Neues zu Saab – 25.11.2011

Langsam zieht die angekündigte verzögerte Lohnzahlung bei Saab ihre Kreise. Die Spekulationen gehen wieder los und die Gewerkschaft IF Metall bereitet laut der schwedischen Presse schon den logisch folgenden Insolvenzantrag vor. Auch die deutsche Presse springt nach Wochen der Funkstille sofort auf diese Nachricht mit der gewohnt einseitigen Berichterstattung an.
Für mich ist nicht ganz nachvollziehbar, warum Pang Da und Youngman die versprochene Finanzierung nicht rechtzeitig auf die Beine stellen können. Schon vor einigen Tagen haben beide Firmen das Interesse an Saab mehrfach bekräftigt und die Bezahlung der Löhne versprochen. Trotzdem scheint bisher kein Geld für die Löhne bei Saab eingetroffen zu sein.

Ein Grund könnte unter Umständen die Haltung von GM sein. Diese hat sich weiterhin nicht geändert. Zwar hat zwischenzeitlich die schwedische Regierung GM kontaktiert und mitgeteilt, dass Saab sehr wichtig für die schwedische Automobilindustrie sei und daher eine Einigung notwendig ist. GM scheint dies aber nicht sonderlich zu interessieren. Warum auch, 2009 gab es von der schwedischen Regierung keine Hilfe und Unterstützung. Zwischenzeitlich hat GM sich aus Schweden zurückgezogen und als Markt ist Schweden viel zu uninteressant für GM, um auf irgendwelche Wünsche einer seltsamen nordischen Regierung einzugehen.

Problem für GM scheint die Produktion von Fahrzeugen in China zu sein. Dies betrifft vor allem den Saab-Partner Youngman, da Pang Da ja nur für den Vertrieb mit im Boot sitzt. Jetzt wurde bekannt, dass die Vertragsverlängerung bis heute nur von Pang Da unterzeichnet wurde. Deshalb gibt es Spekulationen, dass Youngman nicht mehr mit von der Partie sei und durch einen andere Firma ersetzt werden könnte. Die Gerüchteküche kocht, aber mit dem „Probieren“ warten wir noch ab!

Gegen diese Spekulationen spricht, dass Youngman und Pang Da – also beide Firmen –  aktuell auch in Verhandlungen mit der chinesischen Behörde NDRC stehen. Auf der Tagesordnung steht natürlich Saab. Leider gibt es bisher keine näheren Informationen über den Inhalt dieser Gespräche. Saab-Sprecherin Anne Petre bestätigte lediglich, dass diese Treffen fortgesetzt werden würden.

Es gibt jedoch zum Abschluss auch noch positivere Nachrichten: Demletzt gab es ja die Meldung, dass die schwedische Polizei 50 VW Passat als neue Dienstfahrzeuge geordert hat. Angeblich hätte man sich bewußt gegen Saab entschieden. Jetzt sind die Testergebnisse der schwedischen Polizei bekannt geworden. Der Saab 9-5 schneidet mit Bestwertung ab uns schlägt auch VW und Volvo. Die Polizeitester überschlagen sich fast in ihrer Begeisterung. Die Ausstattung der schwedischen Polizei mit dem neuen Saab 9-5 scheiterte also entgegen der ersten Spekulationen allein an der fehlenden Produktion in Trollhättan, nicht an der fehlenden Eignung des 9-5. Die Info hilft jetzt zwar nicht direkt weiter, tut aber gut! Leider müssen die armen schwedischen Polizisten jetzt in einen grausligen VW Passat die Verbrecher jagen. Ich würde sagen: 1:0 für die Verbrecher.

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