlich sicher, ob diese Pläne von NEVS realistisch sind. Gerade die geplanten Stückzahlen erscheinen mir sehr hoch. In den letzten Jahren hat Saab es trotz bestehendenm Händlernetz es nicht geschafft, diese von NEVS geplante Anzahl von Fahrzeugen zu verkaufen. Auch wird der Saab 9-3II nicht jünger; 2014 wird er sein 12. Produktionsjahr erreich. Problematisch scheinen mir auch die EU-Vorschriften zum Fußgängerschutz für Neufahrzeuge zu sein. Hier ist noch ganz klar, ob der 9-3II diese recht strengen Normen erfüllen kann bzw. überhaupt erfüllen muss.

Zusätzlich müssen auch alle Zulieferer mit im Boot sein. Die meisten Zulieferer sollen der Anfrage von NEVS recht positiv gegenüberstehen. Jedoch war GM auch Zulieferer von Saab. Zwar besitzt GM  keine IP-Rechte am Saab 9-3II, so dass die Rechte an sich kein Problem sind. Ob GM jedoch wichtige Teile wie den Benzinmotor liefen wird, ist noch ungeklärt. Sollte dies nicht der Fall sein. Auch beim Dieselmotor könnte es Probleme geben. Hier muss NEVS Fiat als Zulieferer gewinnen. Und ob bis dahin Fiat den „Auslaufmotor“ 1.9 TiD noch bauen wird, muss ebenfalls geklärt werden. Es muss noch einiges an konstruktiver Arbeit geleistet werden.

Es bleiben also noch viele Fragen offen! Und selbst wenn der Saab 9-3II wieder gebaut wird ist noch nicht sicher, dass auch wir in Europa ihn erhalten werden. Trotzdem: Sollte NEVS tatsächlich wieder ein richtiges Saab-Modell bringen und vom Nur-Elektro-Hype Abstand nehmen, wäre ich der erste, der sich freuen würde!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Neuigkeiten, SAAB, SAAB 9-3 abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Neues zu Saab – Details zu den Plänen von NEVS

  1. Marcus schreibt:

    wenn ich mir die masse an kommentaren zu diesem beitrag so ansehe, scheint die glaubwürdigkeit von nevs-plänen unter der grasnarbe angekommen zu sein…

    hoffen wir, dass es wenigstens annähernd stimmt.

    • Detlef Rudolf schreibt:

      Hallo Marcus,

      die Ausgangslage scheint sich mit Aufnahme von Qingdao als sog. strategischem Partner tatsächlich erheblich gebessert zu haben. Hierbei handelt es sich schließlich direkt um den chinesischen Staat als Anteilseigner – nicht wie bei Youngman-Lotus um einen familiär geführten Großbetrieb, der letztendlich bei jeder finanziellen Transaktion dann doch noch staatliche Stellen für „grünes Licht“ benötigt hätte.

      Dieser jetzige 22%ige staatliche Anteil wird die künftigen Abläufe neben erhöhtem Kapitalzufluss mit Sicherheit positiv beeinflussen – die von vielen befürchtete spürbare Einflussnahme auf die Konzernlenkung dürfte sich bei diesem kleinen Anteil jedoch noch nicht ergeben.

      Ich meine, dass die gesamte Vorgehensweise von Jiang und Trogen ein sehr guter Schachzug war – warten wir ab, wie sich das Ganze weiter gestaltet.

      • Marcus schreibt:

        hallo detlef,

        für nevs war das sicher die richtige entscheidung und vielleicht auch die einzige möglichkeit.
        ob es für saab und trollhättan das richtige ist, wage ich zu bezweifeln.
        ein saab, der in china konstruiert und gebaut wird ist für mich kein saab mehr – zu saab gehört schweden und schwedische mitarbeiter.
        an einem auto aus china, auf dem ein“ bepper“ draufklebt der sich „saab“ nennt, habe ich null interesse.

  2. Niels schreibt:

    Ich finde das besser als ganz weg vom Fenster. Abwarten woher die Motoren kommen. Hätte da eine Idee….
    Sind nicht die alten 93 und 95 incl. Motoren nach China verkauft? Da kämen klasse „SAAB“ Motoren her….

  3. polar schreibt:

    Die schwedischen Zeitungen haben bisher diese Ankündigungen von NEVS offensichtlich auch nicht ernst genommen. Die Glaubwürdigkeit dieser Nachrichten erscheinen zweifelhaft.
    Die vorgesehenen Kapazitäten erscheinen völlig überzogen. Ersteinmal sollte überhaupt ein Modell auf die Spur geschickt werden. Wir werden sehen….

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s