Neues zu Saab – 29.12.2011

Nichts neues gibt es zu den Verhandlungen über die Zukunft von Saab. Ich gehe davon aus, dass dieses Jahr nichts wesentliches mehr passieren wird. Victor Muller verhandelt weiter mit Youngman, aber auch mit türkischen Investoren. Diese haben gestern das Saab-Werk in Trollhättan besucht. Vom Amtsgericht Vänersborg gibt es noch die Information, dass die Bekanntmachung der Insolvenzmasse am 16. April 2012 stattfinden soll. Dies ist also wohl die letzte Frist für eine Lösung für Saab. Aktuell gibt es jetzt in Schweden Streit über den Fortbestand der Neuwagengarantie für Saab-Fahrzeuge.

Kontrahenten sind auf der einen Seite die nicht insolvente Saab Parts AB und der schwedische Saab-Händler-Verband. Saab Parts lehnt eine Fortführung der Neuwagengarantie ab, während der Händlerverband dies von Saab Parts fordert und auch – falls notwendig – gerichtlich gegen Saab Parts vorgehen will.

Im Jahr 2009 wurde laut Händlerverband die Verantwortung für die Garantien der in Schweden verkauften Neufahrzeuge von der Saab Automobile AB auf die Tochtergesellschaft Saab Parts übertragen. Saab Parts habe sich damals gegenüber den schwedischen Händlern vertraglich verpflichtet, die Neuwagengarantieverpflichtungen fortzuführen. Dies behauptet jedenfalls der Händlerverband.

Saab Parts sieht die Geschichte anders. Eine solche Verpflichtung gebe es nicht. Saab Parts sei ein Ersatzteilunternehmen und habe keine Verpflichtungen für Neuwagengarantien übernommen. Diese liege weiterhin bei der Mutter Saab Automobile.Und deren Insolvenzverwalter haben die Neuwagengarantien ausgesetzt.

Es handelt sich hier um eine rein schwedische Geschichte. In Schweden gibt es wohl die Besonderheit, dass die schwedischen Händler selbst für die Neuwagengarantien einstehen müssen, wenn Saab ausfällt. Sollte also Saab Parts nicht in der Pflicht sein, könnte auf die Händler hohe Forderungen zukommen, die für einige Händler sicher existenzgefährdend sind. Daher kommt es wohl zu der recht harten Auseinandersetzung der Händler mit Saab Parts. Welche Version der Geschichte wahr ist, bleibt abzuwarten. Andere Länder sind von diesem Streit nicht betroffen. Hier sind automatisch alle Garantien, die von Saab selbst gegeben wurden, ausgesetzt. Eine „Auffanglösung“ durch die Händler gibt es nicht.

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