Die Pressekonferenz: NEVS kauft Saab

Aktuell wurde gerade die Pressekonferenz, die am Südtor des Saab-Werks in Trollhättan stattfand, von den Insolvenzverwaltern beendet. Hier zunächst mal der wesentliche Inhalt der Erkläruungen, die die Insolvenzverwalter abgegeben haben: (Update 14.15 Uhr)


Wie bereits seit heute Vormittag inoffiziell bekannt, haben die Insolvenzverwalter Saab an NEVS verkauft. Der Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben. Unterschrieben wurden die Verträge am . NEVS kauft die Saab Automobile AB mit den Töchtern Saab Tools und Saab Powertrain.

Nicht umfasst vom Kauf ist die nicht insolvente Tochter Saab Parts, allerdings gibt es hier vertragliche Vereinbarungen und eine Kaufoption für NEVS. Ebenfalls nicht gekauft wurden die Rechte am Saab 9-5II, die wie schon lange bekannt bei GM liegen. Auch ist NEVS nicht am 9-5II und am 9-4X interessiert.

Der Kauf beinhaltet auch den alle Anteile an der Objektgesellschaft (wohl Saab Properties). NEVS wiird damit zumindest Mehrheitseigentümer des Saab-Werks in Trollhättan. NEVS hat offensichtlich auch die Anteile, die die Investmentfirma Hemfosa an Saab Properties hält,  gekauft. Damit fallen für NEVS keine Mietzahlungen für das Werk in Trollhättan an.

NEVS will drei Vorteile miteinander verbinden: Swedische Technik, schwedisches Design und die exzellente Saab-Fabrik mit japanischem Know-how und mit besten Verbindungen nach China. Dabei soll der Fokus von NEVS auf Elektrofahrzeugen liegen. Diese hätten eine große Zukunft, vor allem in den USA und in China.

An den Plänen hat sich im Vergleich zu heute Vormittag nichts geändert. NEVS wird zunächst einen Saab 9-1 entwickeln und produzieren. Dieser 9-1 wird elektrisch angetrieben und auf einer japanischen Plattform basieren. Zusätzlich will NEVS den Saab 9-3II mit Hybridantrieb entwickeln und anbieten. Daneben wird NEVS den Saab 9-3III auf Basis der Phoenix-Plattform mit eXWD Hybridantrieb fertig entwickeln.

Die ersten Fahrzeuge, der Saab 9-3II mit  sollen 2013 bzw. 2014 gebaut werden. Ab sofort sollen wieder Mitarbeiter eingestellt werden. Bereits jetzt wird das Management-Team zusammengestellt. Daneben will man unverzüglich wieder die Kontakte zu den Zulieferfirmen auffrischen.

Als zweites Standbein soll in Trollhättan eine Batterieproduktion für E-Autos aufgebaut werden, um unabhängig von dritten Anbietern zu werden. Auch will NEVS in Trollhättan noch Bioenergie produzieren.

Noch ein paar Aussagen von der Pressekonferenz: Der Hauptanteilseigner von NEVS, Kai Johan Jiang als Eigentümer der National Modern Energy Holdings ist natürlich mit dem Kauf sehr zufrieden. NEVS-Chef Karl-Erling Trogen dankte der schwedischen Regierung für die Unterstützung. Trogen geht davon aus, in anderthalb Jahren mit der Produktion beginnen zu können. Zunächst will man einige hundert Mitarbeiter einstellen.

Insolvenzverwalterin Ann-Marie Pouteaux betont, dass man während des ganzen Prozesses die Unterstützung des Spyker-Chefs und ehemaligen Saab-Vorstandsvorsitzenden Victor Muller hatte.

Update 14.15 Uhr:

Die erste verhalten positive bis neutrale Stimmung ist bei mir wieder etwas verflogen. Noch ist nicht sicher, ob NEVS überhaupt den Namen Saab verwenden wird. Auch will man sich auf Elektrofahrzeugeund nicht auf Hybridfahrzeuge konzentrieren. Das war eigentlich nicht das, was ich hören wollte.

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17 Antworten zu Die Pressekonferenz: NEVS kauft Saab

  1. Marcus schreibt:

    hm – freude sieht bei mir anders aus.
    wir wissen noch sehr wenig und das was wir wissen, entspricht mehr oder weniger den gerüchten zuvor.
    daher hat sich auch meine meinung nicht geändert. wenn die nicht eine revolutionäre neue technik im petto haben, glaube ich nicht, dass es funktioniert – und ich bin wirklich ein optimist.
    stand heute hat man trollhättan, den saab-fans und schweden einen bärendienst erwiesen.
    das kommt dabei heraus, wenn die politk meint, sie hätte ahnung von märkten…

    • DAF schreibt:

      Klar sieht Freude anders aus, aber eine Revolution war auch nicht mehr zu erwarten. Ich kann mir gut vorstellen, dass es funktionieren wird. Wir wissen, dass Saab ein Synonym für Innovation ist und da setzte ich auch an. Saab hat nun weiterhin die Möglichkeit Vorreiter einer bis zur Erfindung des Anlassers fortschrittlichen Idee, des E-Motors zu werden. Der Benziner ist quasi erledigt und Saab wird sein Ende besiegeln. Und es freut mich zu lesen, dass GM sich ärgern wird, weil es keine Lizensgebühren gibt 🙂 Also, der Greif ist tot, es lebe der Greif!

    • Karl schreibt:

      Ich schließe mich dir inhaltlich an. Die Pressekonferenz hat mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet.
      Ob die Namensrechte an NEVS übergehen ist nicht geklärt, das bedeutet wohl, auch SAAB AB und Scania sind vom „Konzept“ (noch) nicht überzeugt.
      Alles war sehr nebulös, keine greifbaren, konkreten Infos, bis auf dass die Fabrik nicht mehr Hemfosa gehört.
      Zur zukünftigen Produktion kam konkret, dass man keine Hybridfahrzeuge, sondern nur reine Elektrofahrzeuge auf der Basis des 9-3 II bauen möchte.
      Wieviele erwartet werden wurde nicht geäußert, ich vermute mal die Zahl liegt im dreistelligen Bereich, deshalb die Zurückhaltung. Wie Marcus schon schrieb, so denke auch ich auch, nur wenn die eine revolutionäre neue Technik im Petto haben, könnte das „Konzept“ funktionieren.
      Da ich aus eigener Erfahrung weiß, was für clevere Geschäftsleute Chinesen sind, vermute ich nichts Gutes für die Zukunft.
      Die Pressekonferenz hat außer der Info das NEVS der neue Besitzer ist, keine der anliegenden Fragen überzeugend beantwortet.
      Für mich war das Heute die endgültige Beerdigung von Saab.

  2. URS schreibt:

    Kai Johan Jiang scheint ein Mann der Tat zu sein und hat hier in Kürze doch Fakten geschaffen. Dazu kann man ihm nur gratulieren. Das lässt ja auch für die Zukunft hoffen, denn hier scheint Schaffenskraft vorhanden zu sein.
    Ob wir SAAB dann noch in Zukunft so kennen wie wir es heute kennen, bleibt unbestimmt. Jedenfalls fliesst beim neuen Eigentümer auch viel innovatives Blut in den Adern und das passt ja bestens zu SAAB.
    NEVS war auch nicht mein Wunschkandidat aber seien wir gespannt. SAAB-Fahrer/innen sind ja immer nonkonformistisch veranlagt und so wird SAAB wieder einmal der Automobilen-Welt den Weg in die Zukunft leuchten. Erfreuen wir uns an den Chancen.
    …….und auch der neue Eigentümer wird Fahrzeuge produzieren müssen, die er verkaufen kann.

    • DAF schreibt:

      Da kann ich nur zustimmen!

    • Marcus schreibt:

      der letzte satz ist sicher richtig, aber es ist mir völlig egal, welche autos sich in china verkaufen lassen – in europa fehlt mir der glaube an e-fahrzeuge in der nahen zukunft.

      • Karl schreibt:

        Warum sollten Elektroautos die in China gesucht sein sollten, in Europa produziert werden und mit hohen Einfuhrzöllen nach China exportiert werden?
        Bevor ich diesen Müll glaube, den Kai Johan Jiang und Karl-Erling Trogen heute verbreitet haben, glaube ich an den Weihnachtsmann.
        Es würde mich nicht wundern, wenn dieser Deal in Zukunft in die Geschichte eingeht, al ein riesiger Betrug.

        • Klaus9-5II schreibt:

          Hallo Karl, ich bin der Weihnachtsmann!
          Good bye SAAB. 😦
          SAAB, es war schön mit dir!

          Mein tiefstes Mitleid gilt den Mitarbeitern und den Vertriebsangehörigen weltweit, die so sehr an eine Auferstehung geglaubt haben und jetzt von diesem Müll hier lesen und vor einem Scherbenhaufen stehen.
          Ihr lieben jetzt(!!!) ultrareichen Admins und Chinesen-Schweden mit den zugedröhnten Hirnen: WIE HEIßT DER STOFF DEN MAN SICH SPRITZEN MUß UM SOLCHE VISIONEN IN DEN SCHÄDEL ZU BEKOMMEN ?
          SG
          Klaus

        • Saab 9-3 schreibt:

          Genau,
          Gelder abfliessen lassen, auf die Cayman Islands und dann untertauchen….

    • Karl schreibt:

      Ja, Kai Johan Jiang scheint ein Mann der Tat, wenn es darum geht seinen Reichtum zu vergrößern!

      • DAF schreibt:

        Natürlich soll der Reichtum vergrößert werden…Man muss sich aber jetzt auch mal ernsthaft fragen welche Alternative den bisherigen Saabfahrer glücklich machen würde. Vielleicht Saab als Marke im VW Konzern? Will ich etwas Hoffnung haben oder nur die vergangene und Beerdigte Firma? Ich nehme bei den derzeitigen Alternativen die Hoffnung. Youngman wäre ja auch chinesisch….

        • Karl schreibt:

          Bei Youngman konnte man aber davon ausgehen, dass die wirklich Interesse am Fahrzeugbau haben. Da sie die Technolgie dringend brauchen und die Produktion in Europa fürs Renomee in China sehr hilfreich ist und den Verkauf dort sicher erleichtert.

        • Saab 9-3 schreibt:

          Also es ist wirklich nicht zu glauben,
          Youngman hätte alles übernommen, sogar die Werksarbeiter, und darüber hinaus noch mehr als das doppelte bezahlt.
          Und wir hätten immer noch unsere doch so geliebten SAAB’s, auch als Neuwagen…

  3. Herbert Hürsch schreibt:

    „(…) die Unterstützung des Spyker-Chefs und ehemaligen Saab-Vorstandsvorsitzenden Victor Muller hatte.“

    Dieser letzte Satz ist bemerkenswert! VM ist ja schon so was wie ein Gütesiegel, wenn es um Enthusiasmus für SAAB geht. Ökonomisch und Taktisch scheint er aber mindestens eine Liga unter den Zynikern zu spielen, die sonst so auf der Welt unterwegs sind, weshalb ich seiner Unterstützung nicht zuviel beimessen würde.

    NEVS wird ihm aber wohl zumindest einigermaßen glaubhaft versichert haben, dass irgendwas originäres von SAAB früher oder später aus der Asche steigen soll. Das würde dann der 9-3 III mit ein paar Genen des Phoenix sein. Daran glauben kann ich erst, wenn der auch beim Händler steht.

  4. B. Koch schreibt:

    Was wird dann aus dem Turbo?

    • Saab 9-3 schreibt:

      Der Turbo ist heute um 13.00 Uhr leider beerdigt worden.

      Die Zukunft liegt im E-Auto welches du im Winter nach vielleicht gerade mal 30 km für die nächsten 6 Stunden aufladen wirst.

  5. Lupo schreibt:

    Ob dieser Verkauf an NEVS jetzt das größere oder kleinere Übel war, wird sich in den nächsten Jahren herausstellen. Mittelfristig werden sicher ein Großteil der Produktion und auch Teile der Entwicklung schon aus Kostengründen nach China abwandern. Wie viel von der Individualität und der Exklusivität von SAAB noch erhalten bleiben wird, sei dahingestellt. Ich persönlich fahre seit vielen Jahren einen 9000 2.3 CSE. Ich habe nicht verstanden, warum es bei den neueren Typen vom 9-3 oder 9-5 keine Modelle mit Heckklappe mehr gab. Ich bin wahrscheinlich nicht der einzige, der ab und zu größere Dinge transportiert, sich aber deshalb nicht gleich einen Kombi kaufen möchte. Egal ob Kühlschank, Fahrrad oder Sofa, alles passt in den 9000 CSE. Ferner schätze ich auch sehr die hohe Qualität, die Sicherheit, die robusten Stoßstangen und den robusten Spoiler und vor allem im Winter die Scheinwerferwischer. Ich wünsche mir von den neuen Eigentümern, dass sie sich auf die alten SAAB- Tugenden zurückbesinnen und wieder eine große sparsame und praxistaugliche und in einigen Varianten auch sportliche Familienkutsche bauen. Ich trauere nicht besonders um den 9-5 II. Er kommt mir in Zeiten der Energieverknappung wegen seines hohen Gewichtes wie ein Dinosaurier vor. Hat SAAB den Leichtbau verlernt? Er könnte noch viel sparsamer und spritziger sein, hätte er 400- 500 kg weniger Masse. Ich finde, NEVS sollte auch wieder ein Fahrzeug in der Größe der 9-5 mit Heckklappe aber in Leichtbauweise und wenn es unbedingt sein muss auch mit neuem Antrieb bauen. Der Einstieg ins Kleinwagensegment wird sicher nicht leicht werden. Aber möglicherweise ist in China ein entsprechender Markt vorhanden. Solange es noch keinen Quantensprung bei der Speicherung von elektrischer Energie gibt, erscheint mir das Konzept von Opel Ampera am geeignetsten. Wenn man 70 -80 % der Fahrten elektrisch bewältigen kann, ist das schon ein großer Vorteil. Für längere Fahrten muss wohl noch ein sparsamer Benzin oder Dieselmotor herhalten. Ein Konzept mit genormten Batterieeinheiten, die man an den (Strom-) Tankstellen tauschen kann, ist meiner Meinung nach zum Scheitern verurteilt. Schon nach wenigen Jahren werden viele defekte Batterien im Umlauf sein. Da man die Batterien immer wieder umtauscht, wird keiner diese besonders sorgfältig behandeln. Wenn man dann nach 20 km statt nach 80 km keinen Strom mehr hat, wird man sich wieder nach einem Auto mit Verbrennungsmotor sehnen.
    Ich hoffe dass mein alter Schwede noch etwas durchhält. Bis dahin wird man dann vielleicht schon sehen ob man sich noch Nachfolgeprodukte von Saab, wie immer sie dann auch heissen mögen, kaufen kann.

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