Neues zu Saab – Kommt Youngman zurück?

Die Nachrichtenschwemme geht weiter! Dabei überschlagen sich auch die Gerüchte und Mutmaßungen. Heute Nachmittag meldet die DI, dass Youngman vielleicht noch ein Wörtchen beim Verkauf von Saab mitreden könnte. Angeblich ist Youngman von den Insolvenzverwaltern aussortiert worden, weil Youngman nicht den gebotenen Kaufpreis auf ein „neutrales“ Konto einer europäischen Bank überweisen konnte. Dies erschien den Insolvenzverwaltern unseriös und nährte die Zweifel, ob Youngman den Kaufpreis für Saab finanzieren kann. Doch jetzt hat Youngman den gebotenen Kaufpreis doch noch auf ein europäisches Bankkonto transferieren können. Ist jetzt Youngman wieder im Rennen?

 


Bisher hat bei NEVS noch die Reichsschuldenverwaltung Bedenken. NEVS hat angeblich nicht oder nur eine sehr geringe Summe für Saab Parts geboten. Damit würde die Reichsschuldenverwaltung nicht die gezahlten 230 Mio. Euro für das EIB-Darlehen von Saab erhalten. Gerüchteweise kann die Deadline 31. Mai (also morgen!) für die Vertragsunterzeichnung nicht eingehalten werden, da NEVS wohl noch den Preis drücken will. Ein weiteres Gerücht besagt, dass Mahindra mit im Boot bei NEVS sitzt und neben den E-Autos von NEVS konventionelle Fahrzeuge in Trollhättan bauen will.

Youngman soll dagegen ihr Gebot aufgestockt haben und dieses aufgestockte Gebot soll auch ein Angebot für Saab Parts über 230 Mio. Euro enthalten. Dies würde der Reichsschuldenverwaltung ausreichen. Insgesamt soll Youngman jetzt 400 Mio. Euro für alle Teile von Saab geboten haben.

Wie gesagt, die Mutmaßungen überschlagen sich und eine Entscheidung der Insolvenzverwalter wird fast stündlich erwartet. Erst dann werden wir sehen, welche Gerüchte sich bewahrheiten.Nur der ominöse europäische Bieter, den viele in München vermutet hatten, ist spurlos von der Bildfläche verschwunden. Ob die Münchner jemals unter den Bietern waren werden wir wohl niemals erfahren, es sei denn, sie würden – äußerst überraschend – den Zuschlag bekommen.

Trotzdem bin ich bei Youngman weiterhin etwas skeptisch. Wie ich bereits öfters dargelegt habe, halte ich Youngman für recht unzuverlässig und für ziemlich unprofessionell. Swade hat seine Bedenken und seine Insider-Erfahrungen mit Youngman treffend wie folgt zumsammengefasst: „I dont’t like Youngman because they are idiots“. Aber haben wir als Saab-Fans wirklich die Möglichkeit, so wählerisch zu sein?

Der „ideale“ Käufer scheint nicht in Sicht. Die NEVS-Pläne gefallen mir nicht so ganz, aber Mahindra hat sich auch nicht tiefgreifend zu den eigenen Plänen geäußert. Sicher scheint zu sein, dass alle Bieter den 9-3III fertig entwickeln wollen und in 2 bis 3 Jahren auf den Markt bringen werden. Was daneben oder in der Zwischenzeit passiert, ist nicht ganz klar. NEVS will Elektroautos auf Basis des 9-3II und einen kleinen japanische E-Wagen in Lizenz bauen, Mahindra will einfach zwei Jahre nichts produzieren, Youngman dagegen will vielleicht den aktuellen 9-3II GM-frei weiterproduzieren. Alles nicht ganz ideal. Mir persönlich ist der Käufer recht egal, wenn er finanzkräftig genug für die Entwicklung von Saab ist, die Saab-Werte fortführt und die Saab-Tradition achtet und schützt. Welcher der Bieter dies wohl am besten kann?

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14 Antworten zu Neues zu Saab – Kommt Youngman zurück?

  1. Thomas B schreibt:

    Falls das mit Youngman wirklich stimmen sollte…. dann machen die sich jetzt vollends zum Affen…..

    • Karl schreibt:

      Wieso macht hier sich irgendjemand zum Affen. Kennen wir alle Hintergründe?

      Es ist doch schön zu sehen, dass Saab doch noch etwas an Wert zu haben scheint. Wenn Youngman für den Besitz von Saab und seiner Technologie kämpft, dann spricht das doch auch für Youngman, oder hälst du Saab für Schrott?

      • Thomas B schreibt:

        habe ich gesagt, dass Saab Schrott ist….? steht nirgends, oder?
        Mein Vertrauen gegenüber Youngman ist einfach etwas angekratzt. Ist meine persönliche Meinung!!

  2. Wirklich ein Krimi ? E-Autos sind schon in Trollhausen präsent als Saab-Ableger. Es geht um die Auslastung der Fabrik, an nichts anderem kann der Schedische Staat interessiert sein. Wer Saab Parts dabei nicht übernimmt, vergißt die Cash-Maschine mitzukaufen. Das paßt doch alles nicht zusammen. Aus den verschiedenen Berichten zumindest habe ich herausgelesen, dass VM mit seinen Lizenzen noch einen Fuß in der Tür und eine dicke Rechnung mit GM offen hat. Da geht es doch ein wenig um die Ehre und um auch seine Firma – wie immer das zukünftig aussehen mag. Warten wir es gelassen ab.

  3. Guido schreibt:

    So oder so dürften die verbliebenen Händler kene Chancen mehr haben. Die Nachfrage wird bei einem Modell gering bleiben und die Werkstatt kann mit E-Autos, da diese kaum Verscheißteile haben, nicht ausgelastet werden. Und sollte die Karosserie früher oder später Carbon-Teile beinhalten, fehlt die Qualifikation zur Unfallinstandhaltung.

  4. URS schreibt:

    Eigentlich, wenn es Recht und Ordnung zugehen soll, dann müssen die Administratoren das höchste Gebot berücksichtigen. Wenn der Finanzierungsnachweis erbracht wird, müssen sie dieses Angebot annehmen.
    Es gibt nur einen Auftrag an die Administratoren, das ist den Gläubigern nach Rang den höchstmöglichen Erlös aus der Liquidation zukommen zu lassen. Wird ein Gläubiger benachteiligt, kann dieser das Veto zum Verkauf einlegen. Dieses Recht ist anscheinend von der Reichsschuldenverwaltung in Bezug auf das Angebot von NEVS wargenommen worden.
    Lotus Youngman scheint doch sehr interessiert zu sein und unternimmt alles um SAAB kaufen zu können. Mahindra hüllt sich in Schweigen, aber ist vielleicht auch noch für eine Überraschung gut, eventuell sogar mit NEVS zusammen.
    Es ist wie bei einer Auktion, wer beim Hammerschlag bietet, der kriegt die Ware. Manchmal ist es ja nur ein kurzes Nicken…. Wir sind gespannt!

  5. Marcus schreibt:

    bis jetzt hatte ich ja einen guten eindruck von den insolvenzverwaltern.
    wenn das alles stimmt, was hier aktuell passiert, kann ich nur den kopf schütteln. da wird kolportiert und aufgrund der menge an meldungen halte ich dies für glaubhaft, dass nevs den zuschlag erhalten würde. dann, potzblitz,, schaltet sich der staat ein, der logischerweise sein geld für die parts ab wiedersehen möchte. hektisches weiterverhandeln ist die folge und nun kommt youngman mit einem verbesserten angebot, welches man sicher nicht ignorieren kann.
    natürlich wissen wir vieles nicht – aber professionell ist die aktuelle vorstellung sicher nicht.

    und meine speziellen freunde von saab deutschland meinen dann, sie müssten einen oldie auf einer ausstellung zeigen – für kulanz bei verbrannten bremsscheiben meines 9-5 II nach ca. 20 tkm wäre aber kein geld da.

    egal wie der künftige eigentümer von saab heisst: wenn die auch nicht sehen, dass es bei saab deutschland seit jahren nur bergab ging und der kunde nicht mal mehr störendes beiwerk ist, wenn händler selbst nach der insolvenz nur als umsatzbringer für teile gesehen werden, kann saab II machen was sie wollen, es wird nie etwas werden.
    titel machen eben keinen könner – beispiele dafür gibt es genug,

    • Detlef Rudolf schreibt:

      Hallo Marcus,

      immer wieder defekte Bremsscheiben nach bereits weniger als 10 tkm hatte ich vor vielen Jahren mal bei meinem 9000er. Hier war die Ursache ein zeitweise festsitzender Bremskolben auf einer Fahrzeugseite vorn – somit wurde insbesondere die Bremsscheibe der anderen vorderen Seite übermäßig belastet und wurde bis zur endgültigen Feststellung der Ursache mehrmals durch einen Bremsen-Fachbetrieb !! ausgetauscht.

      Meiner Meinung nach kommt nun an Youngman-Lotus keiner mehr vorbei – selbst Mahindra & Mahindra hat sich hinsichtlich Kaufpreis-Höhe lt. der bisherigen Informationen nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

      Eigentlich ist mir äußerst unklar, warum nicht endlich der Hammer für den Zuschlag fällt!

  6. Marcus schreibt:

    hallo detlef,

    du hast völlig recht: nevs soll 1,5 mrd angeboten haben und es kann ja nicht mit rechten dingen zugehen, dass deren angebot aktuell so hochgespielt wird. ich denke in schweden wird das insolvenzrecht zumindet dahingehend unserem ähneln, dass zur gläubigerbefriedigung das höchste angebot entscheidet – einen gewisssen einfluss kann natürlich auch die zukunftsfähgkeit des konzeptes spielen. der schachzug von youngman, das geld in europa bereitzustellen, dürfte viel wind aus den segeln der gegner dieser lösung genommen haben und zeigt mir zumindest, dass es ihnen wohl ernst ist.
    bei meinem 9-5 scheinen die bremsen insgesamt „grenzwertig“ dimensioniert zu sein – die schäden an den bremscheiben ähneln den schäden an insignia mit höherer motorleistung.
    wäre saab nicht insolvent, würde ich dem herrn bei saab deutschland schon auf die sprünge helfen – und sei es mit gutachtern. gewährleistung ist ein gesetzliches recht und nicht vom gutdünken abhängig, das würde ich diesem herrn schon lehren..

  7. Saab schreibt:

    @ Marcus : Du hättest Lehrer werden sollen….. Verkauf Deinen Saab und sage tschüß hier im Blog !

    • Marcus schreibt:

      du kannst ja abstimmen lassen, wenn der blogger mitspielt….
      gottseidank muss ich mich ja mit solchen vögeln nicht abgeben.

    • Sarg 9-5 II schreibt:

      @ Saab,

      muss das sein, so kurz vor Schluss? Es gibt hier ohnehin kaum Kommentare. Ungefähr die Hälfte stammt von Marcus. Er trägt ganz erheblich zu meinem Glauben daran bei, dass sich überhaupt noch jemand für die Marke interessieren könnte. Ich freue mich über jeden Kommentar, den ich hier finde.

  8. tauentzien schreibt:

    Jetzt aber keinen persönlichen Streit hier! Alle bleiben hier und diskutieren gerne kontrovers, aber friedlich weiter! Es gibt ja gerade genügend neue Themen/Infos, über die man sprechen kann!

  9. URS schreibt:

    Übrigens zu den Bremsscheiben…..
    Bei meinem SAAB 9-5 II sind nun schon 35’000 km auf dem Tacho und die Bremsscheiben sind ok. Habe einen 2.8T Hirsch Performance. Ausser dem obligaten Wartungsdienst fährt und bremst das Auto wunderbar. Da sind meine Kollegen mit anderen Marken schon fast neidisch!

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